Ha­vertz steht im Blick­punkt

Bay­er Le­ver­ku­sen Bleibt er, geht er – wenn ja, wo­hin? Das DFB-Po­kal­fi­na­le wird für den Jung­star zur gro­ßen Büh­ne.

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Sport -

Le­ver­ku­sen. Für Kai Ha­vertz dürf­ten es die wich­tigs­ten 90 Mi­nu­ten sei­ner noch jun­gen Kar­rie­re wer­den. Wenn der Fuß­ball-Na­tio­nal­spie­ler von Bay­er Le­ver­ku­sen im DFB-Po­kal­fi­na­le ge­gen Bay­ern Mün­chen nach sei­nem ers­ten gro­ßen Ti­tel greift, wer­den vie­le Au­gen auf ihn ge­rich­tet sein. Die Lock­ru­fe zahl­rei­cher Top-Clubs, auch des FC Bay­ern, sind zwar längst zu ver­neh­men, doch auf der gro­ßen Büh­ne kann das Top­ta­lent heu­te noch mal ein ein­drucks­vol­les Emp­feh­lungs­schrei­ben ab­ge­ben.

Will er im Som­mer – wie an­ge­kün­digt – tat­säch­lich schon „den nächs­ten Schritt“wa­gen, muss er die ab­so­lu­ten Top­clubs da­von über­zeu­gen, min­des­tens 100 Mil­lio­nen Eu­ro Ab­lö­se an die Rhein­län­der zu über­wei­sen. Von ei­nem Co­ro­na-Ra­batt will Bay­ers Sport-Ge­schäfts­füh­rer Ru­di Völ­ler näm­lich nichts wis­sen. „Bei Künst­lern wie ihm zählt das na­tür­lich nicht“, sag­te der 60-Jäh­ri­ge. Ein End­spiel ge­gen den eben­falls in­ter­es­sier­ten deut­schen Bran­chen­pri­mus bie­tet die per­fek­te Platt­form, sich für ei­ne sol­che In­ves­ti­ti­on zu emp­feh­len.

Schließ­lich schreckt den Re­kord­meis­ter wohl ein­zig die Ab­lö­se­sum­me von ei­nem mög­li­chen Trans­fer ab, von der Qua­li­tät des Spie­lers sind die Ver­ant­wort­li­chen

längst über­zeugt. „Es gibt we­nig Trai­ner, die et­was da­ge­gen hät­ten, wenn Kai in ih­rer Mann­schaft spie­len wür­de. Da wür­de ich mich an­schlie­ßen“, sag­te Trai­ner Han­si Flick An­fang Ju­ni. Eh­ren­prä­si­dent

Uli Ho­en­eß zeig­te be­reits gro­ße Wert­schät­zung für den Of­fen­siv­spie­ler. „Sport­lich wür­de ich ihn ger­ne in Mün­chen se­hen, aber Stand heu­te kann ich es mir ehr­lich ge­sagt nicht vor­stel­len, dass Ha­vertz kommt.“

Zehn To­re in der Li­ga

Kein Wun­der, dass in Le­ver­ku­sen wei­ter Op­ti­mis­mus be­züg­lich ei­ner wei­te­ren Sai­son des bis 2022 ge­bun­de­nen Krea­tiv­spie­lers herrscht. Selbst das haar­schar­fe Ver­pas­sen der Kö­nigs­klas­se soll kein Hin­der­nis sein. „Nur, weil wir die Cham­pi­ons-Le­ague-Qua­li­fi­ka­ti­on zu­nächst ver­passt ha­ben, heißt das nicht, dass wir ihn jetzt ver­kau­fen müs­sen“, sag­te Ru­di Völ­ler. An­ge­sichts des gan­zen Wir­bels wird die Rück­run­de von Ha­vertz noch­mals be­ein­dru­cken­der: Al­lein in der Bun­des­li­ga er­ziel­te er zehn To­re, war 2020 in 21 Spie­len an 21 Tref­fern be­tei­ligt. Nach­dem er im Sai­sonen­d­spurt zu­letzt et­was über­spielt wirk­te, gönn­te ihm Trai­ner Pe­ter Bosz im letz­ten Spiel ge­gen den FSV Mainz 05 so­gar ei­ne Pau­se.

Der Nie­der­län­der weiß, dass er sei­nen Star­spie­ler in Top­form braucht. Doch, „wenn je­mand in jun­gen Jah­ren schon be­wie­sen hat, wie er mit die­sem Druck um­ge­hen kann, dann ist das Kai Ha­vertz“, er­klär­te Ru­di Völ­ler. sid

Fo­to: dpa

Kai Ha­vertz

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