Al­lein auf der In­sel

Do­ku Der Traum deut­scher Aus­wan­de­rer ver­wan­delt sich in ei­ne Höl­le. Das ZDF re­kon­stru­iert die Er­eig­nis­se auf den Ga­la­pa­gos­in­seln in den 1930er-Jah­ren.

Märkische Oderzeitung Strausberg - - Medien -

Aus­wan­dern auf ei­ne tro­pi­sche In­sel, im Ein­klang le­ben mit der Na­tur: Vie­le Men­schen träu­men da­von. En­de der 1920er Jah­re ver­wirk­licht sich ein deut­sches Ehe­paar die­sen Traum. Auf der Su­che nach ei­nem Le­ben frei von Zwän­gen und Kon­ven­tio­nen las­sen sich der Ber­li­ner Zahn­arzt Dr. Fried­rich Rit­ter und sei­ne Le­bens­ge­fähr­tin Do­re Strauch auf der un­be­wohn­ten Ga­la­pa­gos­in­sel Flo­rea­na nie­der. An­de­re Aus­wan­de­rer fol­gen ih­nen. Doch das Pa­ra­dies wird für sie zur Höl­le, die sie sich selbst ge­schaf­fen ha­ben.

Die Do­ku „Der Ga­la­pa­gos-Kri­mi – Ein Dra­ma un­ter deut­schen Aus­stei­gern“ent­führt die Zu­schau­er an ei­nen der schöns­ten Fleck­chen Er­de, an dem sich Grau­si­ges zu­ge­tra­gen ha­ben soll. Mit­te der 1930er Jah­re kam es auf der In­sel zu Vor­fäl­len, die ein welt­wei­tes Me­dien­echo zur Fol­ge hat­ten. Von den acht Per­so­nen, die auf der In­sel leb­ten, wur­den da­mals zwei seit Mo­na­ten ver­misst. Zwei wei­te­re star­ben un­ter mys­te­riö­sen Um­stän­den. Ha­ben sich un­ter den deut­schen Aus­wan­de­rern Mor­de er­eig­net?

Der da­mals schon welt­be­rühm­te Schrift­stel­ler Ge­or­ges Si­me­non, Schöp­fer des „Kom­mis­sar Mai­gret“, fuhr im Ja­nu­ar 1935 im Auf­trag ei­ner Pa­ri­ser Zei­tung zu den Ga­la­pa­gos­in­seln, um Licht ins Dun­kel der rät­sel­haf­ten Er­eig­nis­se

zu brin­gen. Mit­hil­fe sei­ner Tex­te so­wie der Le­ben­s­er­in­ne­run­gen von Do­re Strauch und der Aus­wan­de­rin Marg­ret Witt­mer und ei­ner Viel­zahl von Fo­tos und Film­auf­nah­men, die ein US-Mil­li­ar­där von den his­to­ri­schen Prot­ago­nis­ten her­stell­te, re­kon­stru­iert der knapp 45-mi­nü­ti­ge Film die da­ma­li­gen Er­eig­nis­se.

Was die Do­ku von Jür­gen Stumpf­haus so pa­ckend macht, ist das Wech­sel­spiel von Traum und Wirk­lich­keit: Auf der ei­nen Sei­te be­ein­dru­cken­de Na­tur- und Land­schafts­auf­nah­men. Auf der an­de­ren Sei­te zeigt die Do­ku die Ab­grün­de zwi­schen­mensch­li­cher Be­zie­hun­gen – und be­dient sich da­für zahl­rei­cher Ori­gi­nal­auf­nah­men, die Gän­se­haut aus­lö­sen. „Der Ga­la­pa­gos-Kri­mi“er­zählt von Men­schen, die ih­ren Träu­men folg­ten und da­bei die bit­te­re Er­fah­rung ma­chen muss­ten, dass man ein Pa­ra­dies in et­was Bö­ses ver­wan­deln kann. dpa

„Der Ga­la­pa­gos-Kri­mi“,

19.30 Uhr

ZDF, Sonn­tag,

Wer an sich selbst zu ho­he An­sprü­che stellt, kann im Grun­de nur ent­täuscht wer­den. Sie be­fin­den sich zur­zeit in die­ser Ge­fahr. Ein paar klei­ne­re Schwä­chen dür­fen Sie sich bit­te gön­nen!

Fo­to: Jü­gen Stumpf­haus/ZDF/dpa

Drei­ecks­be­zie­hung: Die Ba­ro­nin Wa­gner und ih­re Lieb­ha­ber bil­de­ten ei­ne der drei Par­tei­en, die auf der Ga­la­pa­gos­in­sel Flo­rea­na in Kon­flikt ge­rie­ten.

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