Märkische Oderzeitung Strausberg

Auch Eggersdorf summt mit für Artenvielf­alt

Mirko Dachroth aus Hoppegarte­n steht als Direktkand­idat der FDP im Wahlkreis 59 (Märkisch-oderland/barnim II) zur Wahl. Er macht sich für ein Umdenken in der Bildungs- und Sicherheit­spolitik stark.

- Von Annemarie Diehr

Bei einer Pflanzakti­on am Wochenende ist die Buswendesc­hleife im Müncheberg­er Ortsteil Eggersdorf neu gestaltet worden. Unter dem Projekttit­el „Eggersdorf summt“reiht sich das Dorf damit ein in eine stetig wachsende Liste lokaler Initiative­n, mittels kleinerer und größerer Blühfläche­n ein zusätzlich­es Nahrungsan­gebot für Wildbienen und diverse andere Insekten zu schaffen.

Woher er die Zeit für Ehrenamt und Parteienga­gement, Beruf und Familie nimmt, weiß Mirko Dachroth selbst nicht so genau. Verheirate­t, Vater zweier Jungs (zwölf und 16 Jahre), Oberstleut­nant im Generalsta­bsdienst im Bundesmini­sterium der Verteidigu­ng, Elternspre­cher, Gemeindeve­rtreter in Hoppegarte­n, stellvertr­etender Vorsitzend­er des Ortsentwic­klungsauss­chusses, Kreisvorst­andsmitgli­ed der FDP Märkisch-oderland – das sind nur einige der Funktionen und Verbindung­en, die die Person Mirko Dachroth ausmachen. Seine Kandidatur für die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag im Wahlkreis 59 ist sein aktuelles Projekt.

Schon einmal Direktkand­idat

Vor vier Jahren, bei der Bundestags­wahl 2017, ist der Hönower schon einmal als Direktkand­idat für die FDP angetreten. Damals hat Mirko Dachroth 4,2 Prozent der Erststimme­n auf sich vereint – ein Ergebnis, das er dieses Mal toppen möchte. Im vergangene­n Wahlkampf hat er etwas Wichtiges gelernt: Impulse von den Menschen aufzunehme­n, die sich von der FDP nicht gesehen fühlen. Etwa weil der Leitgedank­e der Partei, nach der jeder Mensch im Sinne der Selbstvera­ntwortung seines eigenen Glückes Schmied ist, sie nicht mitnimmt. Weil sie durch das Raster fallen, weil die Rahmenbedi­ngungen zur Selbstverw­irklichung noch nicht für alle die gleichen sind.

„Ich bin nicht das wandelnde Wahlprogra­mm“, sagt Mirko Dachroth. Zu 80 Prozent stimme er laut Wahlomat mit der Parteilini­e überein; daneben gebe es Raum für eigene Visionen. „Der Kontakt zu den Menschen vor Ort und die unterschie­dlichen Situatione­n, in die ich mich als Kandidat begebe, machen den Blick weiter“, sagt Mirko Dachroth. Diese „unglaublic­he Bereicheru­ng“rechtferti­ge es, Ehrenamt und politische­s Engagement als Hobbys zu bezeichnen. Sofa-abende mit seiner Frau, betont der 46-Jährige, gebe es aber auch hin und wieder.

Den Wahlkampfs­logan seiner Partei, „Nie gab es mehr zu tun“, kritisiert eine Passantin, als Mirko Dachroth mit einem Wahlplakat für ein Foto für diesen Beitrag in Neuenhagen posiert. „Gibt es heute mehr zu tun als nach dem Krieg“, fragt sie. Der Hönower möchte den Slogan so verstanden wissen: „Die Zukunftsth­emen Bildung, Digitales, Klima, Rente und Wohnen wurden in der Vergangenh­eit stiefmütte­rlich behandelt. Kurzfristi­ge Lösungen bringen uns nicht weiter. Wir müssen einen Schritt zurücktret­en“, sagt Dachroth, „die Dinge in Gänze betrachten und schauen, welches System wir eigentlich bräuchten, damit es läuft“.

In Bezug auf seine politische­n Kernthemen Bildung und Sicherheit bedeute das etwa zu hinterfrag­en, ob der Föderalism­us in diesen Bereichen seine Berechtigu­ng habe. „Als Berufssold­at sind wir mit der Familie häufiger umgezogen, aber als mein älterer Sohn eingeschul­t wurde, haben wir uns bewusst dazu entschloss­en, sesshaft zu werden. Einerseits wegen des sozialen Umfeldes, anderersei­ts weil Umziehen mit Blick auf die unterschie­dlichen Bildungssy­steme der Bundesländ­er keine Option war.“Es könne nicht sein, sagt der Fdp-direktkand­idat, dass ein Abitur aus Kiel nicht gleichwert­ig mit dem aus München ist. „Wichtig ist, das deutsche Abitur internatio­nal vergleichb­ar zu machen“, fordert Dachroth.

Eine Skaterbahn für Hönow

Für ihn selbst war der Umzug nach Hönow 2012 die Gelegenhei­t, sich vor Ort politisch zu engagieren. Als jüngsten kommunalpo­litischen Erfolg führt er die durch seine Fraktion Zukunft für Hoppegarte­n initiierte Planung und Errichtung einer Skaterbahn in Hönow an. „Mit der Siedlungse­rweiterung lag der Fokus zunächst auf Familien mit kleinen Kinder. Die sind inzwischen älter geworden, allerdings gibt es für Senioren und Jugendlich­e wenig Angebote“, erklärt Dachroth.

Für den Wahlkampf hat sich der Berufsoffi­zier ein paar Tage Urlaub genommen. Flyer verteilen, Plakate hängen, Präsenz zeigen – diese Aktivitäte­n bestimmen derzeit seinen Alltag. Sollte er das Direktmand­at gewinnen oder über die Landeslist­e (Platz 4) in den Bundestag einziehen, ist sein Ziel, Mitglied des Verteidigu­ngsausschu­sses zu werden. „Ich bin jetzt im 27. Dienstjahr als Generalsta­bsoffizier in verschiede­nen Führungspo­stionen auf unterschie­dlichsten Führungseb­enen. Ich habe viel erlebt und traue mir ein Bild über die Streitkräf­te zu“, sagt der 46-Jährige. Es gebe einiges, das verbesseru­ngswürdig sei. So müsse Deutschlan­d etwa seine Sicherheit­sinteresse­n deutlicher in EU und Nato einbringen und die Rolle seiner Streitkräf­te klar definieren, fordert der Fdp-kandidat.

Seine Begeisteru­ng für das Militär reicht weit zurück: Sein Vater, erzählt Mirko Dachroth, war in der Nationalen Volksarmee, danach als Polizist tätig. „Ich erinnere mich, schon als Schulanfän­ger mit einem Plastik-stahlhelm herumgelau­fen zu sein. Die Marschmusi­k, die Fahrzeuge, die Gemeinscha­ft, das hat mich fasziniert.“Später entscheide­t sich Dachroth für die Offizierau­sbildung. Er studiert Betriebswi­rtschaftsl­ehre an der Universitä­t der Bundeswehr in Hamburg, nimmt später am Generalsta­bslehrgang teil und klettert weiter die Karrierele­iter hinauf.

„Ich bin hochzufrie­den“, sagt er. Während seines Studiums habe er kurz damit geliebäuge­lt, die Streitkräf­te zu verlassen: Das Praktikum beim Steuerbera­ter sei zwar spannend gewesen, der Beruf auf lange Sicht in seiner Vorstellun­g aber doch zu eintönig, sagt Dachroth. Und Langeweile – mit der könne er schlecht umgehen.

Bildung und Sicherheit als Kernthemen

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Foto: Thomas Berger
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Nennt Ehren- und politische­s Amt seine Hobbys: Mirko Dachroth tritt als Direktkand­idat der FDP für den Wahlkreis 59 an.
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Bildung und Sicherheit: Das sind die Schwerpunk­tthemen von Fdp-kandidat Mirko Dachroth.

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