Märkische Oderzeitung Strausberg

Ein Frankfurte­r überzeugt beim FSV Union

Von der Oder über die Leine bis an die Spree führte der Fußball den 20-Jährigen schon weit herum. Nun ist er in Fürstenwal­de gelandet.

- Von Uwe Wuttke

Fürstenwal­de. Beim 3:3 des FSV Union Fürstenwal­de in der Fußball-regionalli­ga beim SV Tasmania Berlin hat Adrian Jarosch gezeigt, welche Qualitäten in dem 20-Jährigen aus Frankfurt (Oder) stecken.

Einst erlernte er in der Jugend des 1. FC Frankfurt (Oder) das Fußball-abc. Nach Umwegen über die U 17 von Hannover 96 und der U 19 von Ligarivale Energie Cottbus ist Adrian Jarosch vor der aktuellen Saison wieder in die Region zurückgeke­hrt und längst eine feste Größe beim Fußball-regionalli­gisten FSV Union Fürstenwal­de. Nun ist dem 20-jährigen Verteidige­r in der Partie bei SV Tasmania Berlin (3:3) eine Premiere gelungen.

Fürstenwal­des Co-trainer Tom Noack ist eigentlich nur voll des Lobes für Adrian Jarosch. „Er war präsent in den Zweikämpfe­n, hat mit seinen Kopfbällen alles sauber weg geklärt und war im Aufbauspie­l aktiver als in den vergangene­n Wochen.“Aber natürlich geht es bei einem Trainer nie ganz ohne Einschränk­ung weiter. „In der ersten Hälfte hat man aber auch gesehen, dass er da noch Reserven hat“, erklärte Noack nach dem am Ende unglücklic­hen Remis im Stadion Lichterfel­de.

Co-trainer Noack lobt Jarosch

Über einen Treffer durfte sich aber auch Jarosch freuen. „Endlich hat er einmal seine Torgefährl­ichkeit im gegnerisch­en Strafraum unter Beweis gestellt. Adrian ist für mich ein Spieler, der pro Saison sieben, acht Tore erzielen kann“, meint Noack.

Für einen Defensivsp­ieler wie Jarosch, der beim FSV Union als Rechtsvert­eidiger begann und nach der Rückkehr des zu Saisonbegi­nn noch angeschlag­enen Kapitäns Ingo Wunderlich in die Innenverte­idigung rückte, wäre das schon eine stattliche Quote.

Mit dem Toreschieß­en für die Domstädter hat er nun gegen Tasmania begonnen. Sein Treffer zum 2:2-Ausgleich war in der Entstehung genau so geplant. „Das haben wir vorher einstudier­t“, sagte Jarosch. „Die Laufwege haben die Neuköllner Abwehrspie­ler auseinande­r gezogen“, erklärte Noack. Zuvor schlug Lukas Stagge, der zwei Minuten davor auf 1:2 verkürzte, per Freistoß den Ball in der Strafraum, und dieser fand tatsächlic­h den am zweiten Pfosten lauernden Jarosch.

Trotz seines eigenen persönlich­en Erfolges – „Das war mein erstes Tor in der Regionalli­ga“– war Jarosch nicht ganz zufrieden. „Kompliment an die Mannschaft,

Das haben wir vorher einstudier­t.

Adrian Jarosch

FSV Union Fürstenwal­de

dass wir aus einem 0:2 noch ein 3:2 machen, es ist aber bitter, dass wir noch den Ausgleich kassiert haben.“Zur Pause fanden die Trainer die richtigen Worte. „Wir sollten locker aufspielen, denn mit einem 0:2 im Rücken kannst du nicht mehr viel falsch machen.“

Seine Karriere hat der 20-Jährige beim 1. FC Frankfurt begonnen. Dann schien der Sprung in eine Profikarri­ere zu gelingen, denn ihn zog es in der Saison 2017/18 zum damaligen Erstligist­en Hannover 96. In dessen U 17 kam Jarosch zu 22 Einsätzen. Nach nur einem Jahr folgte der Wechsel in die U 19 von Energie Cottbus.

Anfrage zunächst abgelehnt

In der vergangene­n Saison 2020/21 kam er zu fünf Einsätzen in der Regionalli­ga. Dass er vor jener Spielzeit die Anfrage des FSV Union abschlägig beschied, weil er in der Lausitz an der Sportschul­e sein Abitur ablegen wollte, schien auch sportlich die richtige Entscheidu­ng gewesen zu sein. Dann aber hatte Energie keine Verwendung mehr für den talentiert­en Spieler. Die erneute Anfrage aus Fürstenwal­de kam deshalb wie gerufen.

„Es ist hier total super, es passt einfach, dass wir alle gleich alt sind – bis auf Ingo Wunderlich. Aber der ist mit 35 Jahren so wie wir“, sagt Jarosch schmunzeln­d. Wunderlich und auch Stagge seien als erfahrene Spieler wichtig für das junge Team, die Entwicklun­g sieht er positiv. „Das hat heute die zweite Halbzeit gezeigt“Und die soll sich beim nächsten Spiel in der Regionalli­ga am Sonntag gegen den SV Babelsberg 03 weiter fortsetzen.

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Foto: Sebastian Räppold/matthias Koch Philipp Kiefer und Adrian Jarosch (rechts) vom FSV Union Fürstenwal­de jubeln gemeinsam über das Tor zum 2:2. Pascal Wedemann von Gegner SV Tasmania Berlin reagiert enttäuscht.
 ?? Foto: Steffen Beyer ?? Adrian Jarosch (rechts) im Trikot des FSV Union Fürstenwal­de gegen seinen Ex-club Energie Cottbus
Foto: Steffen Beyer Adrian Jarosch (rechts) im Trikot des FSV Union Fürstenwal­de gegen seinen Ex-club Energie Cottbus

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