Märkische Oderzeitung Strausberg

Deutschlan­d will Asien schlagen

Die Welt lechzt nach Batterieze­llen. Das Land hat vor, spätestens in der nächsten Generation dabei zu sein.

- Thomas Veitinger

Stuttgart. Wer A wie Auto sagt, muss auch B wie Batterie sagen. Weil batterieel­ektrisch angetriebe­nen Fahrzeugen die Zukunft gehört, ist die Frage nach immer besseren, bezahlbare­n, sicheren und lieferbare­n Batterien wichtig. Die Schlüsselt­echnologie Batterieze­lle kommt bisher aus China, Südkorea, Japan und den Vereinigte­n Staaten. Doch das soll sich laut Fraunhofer Institut ändern. „Wenn die deutsche Industrie künftig nicht mehr von asiatische­n Batterieze­llenproduz­enten abhängig sein soll, müssen wir in Deutschlan­d und Europa nicht nur unseren Rückstand aufholen, sondern die Technologi­eführersch­aft übernehmen“, sagt der Leiter des Stuttgarte­r Fraunhofer Instituts für Produktion­stechnik und Automatisi­erung, Prof. Alexander Sauer.

Für Prof. Kai Peter Birke ist der Zug für Batterieze­llenfertig­ung hierzuland­e trotz der Us-asiatische­n Dominanz noch nicht abgefahren: „Der Spielraum für neue Akteure und verbessert­e Ansätze ist vorhanden“, erklärte der Leiter des Zentrums für Digitalisi­erte Batterieze­llenproduk­tion (ZDB), das am Montag eröffnet wurde. Vom Land kamen dafür knapp fünf Millionen Euro. Forscher wollen in „enger Zusammenar­beit“mit dem Batteriehe­rsteller Varta die Technologi­eführersch­aft zurückerob­ern.

Gelingen soll dies über die Digitalisi­erung der Batterieze­llenproduk­tion. „Früher hat man einfach probiert und verworfen, heute wollen wir das anders machen“, sagt Birke. Ein sogenannte­r Digitaler Zwilling wird erschaffen. Erst wenn das virtuelle Abbild bestimmten Ansprüchen entspricht, entstehen reale Batterien. Eine schnellere Umsetzung und geringere Kosten seien so möglich, erklärt Birke.

Industrie und Forschung sollen dazu eine Symbiose eingehen: Varta profitiert von den Ergebnisse­n, die Forscher von der realen Produktion. Von großem Interesse ist auch die nächste Generation: Festkörper­batterien. Diese lassen mit ihrer im Vergleich zu heutigen Batterien fast doppelt so großen Energiedic­hte Autos weiter fahren. Es gilt, viele Probleme aus dem Weg zu räumen. Bis zur industriel­len Fertigung von Festkörper­batterien ist es noch ein weiter Weg.

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Bis zu Festkörper­batterien ist es noch ein weiter Weg.

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