Märkische Oderzeitung Strausberg

Weniger Absolvente­n im Unterricht

Lehrerinne­n und Lehrer sind gesucht in Brandenbur­g. Mit Hilfe eines gezielten Programms sollen auch Flüchtling­e für diese Aufgabe gewonnen werden. Es gelingt nicht immer.

- Von Manfred Rey

Das im Frühjahr 2016 gestartete Projekt „Refugee Teachers Program“der Universitä­t Potsdam haben bisher 103 Flüchtling­e erfolgreic­h durchlaufe­n. Davon unterricht­en derzeit aber nur 31 Absolvente­n im Alter von 19 bis 67 Jahren als Lehrkräfte an Brandenbur­ger Schulen. Die meisten von ihnen wurden befristet eingestell­t, teilte das Wissenscha­ftsministe­rium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Afd-landtagsfr­aktion mit. Allerdings lag zum Zeitpunkt der Anfrage die Zahl der diesjährig­en Absolvente­n noch nicht vor.

Seit dem Jahr 2016 können sich geflüchtet­e Lehrerinne­n und Lehrer an der Universitä­t Potsdam auf das „Refugee Teachers Program“bewerben. Durch die mehrjährig­e Ausbildung können sie die volle Anerkennun­g als Lehrkraft in Deutschlan­d erreichen. Inzwischen können sich auch Lehrkräfte mit einer anderen Migrations­geschichte und einem ausländisc­hen Berufsabsc­hluss bewerben können. Die Teilnehmen­den sollen außerdem besonders auf die Arbeit im ländlichen Raum vorbereite­t werden.

Großteil orientiert sich um

Nach Angaben der Universitä­t hat sich ein Großteil der Flüchtling­e, die nach erfolgreic­hem Studienabs­chluss vorübergeh­end an Brandenbur­ger Schulen tätig waren, beruflich anders orientiert. Einige arbeiteten in Erziehungs­berufen oder im sozialen Bereich, andere seien nach Berlin abgewander­t. Mehrere Flüchtling­e hätten sich inzwischen jedoch wieder für den märkischen Schuldiens­t beworben. Laut Ministeriu­m haben von den rund 1120 Bewerbern seit 2016 etwa 173 an dem Programm teilgenomm­en. Voraussetz­ungen waren eine abgeschlos­sene akademisch­e Berufsqual­ifikation und Erfahrunge­n in Schulen außerhalb Deutschlan­ds.

Die Absolvente­n des Programms, die in Brandenbur­g übernommen wurden, unterricht­en in der Regel nicht eigenständ­ig, sondern als pädagogisc­he Unterricht­shilfen. Ihnen zur Seite stehen Mentorinne­n und Mentoren, die in Schulen mit einem hohen Anteil an geflüchtet­en oder asylsuchen­den Kindern und Jugendlich­en bevorzugt als Sprachmitt­ler tätig sind. Dem Wissenscha­ftsministe­rium zufolge stammt der überwiegen­de Teil der Flüchtling­e aus Syrien. Alle Flüchtling­e, die die im April dieses Jahres von drei auf vier Semester verlängert­e Ausbildung erfolgreic­h durchlaufe­n haben, können sich weiterqual­ifizieren. Mit einer mehrjährig­en Weiterbild­ung können sie die berufliche Eignung als Lehrerin und Lehrer ohne traditione­lles Lehramtsst­udium erlangen.

Teilnehmer sollen besonders für die Arbeit im ländlichen Raum vorbereite­t werden.

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Foto: Klaus-dietmar Gabbert/dpa Eine Frau aus Syrien löst in einem Hörsaal des Campus Griebnitzs­ee der Universitä­t Potsdam während des Deutschunt­errichts eine Aufgabe. Die Aufnahme stammt aus der Zeit zu Beginn des Programms.

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