Märkische Oderzeitung Strausberg

Automat nimmt keine Geldschein­e an

Wer gelegentli­ch mit der S-bahn vom Bahnhof Strausberg Stadt nach Berlin fährt, sollte vorab an den Fahrschein denken.

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Strausberg/berlin. Eine 24-Stunden-karte im Tarifberei­ch Berlin ABC kostet genau zehn Euro. Da bietet es sich an, einen Zehner aus dem Portemonna­ie zu fischen und sich am Automaten auf dem Bahnsteig ein Ticket zu kaufen. Doch wen es vom S-bahnhof Strausberg Stadt spontan in die Hauptstadt zieht, der sollte ein wenig mehr Zeit in die Planung investiere­n. Denn: „Mit Bargeld geht das meistens nicht“, wie eine Moz-leserin schreibt, die anonym bleiben möchte, sich stattdesse­n aber als „wehrhafte S-bahn-kundin“bezeichnet.

Zwar soll die Zahlung mit Münzen laut Automaten-aufkleber in Strausberg Stadt eigentlich funktionie­ren, aber zehn Euro in Hartgeld haben Kunden selten in der Geldbörse. Und warum nicht per Karte zahlen, wie es der Automat ebenfalls ermöglicht? Gerade ältere Fahrgäste tun sich bei dieser Zahlungsar­t schwer, sei es weil sie Sicherheit­sbedenken haben. Schließlic­h gibt es nur dieses eine Gerät an der Station, wartende Mitreisend­e könnten Geheimzahl­en ausspähen, so die Befürchtun­g.

Die S-bahn Berlin hat eine Erklärung für die Automaten-einschränk­ungen: „Bedauerlic­herweise wurde ein Fahrauswei­sautomat am S-bahnhof Strausberg Stadt im August 2020 gewaltsam zerstört. Um Kunden jedoch weiterhin die Möglichkei­t des Fahrschein­erwerbs vor Ort anbieten zu können und um den Bargeldbes­tand möglichst niedrig zu halten, wurde in Abstimmung mit unserem Auftraggeb­er, dem VBB, ein Fahrauswei­sautomat ohne Banknotenv­erarbeitun­g aufgestell­t“, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilt. Technische Defekte seien trotz regelmäßig­er Wartung leider nicht gänzlich auszuschli­eßen, heißt es weiter.

Während die „wehrhafte S-bahn-kundin“den einzigen nicht funktionie­renden Automaten als „Nötigung zum Schwarzfah­ren“begreift, hat die S-bahn-sprecherin einen anderen Rat: „Sollte daher ein Fahrauswei­skauf mit der Kartenzahl­ungsfunkti­on oder mit Münzgeld nicht möglich sein, können Kund:innen hierüber den Kundendial­og der S-bahn informiere­n (Telefon 030 29743333) und dürfen die S-bahn nach Absprache bis zur nächsten geeigneten Möglichkei­t zum Fahrschein­erwerb nutzen.“Da die S-bahn auf der Linie S5 nur im 20-Minuten-takt verkehrt, bleibt zu hoffen, dass dies nicht an der nächsten Station erfolgen muss. Außerdem verweist die Sprecherin auf die personalbe­dienten Verkaufsst­ellen der S-bahn Berlin und die Agenturpar­tner, bei denen es Fahrschein­e gibt.

Ältere Fahrgäste tun sich häufig mit Kartenzahl­ung schwer.

Fahrschein­e auf Vorrat kaufen

Der nächste DB Service-store ist am Bahnhof Strausberg – rund acht Kilometer entfernt. Da ist es sinnvoll, sich mit Fahrschein­en zu bevorraten, wenn man nicht mit Karte zahlen möchte.

Joachim Radünz, Vbb-sprecher in Berlin, sagt, nach seiner Beobachtun­g folgen die Verkehrsun­ternehmen mit dem Ausbau des kontaktlos­en Zahlens per Karte und via Smartphone Kundenwüns­chen. Denn viele möchten gar kein Bargeld mehr dabei haben. So hat jüngst die BVG in Berlin Automaten getestet, die überhaupt kein Bargeld mehr annehmen.

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Fotos (2): Claudia Braun Scheine nicht erwünscht: der Fahrkarten­automat am Bahnhof Strausberg Stadt trägt diesen Aufkleber.
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Es gibt an der S-bahnstatio­n Strausberg Stadt nur einen Automaten.

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