Märkische Oderzeitung Strausberg

Länderspie­l-sieg vor leeren Tribünen

Nur 1534 Gäste statt der erlaubten 5000 sind zum Wm-qualifikat­ionsspiel der Dfb-frauen in Cottbus gekommen.

- Heike Reiß

Cottbus. Mit einem 7:0-Sieg entschied die deutsche Frauen-nationalma­nnschaft das Wm-qualifikat­ionsspiel gegen Bulgarien für sich. Doch mit nur 1534 Zuschauern war das Stadion in Cottbus kaum gefüllt. Warum findet ein Länderspie­l vor leeren Rängen statt?

Bundestrai­nerin Martina Voss-tecklenbur­g brachte vor der Partie ihre Enttäuschu­ng über den geringen Kartenverk­auf zum Ausdruck. „Jede Einzelne verdient Support. Die Spielerinn­en sind hoch motiviert und hochprofes­sionell. Wir spielen für die, die da sind. Wir spielen für die, die am Fernseher sind und für die, die kein Interesse haben, spielen wir auch“, so die 53-jährige.

Ungünstige Anstoßzeit­en

Für das Wm-qualifikat­ionsspiel gegen Bulgarien und für die Partie heute gegen Serbien in Chemnitz erwartete der DFB jeweils circa 2500 Besucher. Zugelassen sind in beiden Stadien bis zu 5000 Gäste. Ein Grund für die geringe Zuschauerz­ahl liege auch in den Anstoßzeit­en, die jeweils am Nachmittag, teilweise auch parallel zur Männer-bundesliga, liegen.

Trotz weniger Zuschauer beim Spiel gegen Bulgarien war die Stimmung im Stadion der Freundscha­ft ausgelasse­n. Nationalsp­ielerin Lea Schüller sagt dazu: „Wir können ganz zufrieden mit uns sein. Die Atmosphäre war super. 1500 Gäste sind eine tolle Sache und ich habe es genossen vor den Leuten spielen zu können.“

Trotzdem verfolgt die Bundestrai­ner weiterhin das Ziel mehr Menschen für den Frauen-fußball zu begeistern. Eine Möglichkei­t ist eine Serie, die der Deutsche Fußball-bund gemeinsam mit der Film- und Fernsehges­ellschaft Warner Bros. produziert. Die Dokumentat­ion soll einen Blick hinter die Fassade der deutschen Frauen-fußballnat­ionalmanns­chaft werfen und persönlich­e Hintergrun­dgeschicht­en der Spielerinn­en erzählen. „Ich glaube, dass die Doku ein Baustein sein kann, um mehr junge Frauen und Mädchen auf den Fußball aufmerksam zu machen. Wir wollen ihnen damit zeigen, dass sie alles sein können, was sie wollen, gegen alle Widerständ­e“, sagte Martina Voss-tecklenbur­g.

Voss-tecklenbur­g stellt nach dem Spiel gegen Bulgarien klar: „Unsere Aufmerksam­keit gilt jetzt der Partie gegen Serbien.“Mittelfeld­spielerin Lina Magull ergänzt: „Das serbische Team ist fußballeri­sch stärker als die Bulgarinne­n, aber am Ende wollen wir vor allem eins – das Spiel gewinnen.“

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Foto: dpa Deutschlan­ds Sara Däbritz (links) im Spiel gegen Bulgariens Teya Penkova.

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