Bil­der­raub hin­ter Krem­mens Kir­che

240 Grund­schü­ler ha­ben auf dem Platz vor der Ni­ko­lai-Kir­che in Krem­men Mu­sik­thea­ter er­lebt.

Märkischer Zeitungsverlag Oranienburger Generalanzeiger - - GRANSEE/KREMMEN - Bu

Krem­men. Mat­thi­as Dill steht ent­spannt in der Son­ne. Er lehnt an der Haus­wand der al­ten Pfar­rei in Krem­men und um sei­nen Mund liegt ein leich­tes Schmun­zeln. Sein Blick geht über 120 Kin­der, die ge­bannt auf ei­ne klei­ne Büh­ne schau­en, die hin­ter der St-Ni­ko­lai-Kir­che auf­ge­baut wur­de. In ei­nem leich­ten Halb­rund sind Holz­bän­ke auf­ge­stellt, auf de­nen die Viert- bis Sechst­kläss­ler der Grund­schu­le Krem­men Platz ge­nom­men ha­ben.

Mat­thi­as Dill hat al­les rich­tig ge­macht, so­gar das Wet­ter. Der Lei­ter der Krem­me­ner Kan­to­rei und des Po­sau­nen­cho­res Krem­men-Ho­hen­bruch-Vel­ten or­ga­ni­siert die Kon­zer­te in der Kir­chen­ge­mein­de. Der Zu­fall woll­te es, dass dar­aus bei der ers­ten Ver­an­stal­tungs­ge­le­gen­heit der Kir­che seit Co­ro­na, gleich drei öf­fent­li­che Auf­trit­te mög­lich wur­den, ob­wohl nur ein Gig ge­plant war. „Als ich bei den Mu­si­ke­rin­nen an­ge­fragt ha­be, ha­ben sie ge­sagt, wir kön­nen auch mehr,“sagt Mat­thi­as Dill. Die Mu­si­ke­rin­nen sind das Sa­xo­phon-Quar­tett Sa­xo­nia und das Mehr ist der „Fall Sax“, ein Fan­ta­sie-Mu­sik-Kri­mi, dem die Grund­schul­kin­der am Vor­mit­tag bei zwei Vor­stel­lun­gen um 9.30 und 11.30 Uhr zu­hö­ren und mit­ma­chen konn­ten. Am Abend spiel­te dann auf sel­ber Büh­ne das Quar­tett ge­pfleg­ten Jazz und Film­mu­si­ken.

Zu­erst lie­ßen sich die Erst- bis Dritt­kläss­ler von der Ge­schich­te rund um Pri­vat­de­tek­tiv Ro­bert „Bob“Spen­cer ein­fan­gen. „Die hat­ten ih­re Spaß, sie ha­ben voll mit­ge­macht und ge­tanzt“, sagt Mat­thi­as Dill. Auch die grö­ße­ren Kin­der der Grund­schu­le ka­men beim zwei­tem Auf­tritt des Co­lom­bo-Ver­schnitts (ge­nau­so zer­knit­tert und un­aus­ge­schla­fen) auf ih­re Kos­ten. Sie hal­fen den „Fall Sax“zu lö­sen. Im­mer wenn der De­tek­tiv die Büh­ne ver­las­sen muss­te, um zum Bei­spiel den Tat­ort zu un­ter­su­chen, ein Bild wur­de ge­stoh­len, hat­te das Quar­tett Ge­le­gen­hei,t ihr Freu­de am ge­mein­sa­men Sa­xo­phon­klang vor­zu­füh­ren. Es kam aber auch vor, dass sich der De­tek­tiv das Mi­kro schnapp­te und an­fing zu sin­gen. Das hat­te dann Mu­si­cal-Cha­rak­ter.

Der De­tek­tiv wur­de von Joa­chim Holz­hey ge­spielt. Das Sa­xo­nia-Quar­tett sind Jo­han­na Jä­re­mo (So­pran- und Alt­sa­xo­phon), Ko­ra Rohr am Alt­sa­xo­phon, An­ja Schie­bold spielt das Te­nor­sa­xo­phon und Isa­bell Brück­ner auf dem Ba­ri­ton­s­a­xo­phon. Die Büh­ne ist zum ers­ten Mal zu ei­nem Kon­zert hin­ter die Kir­che ge­wan­dert. Sonst wur­de sie auf der an­de­ren Sei­te nach vorn hin, auf­ge­baut.

Doch der Platz zwi­schen dem Pfarr­haus und der Kir­chen­rück­sei­te bot ei­ne ku­sche­li­ge At­mo­sphä­re und an­ge­neh­me Akus­tik. Noch et­was, was Kan­tor Dill am Frei­tag rich­tig ge­macht hat.

Fo­to: Burk­hard Kee­ve

Im „Fall Sax“über­nimmt De­tek­tiv „Bob Spen­cer“das Heft des Han­dels.

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