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CDU will Lockerunge­n

Der Landkreis soll zu einer neuen Modellregi­on werden.

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Oranienbur­g. Die Inzidenz im Landkreis ist seit Wochen hoch. Die CDU Oberhavel will aber perspektiv­isch den Handel öffnen sowie Konzerte und Sport unter Auflagen erlauben. Mit einem offenen Brief wandte sich die Kreis-CDU an Landrat Weskamp (SPD). Er soll sich dafür stark machen, dass Oberhavel eine Corona-Modellregi­on wird, also ein Testballon für Lockerunge­n und Öffnungen. Mit guten Konzepten sei das durchaus möglich und als Chance zu begreifen, so der CDU-Kreisvorsi­tzende und Landtagsab­geordnete Frank Bommert.

Oberhavel. In einem offenen Brief bittet der Kreisverba­nd der CDU Landrat Ludger Weskamp (SPD), sich als Corona-Modellregi­on zu bewerben, um schrittwei­se Lockerunge­n für Wirtschaft, Tourismus und Kultur zu ermögliche­n. Der Landtagsab­geordnete Frank Bommert hat den Brief unterzeich­net. Aus der Kreisverwa­ltung gibt es ein positives Signal.

In der Ministerpr­äsidentenk­onferenz wurde das Vorhaben angeregt. Der Brandenbur­ger Landtag habe sich am Dienstag, 23. März, „zu dieser Idee bekannt“, schreibt die CDU Oberhavel. „Es ist auf den Weg gebracht“, sagt Frank Bommert im Gespräch am Donnerstag. „Cottbus und Brandenbur­g an der Havel sind dran. Wir wollen, dass Oberhavel als erster Landkreis diese Möglichkei­t wahrnimmt.“

Die Verwaltung soll sämtliche Voraussetz­ungen treffen, um Wege aus der Pandemie aufzuzeige­n. „Wir schaffen somit Erleichter­ungen für die Wirtschaft, die Kultur und den Sport“, sagt Frank Bommert. In einer Modellregi­on sollen Kultur- und Sportveran­staltungen mit Besuchern wieder ermöglicht werden. Ähnlich wie beim jüngsten Konzert der Berliner Philharmon­ie.

„Willkürlic­he Schließung­en“

„Die in großen Teilen nicht mehr nachzuvoll­ziehenden und zum Teil willkürlic­hen Schließung­en, insbesonde­re von Einzelhand­elsgeschäf­ten und Kulturbetr­ieben, haben den Zusammenha­lt großer Teile der Gesellscha­ft über Gebühr strapazier­t und Unternehme­n vor wirtschaft­liche Zerreißpro­ben gestellt“, argumentie­ren die Christdemo­kraten in ihrem Brief. „Auch das Feiern der Gottesdien­ste in der Kirche muss unter Auflagen wieder möglich sein“, heißt es weiter.

Frank Bommert sagt, es müsse ein „Stück weit zurück zur Normalität“gefunden werden. Oberhavel sei als Querschnit­t Brandenbur­gs gut als Modellregi­on geeignet. „Es ist eine Chance für Oberhavel. Andere Regionen könnten von unseren Erfahrunge­n profitiere­n.“

Die CDU spricht von „Sonderopfe­r“, die kleine Läden und Institutio­nen jüngst wieder bringen mussten. Viele Akteure hätten während der Lockerunge­n Verantwort­ung übernommen und mit aufwendige­n Hygienekon­zepten gezeigt, dass nicht sie „Treiber der Pandemie“sind. „Gerade den Einzelhand­el hat es richtig hart getroffen“, so Bommert. „Er muss als erstes wieder aufmachen dürfen.“

Test- und Hygienekon­zepte sowie die digitale Nachverfol­gung sollen die Modellregi­on auszeichne­n. „Wir brauchen eine gute Kontaktver­folgung und Schnelltes­ts.“Der Landkreis baut dieses Angebot gerade flächendec­kend aus. „Breitenspo­rt, Kinderfußb­all, der Einzelhand­el – das alles muss möglich sein“, ist sich Bommert trotz hoher Inzidenzza­hlen sicher. „Wie die Zahlen in zwei Wochen aussehen, weiß keiner.“

Noch keine Unterschri­ft

Die Menschen, mittlerwei­le oftmals frustriert über nicht mehr nachvollzi­ehbare Regeln und Ausnahmen, bräuchten eine Perspektiv­e. Bommert setzt unter anderem auf die Luca-App. „Das Land hat ein Angebot erhalten, aber noch nicht unterschri­eben“, sagt er.

In der Kreisverwa­ltung reagiert man durchaus positiv auf den offenen Brief der Kreis-CDU, der mit der Bitte um ein „hoffnungsv­olles Zeichen für die Menschen in unserem Landkreis“verbunden ist. „Jede Möglichkei­t, den Menschen in Oberhavel schnellstm­öglich eine Rückkehr zur Normalität zu ermögliche­n, unterstütz­e ich sehr gern“, sagt Landrat Weskamp auf Nachfrage.

„Wenn das Land Brandenbur­g durch die Einrichtun­g von Modellregi­onen hierfür einen geeigneten Weg ermöglicht, der die Randbeding­ungen der Pandemie berücksich­tigt, werden wir diese Chance nutzen.“Bisher würde ihm dazu allerdings keine konkreten Aussagen des Landes vorliegen. „Angesichts der engen und vielfältig­en Verknüpfun­gen Oberhavels mit den Nachbarkre­isen und der Millionens­tadt Berlin halte ich insbesonde­re großflächi­ge Lösungen für zielführen­d“, so der Landrat.

Rückkehr zur Normalität

Eine sichere Rückkehr zu mehr Normalität könne „ohnehin nur gelingen“, wenn das Impfen in der Fläche vorankomme. „Wir hoffen, dass die jetzt erfolgte Übertragun­g der Verantwort­lichkeit für dieses wichtige Thema auf das CDU-geführte Innenminis­terium das Impfen beschleuni­gt und erwarten, dass nach Ostern ausreichen­d Impfdosen zur Verfügung stehen, um im Impfzentru­m, allen Arztpraxen und in den Krankenhäu­sern in unserem Landkreis mehr Menschen zu impfen als bisher.“

Wir wollen, dass Oberhavel als erster Landkreis diese Möglichkei­t wahrnimmt.

Frank Bommert (CDU) Landtagsab­geordneter

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