Bon LIoc

Fleisch­los le­cker

Mallorca geht aus! - - Palma -

Ta­schen von Lou­is Vuit­ton, schi­cke Ein­rich­tungs­lä­den und ein deut­scher Star-Coif­feur – rechts und links des Pass­eig del Born, des von Sphin­xen be­wach­ten Bou­le­vards im Her­zen Pal­mas, fin­den sich nicht nur erst­klas­si­ge Ge­schäf­te. In den Sei­ten­gas­sen an der Pracht­stra­ße lo­cken ku­li­na­ri­sche Per­len – für das fest­li­che Abend­es­sen eben­so wie für den klei­nen Hap­pen zwi­schen­durch. Emp­feh­lens­wert ist das Bon LIoc, das sich auf fleisch­lo­se Ge­rich­te spe­zia­li­siert hat. Man­che sind so­gar ve­gan. Vor al­lem um die Mit­tags­zeit ist das Re­stau­rant ein an­ge­sag­ter Treff­punkt. Und da es qua­si im tou­ris­ti­schen Epi­zen­trum von Pal­ma liegt, tref­fen sich im Bon Lloc Jung und Alt aus al­ler Welt. 1979 wur­de das Bon Lloc als ers­tes ve­ge­ta­ri­sches Re­stau­rant Pal­mas er- öff­net und ist heu­te sel­ber ei­ne klei­ne Se­hens­wür­dig­keit. Denn es in­sze­niert ge­konnt die ka­ta­la­ni­sche Art des Ge­nie­ßens, den krea­ti­ven Um­gang mit ein­fa­chen Ge­rich­ten – und das al­les in un­ge­wöhn­li­chem In­te­ri­eur. Durch ein gro­ßes Flü­gel­tor aus dun­k­lem Ei­chen­holz be­tritt man ei­ne klei­ne Pas­sa­ge, von der aus man ins Re­stau­rant ge­langt. Tür­kis, Grün und Blau sind die do­mi­nie­ren­den Far­ben. Auf dem schwarz-weiß ge­mus­ter­ten Flie­sen­bo­den ste­hen klei­ne Bis­tro­ti­sche in Reih und Glied. Ru­he fin­det man hier nicht, da­für ur­ba­nes Le­ben mit ei­nem Spra­chen­ge­wirr aus al­ler Her­ren Län­der. Ne­ben uns be­ru­higt ei­ne jun­ge Spa­nie­rin ihr quen­geln­des Klein­kind, vis-à-vis plau­dern jun­ge Leu­te auf Fran­zö­sisch. Im Rü­cken tönt es Eng­lisch, und die Be­die­nung emp­fiehlt uns in ak­zent­frei­em Deutsch das Me­nü des Ta­ges. Kar­ten gibt es mit­tags nicht, le­dig­lich die gro­ße Schie­fer­ta­fel an der Wand. 14,50 Eu­ro pro Per­son kos­tet der ve­ga­ne Lunch, der in vier Gän­gen auf­ge­tra­gen wird. Pro Gang wer­den zwei Va­ri­an­ten zur Aus­wahl an­ge­bo­ten. Was­ser wird gra­tis ge­reicht und nach­ge­schenkt. Schon nach we­ni­gen Mi­nu­ten steht ein klei­ner grü­ner Blatt­sa­lat mit Nüs­sen und ge­grill­ten Zuc­chi­ni für mei­ne Be­glei­tung auf un­se­rem Tisch. Die zwei­te Va­ri­an­te der Vor­spei­se ist ein er­fri­schen­der, dick­flüs­si­ger Saft von Oran­gen und Him­bee­ren, den ich mir gön­ne. Lau­fend wird aus der Küche im Sou­ter­rain Nach­schub ge­lie­fert, der vom Pa­tron hin­ter der The­ke den Kell­ne­rin­nen zur wei­te­ren Ver­tei­lung zu­ge­wie­sen wird. Uns bringt man ei­ne sä­mi­ge Sup­pe aus pü­rier­tem Brok­ko­li mit Blu­men­kohl, ver­fei­nert mit Zi­tro­ne. Als Haupt­gang gibt es ge­ba­cke­ne Au­ber­gi­ne, an­ge­rich­tet auf ei­ner fruch­tig-wür­zi­gen To­ma­ten-Cre­me und al­ter­na­tiv da­zu ein Kar­tof­fel­gra­tin mit Oli­ven. Um schließ­lich das ku­li­na­ri­sche Quar­tett zu ver­voll­stän­di­gen, las­sen wir uns ei­ne Scho­ko-Kaf­fee-Cre­me und ei­ne Him­beertar­te schme­cken, bei­de mit ei­nem di­cken Klecks Man­delsah­ne le­cker de­ko­riert. Nach ei­nem sol­chen Lunch ist der wei­te­re Bum­mel zu den Se­hens­wür­dig­kei-

ten der Stadt durch­aus an­ge­ra­ten, will man auf sei­ne schlan­ke Li­nie ach­ten. Und wer Lust hat, kann dem Bon Lloc auch am Abend ei­nen Be­such ab­stat­ten. Dann gibt es Ro­hes, Ve­ga­nes und Ve­ge­ta­ri­sches à la car­te, bei­spiels­wei­se über­ba­cke­ne Au­ber­gi­ne mit Kres­se und Se­sam für acht Eu­ro, fal­sches Blu­men­kohl-Risot­to al­la mi­la­ne­se mit Früh­lings­ge­mü­se für neun Eu­ro oder Blät­ter­teig mit Nou­gat- und Ha­sel­nuss­fül­lung für sechs Eu­ro.

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