Du­ke

Gren­zen­los

Mallorca geht aus! - - Palma -

San­ta Ca­ta­li­na ist so et­was wie der ku­li­na­ri­sche Schmelz­tie­gel

Pal­mas. Hier rei­hen sich thai­län­di­sche Re­stau­rants an Piz­ze­ri­en, es gibt Pe­rua­ner, Me­xi­ka­ner, Chi­ne­sen, Ta­pas-Bars und ei­gent­lich so ziem­lich al­les, was man sich in ku­li­na­ri­scher Hin­sicht vor­stel­len kann. Das Du­ke bie­tet ir­gend­wie von al­lem ein biss­chen: Me­di­ter­ra­nes, Asia­ti­sches, Süd­ame­ri­ka­ni­sches. Und das ganz oh­ne den Stem­pel „Fu­si­on-Küche“, denn sämt­li­che der hier feil­ge­bo­te­nen Ge­rich­te ha­ben den An­spruch, mög­lichst nah am Ori­gi­nal zu sein. Das kommt nicht von un­ge­fähr, denn Be­sit­zer Juan­jo ist weit ge­reis­ter Sur­fer. Zu­sam­men mit sei­nem Part­ner und Koch Ron­ny, ei­nem in Deutsch­land auf­ge­wach­se­nen Grie­chen, der sei­ne Koch­kar­rie­re bis zur Er­öff­nung des Du­ke größ­ten­teils in vom Gui­de Mi­che­lin bes­tern­ten Re­stau­rants be­stritt, ver­ar­bei­tet Juan­jo die ku­li­na­ri­schen Ein­drü­cke sei­ner Trips im wahr­schein­lich be­lieb­tes­ten Re­stau­rant von San­ta Ca­ta­li­na. Ein­fach mal so rein­schau­en ist schwie­rig, denn oh­ne vor­he­ri­ge Re­ser­vie­rung ist zu­min­dest abends in der Re­gel kein Tisch zu be­kom­men. Die Stim­mung ist stets gut, der Sur­fer-Vi­be om­ni­prä­sent: mit Bil­dern von leicht be­klei­de­ten Sur­fer-Girls in den Toi­let­ten, mit Surf-Bret­tern an den Wän­den und coo­lem Sound aus den Bo­xen. Wir star­ten die ku­li­na­ri­sche Welt­rei­se in Pe­ru und be­stel­len zum Ce­viche-Trio erst ein­mal Pis­co Sour (acht Eu­ro), denn die Cock­tails des Du­ke zäh­len zu den bes­ten der Stadt. Na­tür­lich gibt es auch ei­ne an­stän­dig sor­tier­te Wein­kar­te, die wir hier aber ei­gent­lich im­mer ge­trost bei­sei­te le­gen. Das Drei­ge­stirn vom pe­rua­ni­schen Na­tio­nal­ge­richt ist ei­ne Wucht, und die Va­ria­tio­nen zei­gen ein­drucks­voll, was man auf der Ba­sis von in Li­met­ten­saft ma­ri­nier­tem Fisch so al­les an­stel­len kann (20 Eu­ro). Da wä­re ers­tens das am nächs­ten am Klas­si­ker an­ge­sie­del­te „Du­ke 09“mit ro­ten Zwie­beln, Avo­ca­do, To­ma­te auf ei­ner küh­len Erb­sen­sup­pe. Dann zwei­tens die schar­fe, me­xi­ka­nisch an­ge­hauch­te Ver­si­on „Whi­te De­vil“von der mal­lor­qui­ni­schen Do­ra­de – laut Kar­te Wild­fang – mit Knob­lauch, Chi­pot­le- und Ja­la­pe­ño­Chi­lis. Und drit­tens ein Shrimp-Ce­viche, das mit Cho­clo-Mais, Ba­si­li­kum, schwar­zem Knob­lauch und Man­go ei­nen fruch­ti­gen Twist er­hält. Sie wei­sen je­weils ei­ne völ­lig ei­ge­ne Cha­ra­te­ris­tik auf, ha­ben aber trotz­dem den ty­pi­schen Ge­schmack, den wir vom Ce­viche ken­nen und lie­ben. Von der Le­che de Tig­re, wie die klas­si­sche Ma­ri­na­de ge­nannt wird, bleibt in kei­ner der drei Schüs­sel­chen ein Trop­fen üb­rig. Da­nach tei­len wir uns ei­ne Por­ti­on wür­zi­ge Lamm­köf­te aus Ron­nys Hei­mat, ser­viert kn­ofe­li­gem Za­zi­ki, bes­tem Fe­ta­kä­se, Ka­la­ma­ta-Oli­ven und haus­ge­mach­ten Kar­tof­fel­chips (16,90 Eu­ro). Die Spie­ße sind scharf an­ge­grillt und in­nen noch leicht ro­sa, wie sich das ge­hört. Der Bur­ger ist eben­falls per­fekt me­di­um und wird mit sau­tier­ten Pil­zen so­wie ei­ner traum­haft cre­mi­gen Cas­he­wAio­li zwi­schen zwei knusp­ri­gen Brot­hälf­ten und mit hand­ge­schnit­te­nen Pom­mes ser­viert (16 Eu­ro). Wäh­rend ich mit dem rie­si­gen Bur­ger kämp­fe, hat mein Co-Tes­ter Spaß am Fang des Ta­ges, heu­te ein Do­ra­den­fi­let, das per­fekt auf der Haut­sei­te ge­bra­ten wur­de – es ist au­ßen kross und in­nen noch gla­sig – und von grü­nem Spar­gel und schwar­zem Reis be­glei­tet wird (Markt­preis, heu­te 22 Eu­ro). Für ein Des­sert bleibt nun wirk­lich kein Platz mehr, aber zum Glück gibt es die win­zi­gen Scho­ko­pra­li­nen mit Flor de Sal und Oli­ven­öl (zwei Eu­ro), so­dass wir trotz bers­tend vol­ler Mä­gen noch et­was Sü­ßes be­kom­men, be­vor wir uns an die Di­ge­s­tif-Cock­tails wa­gen. co­ni

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