Fest­mahl für Bie­nen

Ein Gar­ten muss nicht im­mer ge­plant sein. In Ni­en­borg bei Müns­ter ent­stand über Jah­re hin­weg ein wil­des Pflan­zen­pa­ra­dies.

Mein Landgarten - - Reportage - TEXT: Sy­bil­le Föll • FO­TOS: El­ke Bor­kow­ski/gar­den­pic­tu­restock

Marg­ret Wer­mert sitzt auf der klei­nen Holz­bank und ge­nießt die ers­ten Strah­len der Mor­gen­son­ne. „Ich mag die­sen Platz: mor­gens die Son­ne im Ge­sicht, abends im Na­cken. Und von hier aus kann ich den gan­zen Gar­ten über­bli­cken“, sagt sie lä­chelnd. Ein zir­ka 800 Qua­drat­me­ter gro­ßes wil­des Bio­top mit Obst­bäu­men und Bee­ren­sträu­chern, Stau­den und Kräu­tern, da­zwi­schen Wild­blu­men-In­seln. Ihr Kon­zept? „Es gibt kei­nes. Ich ha­be ein­fach ir­gend­wann an­ge­fan­gen, die Er­de vor un­se­rem Haus um­zu­gra­ben.“Ein un­frei­wil­lig neu ge­bau­tes Haus. Denn 2001 war das Heim der Schwie­ger­el­tern, in dem sie mit ih­rem Mann Hu­bert und den vier Kin­dern leb­te, ab­ge­brannt – ei­ne ein­ma­li­ge Chan­ce für ei­nen Neu­an­fang. Marg­ret lacht. „Kei­ner hat­te Lust, Ra­sen zu mä­hen, al­so ha­be ich Blu­men ge­pflanzt.“Von da an wuchs der Gar­ten von Jahr zu Jahr. Zwi­schen­durch er­leb­te sie al­ler­dings her­be Rück­schlä­ge: „Wir ha­ben un­se­re ei­ge­ne Was­ser­ver­sor­gung über Brun­nen und of­fen­bar gibt es Sal­z­a­dern im Grund­was­ser­be­reich. Das ha­ben ei­ni­ge Pflan­zen gar nicht ver­tra­gen“, er­zählt die Hob­by­gärt­ne­rin. Al­so ging sie da­zu über, nur noch sol­che zu set­zen und zu sä­en, die Tro­cken­heit gut ver­tra­gen. „Das Was­ser, das vom Him­mel kommt und das ich in der Re­gen­ton­ne sam­me­le, muss rei­chen.“Ent­stan­den ist ein El­do­ra­do

KIN­DER­STU­BE Hier zieht Marg­ret Ab­le­ger groß, z. B. Se­dum (oben). TAGTRAUM Die Bank für den lau­schi­gen Platz ist selbst ge­baut (1). HÜBSCH Vor­gar­ten mit Ko­ni­fe­ren, Fingerhut und Bo­den­de­ckern (2).

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