Ei­ni­ge Grund­la­gen

Meisterkurs SchwarzWeiß - - Die Wichtigsten Grundlagen -

So wer­den Sie die Far­ben los und ler­nen, die Welt statt­des­sen in Grau­stu­fen wahr­zu­neh­men.

Vie­le Fo­to­gra­fen be­vor­zu­gen Schwarz­weiß, weil die Ab­we­sen­heit von Far­ben ei­ne Sze­ne­rie ver­ein­facht und die Auf­merk­sam­keit stär­ker auf For­men, Kom­po­si­ti­on und auf das Licht lenkt. Es ist hilf­reich, un­se­re Wahr­neh­mung dar­auf­hin zu trai­nie­ren, Far­ben prak­tisch zu igno­rie­ren und statt­des­sen nach Va­ria­tio­nen von Licht und Ton­wer­ten Aus­schau zu hal­ten. Wer die Welt in Schwarz­weiß sieht, ach­tet ver­stärkt auf das Spiel von Licht und Schat­ten: wie Men­schen und Ob­jek­te be­leuch­tet wer­den, ob die­se Be­leuch­tung ge­nug Kon­trast zur Um­ge­bung bie­tet oder ob sich Mo­ti­ve sanft in ei­ne Sze­ne­rie ein­fü­gen.

Grau­stu­fen

Je­de Far­be wird in ei­nen be­stimm­ten Gr­au­ton um­ge­wan­delt. Ach­ten Sie al­so dar­auf, wie die­se Far­ben kon­tras­tie­ren oder in­ein­an­der ver­schmel­zen. Ei­ne ein­zel­ne Zi­tro­ne mag bei­spiels­wei­se toll in ei­ner Scha­le vol­ler Oran­gen wir­ken. Aber wenn al­le Far­ben feh­len, sticht sie kaum mehr her­vor. Da­mit Ob­jek­te in mo­no­chro­men Bil­dern klar her­vor­tre­ten, müs­sen sie im Kon­trast zu ih­rer Um­ge­bung ste­hen. Wie er­zeu­gen wir aber in Schwarz­weiß­por­träts sol­che Kon­tras­te? Im Grun­de ist es ein­fach: Wir ach­ten auf Lich­ter und Schat­ten. Bre­chen Sie ein Por­trät her­un­ter, und Sie fin­den zwei Haupt­ele­men­te: ein Sub­jekt und ei­nen Hintergrund. Meist soll sich das Mo­tiv klar vom Hintergrund ab­he­ben. In ei­nem Farb­fo­to fällt das leicht, aber in Schwarz­weiß­bil­dern hängt dies fast voll­stän­dig von der Be­leuch­tung ab. Steht Ihr Sub­jekt zum Bei­spiel im Schat­ten und der Hintergrund wird von der Son­ne be­strahlt, be­deu­tet der Un­ter­schied in der Be­leuch­tung, dass – wenn wir die Per­son kor­rekt be­lich­ten – der Hintergrund hel­ler wird.

Steht das Sub­jekt in der Son­ne und der Hintergrund liegt im Schat­ten, hebt sich Ihr Haupt­mo­tiv hell von ei­nem dunk­len Hintergrund ab. Den­ken Sie nicht nur dar­an, wie Ihr Mo­tiv be­leuch­tet wird, son­dern auch an die Ver­tei­lung des Lichts in der ge­sam­ten Sze­ne­rie, an das Ver­hält­nis

der Hel­lig­keit von Haupt­mo­tiv und Hintergrund und dar­an, wie ge­rich­te­tes Licht Spitz­lich­ter und Schat­ten er­zeu­gen kann.

Schar­fe Au­gen

Un­ab­hän­gig von der Farb­ge­bung soll­ten Sie ei­ni­ge Grund­re­geln be­ach­ten. Das wich­tigs­te De­tail in ei­nem Ge­sicht sind die Au­gen, und die­se soll­ten un­be­dingt scharf ab­ge­bil­det wer­den. Bei der Plat­zie­rung von Per­so­nen im Bildausschnitt soll­ten Sie Kom­po­si­ti­ons­re­geln wie die Drit­tel­re­gel be­ach­ten und si­cher­stel­len, dass das Licht zum Mo­tiv passt. Tech­ni­sches Wis­sen ist wich­tig, aber zu ei­nem gu­ten Por­trät ge­hört viel mehr.

Bei der Porträtfotografie geht es um die Ver­bin­dung zwi­schen Sub­jekt und Fo­to­graf – und dar­um, was die Be­tei­lig­ten ver­ste­cken oder zei­gen wol­len. Die bes­ten Por­träts ver­ra­ten et­was über den Por­trä­tier­ten, das über blo­ße Äu­ßer­lich­kei­ten hin­aus­geht. Des­halb pas­sen Schwarz­weiß und Por­träts auch so gut zu­sam­men. Schwarz­weiß­bil­der ver­mit­teln ei­ne

„Bei Por­träts geht es um die Ver­bin­dung zwi­schen Sub­jekt und Fo­to­graf – und dar­um, was ver­steckt oder ge­zeigt wird.“

Ehr­lich­keit, die mit Fa­be kaum zu er­rei­chen ist. Durch die Ent­fer­nung der Far­be neh­men Sie dem Be­trach­ter ei­ne wich­ti­ge vi­su­el­le Di­men­si­on zur In­ter­pre­ta­ti­on. Da­her wir­ken nicht au­to­ma­tisch al­le Por­träts bes­ser in Schwarz­weiß. Aber manch­mal len­ken Far­ben nur ab. Por­träts wer­den oft von drei Far­ben do­mi­niert: Haut­far­be, Haar­far­be und Hin­ter­grund­far­be.

Wir wis­sen in­tui­tiv, wie Hauttöne aus­se­hen, al­so be­nö­ti­gen wir nicht un­be­dingt die Farb­in­for­ma­ti­on da­zu. Und die meis­ten Haar­far­ben wie

Blond, Braun oder Schwarz kön­nen wir in Grau­stu­fen ge­nau­so gut er­ken­nen. Ist der Hintergrund oder die Klei­dung al­so nicht auf­fäl­lig ge­färbt, sind

Far­ben hier oft über­flüs­sig. So wird die Auf­merk­sam­keit des Be­trach­ters stär­ker auf Aspek­te wie Aus­druck, Per­sön­lich­keit oder Po­se ge­lenkt.

Manch­mal se­hen Sie so­fort, dass ein Bild in Schwarz­weiß bes­ser wir­ken wür­de, aber oft ist es ei­ne Sa­che des Ex­pe­ri­men­tie­rens. Wenn Sie die Welt erst ein­mal in Schwarz­weiß se­hen, fällt das leich­ter. Wäh­len Sie ein­fach ei­nen mo­no­chro­men Bild­stil in Ih­rer Ka­me­ra.

Un­ten Su­chen Sie nach Kon­tras­ten zwi­schen Sub­jekt und Hintergrund.

VOR­HER

Die Um­wand­lung in Schwarz­weiß lenkt die Auf­merk­sam­keit des Be­trach­ters di­rekt auf die Au­gen.

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