Kri­tik von Ver­bän­den an Hartz-IV-Satz

Meller Kreisblatt - - POLITIK - Von Ma­ri­on Trim­born

OS­NA­BRÜCK. Der Deut­sche Ca­ri­tas­ver­band und die evan­ge­li­sche Dia­ko­nie ha­ben die Bun­des­re­gie­rung für das Her­un­ter­rech­nen der Hart­zIV-Sät­ze kri­ti­siert. Bei­de Ver­bän­de ver­lan­gen deut­lich hö­he­re Sät­ze und ei­ne an­de­re Be­rech­nungs­me­tho­de.

Der Prä­si­dent der evan­ge­li­schen Dia­ko­nie, Ul­rich Li­lie, kri­ti­sier­te, dass der Ge­setz­ge­ber bei sei­ner Fest­le­gung des Re­gel­be­darfs für Hartz IV und So­zi­al­hil­fe bis zu 150 Eu­ro her­aus­ge­stri­chen ha­be. Li­lie sag­te: „Die de­fi­nier­te Ver­wei­ge­rung von sol­chen Ein­zel­an­sprü­chen hal­ten wir im An­satz für ver­fehlt, weil will­kür­lich und un­sach­ge­mäß.“

Ca­ri­tas-Prä­si­dent Pe­ter Neher kri­ti­sier­te, die Ab­sen­kung der Re­fe­renz­grup­pe auf die un­te­ren 15 Pro­zent der Haus­hal­te mit nied­ri­gem Ein­kom­men sei „nicht nach­voll­zieh­bar“. Es müs­se ei­ne „an­ge­mes­se­ne Be­rech­nung“ge­ben, „um da­mit den be­trof­fe­nen Men­schen die Teil­ha­be am Le­ben in der Ge­sell­schaft zu er­mög­li­chen“. Neher for­der­te ei­ne Er­hö­hung des Re­gel­be­darfs um min­des­tens 60 Eu­ro. Nach Be­rech­nun­gen der Dia­ko­nie liegt der tat­säch­li­che Be­darf für Al­lein­ste­hen­de und Al­lein­er­zie­hen­de so­gar um rund 150 Eu­ro hö­her – al­so müs­se der Satz 560,23 Eu­ro be­tra­gen. Bei Paa­ren zu­sam­men­ge­rech­net müs­se er 144 Eu­ro hö­her lie­gen. Die Bun­des­re­gie­rung hat laut ei­nem Be­richt des TV-Ma­ga­zins „Mo­ni­tor“in den ver­gan­ge­nen Jah­ren den Re­gel­satz für Hartz-IV-Emp­fän­ger sys­te­ma­tisch nach unten ge­rech­net. Auf die­se Wei­se spa­re sie jähr­lich rund zehn Mil­li­ar­den Eu­ro.

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