Be­wäh­rungs­pro­be

Meller Kreisblatt - - POLITIK - Von Uwe West­dörp u.west­do­erp@noz.de

Das Pro­blem ist alt­be­kannt, aber noch lan­ge nicht ge­löst. Min­des­tens 36 000 Stel­len sind in der Pfle­ge un­be­setzt. Das geht zu­las­ten der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und auf die Kno­chen der Pfle­ge­rin­nen und Pfle­ger, die tag­ein, tag­aus un­ter ho­hem Druck ih­rer schwe­ren Ar­beit nach­ge­hen.

Es ist des­halb gut, wenn der Pfle­ge­be­auf­trag­te Andre­as Wes­ter­fell­haus neu­en Schwung in die Per­so­nal­de­bat­te bringt. Wie wich­tig das ist, zei­gen auch die ak­tu­el­len Be­treu­ungs­zah­len, nach de­nen im­mer mehr Men­schen von der Pfle­ge- ver­si­che­rung pro­fi­tie­ren. Im Um­kehr­schluss be­deu­tet dies nicht nur wei­te­re Bei­trags­er­hö­hun­gen, son­dern auch ei­nen noch­mals stei­gen­den Per­so­nal­be­darf.

Wes­ter­fell­haus schlägt nun vor, ei­ni­ge Jah­re lang Prä­mi­en zu zah­len, um so zu­sätz­li­ches Per­so­nal zu ge­win­nen. Das kann si­cher nicht scha­den, än­dert aber nichts am grund­sätz­li­chen Pro­blem der schlech­ten Be­zah­lung in der Pfle­ge. Nicht nur ei­ni­ge we­ni­ge brau­chen mehr Geld, son­dern al­le – und das auch nicht nur ein­mal, son­dern dau­er­haft.

Flä­chen­ta­rif­ver­trä­ge wä­ren ei­ne gu­te Lö­sung. Doch ist es nicht so ein­fach, Ta­rif­ver­trä­ge für all­ge­mein­gül­tig zu er­klä­ren, wie Ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn glaubt. Denn die Mehr­zahl der Heim­trä­ger ist frei­ge­mein­nüt­zig wie die kirch­li­chen und be­harrt auf ei­ge­nen Re­geln. Spahn steht da­mit vor der ers­ten gro­ßen Be­wäh­rungs­pro­be als Mi­nis­ter.

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