Dr. Oet­ker wächst nur im Aus­land

Le­bens­mit­tel­um­sät­ze in Deutsch­land ge­sun­ken – Wei­te­re Über­nah­men ge­plant

Meller Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Von Ste­fan Schelp

BIE­LE­FELD. Auf die Un­ter­neh­mer­le­gen­de Ru­dolf Au­gust Oet­ker geht das Zitat zu­rück, mit dem er In­ves­ti­tio­nen in die Pro­duk­ti­on von Le­bens­mit­teln recht­fer­tig­te: „Ge­ges­sen wird im­mer.“Das stimmt nach wie vor. Al­ler­dings sind die Märk­te in Deutsch­land und Eu­ro­pa of­fen­bar ge­sät­tigt.

Um fast zwei Pro­zent auf 726 Mil­lio­nen Eu­ro sank 2017 der Um­satz der Dr. Au­gust Oet­ker Nah­rungs­mit­tel KG in Deutsch­land. Das Aus­land leg­te da­ge­gen um 1,8 Pro­zent auf 1,7 Mil­li­ar­den Eu­ro zu. Der Ge­samt­um­satz des Un­ter­neh­mens klet­ter­te ge­ring­fü­gig auf 2,43 Mil­li­ar­den Eu­ro im Ver­gleich zum Vor­jahr.

Weil in Deutsch­land das En­de der Fah­nen­stan­ge er­reicht ist, sieht sich das Un­ter­neh­men

im Aus­land, vor al­lem in Asi­en, nach Zu­käu­fen um. „Die ei­ne oder an­de­re Über­nah­me steht in Aus­sicht“, sagt Al­bert Christ­mann, Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung. An­fang des Jah­res hat­te Dr. Oet­ker Al­sa, ei­nen fran­zö­si­schen Her­stel­ler von Ba­ck­ar­ti­keln, über­nom­men. Au­ßer­dem si­cher­ten sich die Bie­le­fel­der 49 Pro­zent an der In­ter­nes­tor GmbH mit ih­rer Mar­ke Dei­neTor­te.de. Die Ber­li­ner Toch­ter Oet­ker Di­gi­tal star­te­te au­ßer­dem die In­ter­net­platt­form ba­cken.de.

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat Oet­ker rund 119 Mil­lio­nen Eu­ro in­ves­tiert, da­von 38 Mil­lio­nen in Deutsch­land und 81 Mil­lio­nen im Aus­land. Be­las­tet hat das Ge­schäft er­neut die Aus­ein­an­der­set­zung mit Han­dels­un­ter­neh­men. „In­fol­ge über­zo­ge­ner Er­war­tun­gen des Han­dels“, auf die sich Dr. Oet­ker nicht ha­be ein­las­sen kön­nen, sei es zu Aus­lis­tun­gen ge­kom­men. Weil Oet­ker-Pro­duk­te so­mit aus den Su­per­markt-Re­ga­len ge­räumt wor­den wa­ren, sei es zu „star­ken Men­gen- und folg­lich Um­satz­ein­bu­ßen“ge­kom­men. Das sei är­ger­lich, räumt Oet­ker-Spre­cher Jörg Schil­lin­ger ein. Das pas­sie­re „im­mer mal wie­der“.

Ne­ga­tiv auf den Um­satz hät­ten sich zu­dem die an­dau­ern­de Ab­wer­tung der tür­ki­schen Li­ra so­wie des bri­ti­schen Pfun­des nach der Br­ex­it-An­kün­di­gung aus­ge­wirkt.

Mi­ni­mal ge­sun­ken ist die Zahl der Mit­ar­bei­ter von 11 640 auf 11 617. An­ge­sichts der Schwie­rig­kei­ten sei das Ge­schäfts­jahr 2017 „ins­ge­samt or­dent­lich“ge­lau­fen, er­klärt Christ­mann. Da­mit führt er der Oet­ker-Ter­mi­no­lo­gie von „recht gut“über „zu­frie­den­stel­lend“und „aus­kömm­lich“ei­ne wei­te­re, bis­her noch nicht ver­wen­de­te Ka­te­go­rie hin­zu. Man sei „zu­frie­den“, über­setzt Schil­lin­ger – und lässt da­mit reich­lich In­ter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum. Zah­len zum Ge­winn hat Oet­ker noch nie ver­öf­fent­licht. An­ge­sichts ak­tu­el­ler Zah­len bli­cke Oet­ker aber „mit Zu­ver­sicht“in die Zu­kunft. Es ge­be ein or­ga­ni­sches Wachs­tum, das Mut ma­che für den wei­te­ren Jah­res­ver­lauf.

Fo­to: dpa

„Zu­frie­den“ist Dr. Oet­ker mit der mo­men­ta­nen La­ge laut ei­nem Spre­cher.

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