Ei­ni­gung im Streit um On­li­ne­an­ge­bo­te

Öf­fent­lich-Recht­li­che sol­len On­li­ne-Schwer­punkt in Be­wegt­bild und Ton ha­ben

Meller Kreisblatt - - VORDERSEITE -

BER­LIN Nach jah­re­lan­gen Ver­hand­lun­gen ha­ben sich öf­fent­lich-recht­li­che Rund­funk­an­stal­ten und Ver­la­ge un­ter Be­tei­li­gung der Po­li­tik auf ei­nen Kom­pro­miss bei der Aus­ge­stal­tung von On­li­ne­an­ge­bo­ten ver­stän­digt.

Der Streit zwi­schen öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­dern und Ver­le­gern ist ent­schie­den. Im Kern ging es um die Fra­ge, in wel­chem Um­fang ARD und ZDF im In­ter­net Tex­te ver­öf­fent­li­chen dür­fen. Of­fen ist die Fra­ge, wie der Rund­funk­bei­trag künf­tig fest­ge­legt wer­den soll.

BER­LIN Die On­li­ne-An­ge­bo­te von ARD und ZDF sol­len künf­tig ih­ren Schwer­punkt auf Be­wegt­bild und Ton le­gen. Das sieht der neue Tele­me­di­en-Staats­ver­trag für den Rund­funk vor, auf den sich die Mi­nis­ter­prä­si­den­ten am Don­ners­tag in Ber­lin ge­ei­nigt ha­ben.

Die öf­fent­lich-recht­li­chen An­ge­bo­te im In­ter­net sol­len sich so­mit deut­lich von de­nen der Zei­tungs- und Zeit­schrif­ten­ver­la­ge un­ter­schei­den. Die Ver­le­ger hat­ten im­mer wie­der kri­ti­siert, das Text­an­ge­bot der bei­trags­fi­nan­zier­ten öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­der in ih­ren Apps und auf ih­ren Web­sei­ten sei zu um­fang­reich und wett­be­werbs­ver­zer­rend. In Zwei­fels­fäl­len soll künf­tig ei­ne ge­mein­sa­me

Sch­lich­tungs­stel­le der Rund­funk­an­stal­ten und Ver­la­ge ent­schei­den, hieß es wei­ter.

Ei­nen Durch­bruch bei der Dis­kus­si­on um Än­de­run­gen bei der Fest­le­gung des Rund­funk­bei­trags gab es da­ge­gen nicht. Meh­re­re Bun­des­län­der hat­ten an­ge­regt, ihn

künf­tig an die Ent­wick­lung der In­fla­ti­ons­ra­te an­zu­pas­sen.

Das The­ma In­de­xie­rung ha­be kei­ne Rol­le ge­spielt, sag­te die rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin und Vor­sit­zen­de der Län­der-Rund­funk­kom­mis­si­on, Ma­lu Drey­er. Die Bun­des­län­der hät­ten in die­ser Fra­ge un­ter­schied­li­che Vor­stel­lun­gen, und die Dis­kus­si­on über Auf­trag und Struk­tur des öf­fent­lich-recht­li­chen Rund­funks sei noch nicht be­en­det. Wei­te­re Ge­sprä­che dar­über sol­len fol­gen, das The­ma bis De­zem­ber ab­ge­schlos­sen sein.

Au­ßer­dem be­schlos­sen die Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, die Sie­ben-Ta­ge-Re­gel bei den Me­dia­the­ken auf­zu­ge­ben. Sen­dun­gen der Öf­fent­lich-Recht­li­chen kön­nen da­mit län­ger als bis­her ab­ge­ru­fen wer­den. Da­mit soll auf ein ver­än­der­tes Fern­seh­ver­hal­ten re­agiert wer­den. Zu­schau­er kön­nen Sen­dun­gen künf­tig ein­fa­cher als bis­her un­ab­hän­gig vom Aus­strah­lungs­zeit­punkt an­se­hen und auch meh­re­re Fol­gen ei­ner Se­rie hin­ter­ein­an­der. Die For­de­rung nach ei­ner Ab­schaf­fung der Sie­ben-Ta­ge-Re­gel war seit Lan­gem ein An­lie­gen von ARD und ZDF.

Ma­thi­as Döpf­ner, Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands Deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger (BDZV), zeig­te sich er­freut, dass es ei­ne „jour­na­lis­ti­sche und kei­ne ju­ris­ti­sche“Ei­ni­gung im Dau­er­streit ge­ge­ben ha­be. Der ARD-Vor­sit­zen­de Ul­rich Wil­helm sag­te, dass es mit der Re­ge­lung „zum Teil Ver­bes­se­run­gen, Ver­ein­fa­chun­gen und Rechts­klar­heit“ge­be, die al­len zu­gu­te- kom­me.

Mehr zum Streit: le­sen Sie im In­ter­net auf noz.de/me­di­en

Fo­to: dpa

Die On­li­ne-An­ge­bo­te von ARD und ZDF sol­len ih­ren Schwer­punkt zu­künf­tig auf Be­wegt­bild und Ton le­gen.

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