Er­do­gan: Nach Wahl­sieg zu­rück zur Nor­ma­li­tät

Meller Kreisblatt - - POLITIK -

AN­KA­RA Der tür­ki­sche Staats­chef Re­cep Tay­yip Er­do­gan hat an­ge­kün­digt, nach den Prä­si­dent­schafts- und Par­la­ments­wah­len den Aus­nah­me­zu­stand auf­zu­he­ben. Wenn er am 24. Ju­ni „die Be­rech­ti­gung zum Wei­ter­re­gie­ren“er­hal­te, wer­de dies sein ers­ter Schritt sein, sag­te Er­do­gan in ei­nem TV-Interview. Die Tür­kei hat­te den Aus­nah­me­zu­stand im Ju­li 2016 nach dem ge­schei­ter­ten Putsch ver­hängt und seit­dem im­mer wie­der ver­län­gert. Im Ver­lauf wur­den mehr als 50 000 Men­schen ver­haf­tet und mehr als 140 000 wei­te­re ent­las­sen oder sus­pen­diert.

Ei­nen der Haupt­draht­zie­her des Putsch­ver­su­ches ver­mu­tet die tür­ki­sche Re­gie­rung in Deutsch­land. Es ge­be den „star­ken Ver­dacht“, dass sich Adil Ök­süz in Ber­lin auf­hal­te, sag­te In­nen­mi­nis­ter Sü­ley­man Soylu. Die Tür­kei for­dert die Aus­lie­fe­rung des Flüch­ti­gen, der ein en­ger Ver­trau­ter des in den USA le­ben­den Pre­di­gers Fe­thul­lah Gü­len sein soll. Die tür­ki­sche Re­gie­rung macht ihn und sei­ne An­hän­ger für den Putsch­ver­such ver­ant­wort­lich. Gü­len weist das zu­rück.

Der Fall könn­te die an­ge­spann­ten deutsch-tür­ki­schen Be­zie­hun­gen er­neut be­las­ten. Au­ßen­mi­nis­ter Mev­lüt Ca­vu­sog­lu hat­te am Mitt­woch ge­sagt: „Die­se Per­son ist ein Put­schist, und Deutsch­land ist sich des­sen sehr be­wusst.“

Der­weil ist die Be­tei­li­gung der in Deutsch­land le­ben­den Tür­ken an der Wahl eher ver­hal­ten. In den ers­ten sie­ben Ta­gen ga­ben 343 129 der 1,44 Mil­lio­nen Wahl­be­rech­tig­ten ih­re Stim­me ab, wie aus der Sta­tis­tik der Wahl­kom­mis­si­on her­vor­geht. Das ent­spricht sechs Ta­ge vor dem En­de der Ab­stim­mung im Aus­land ei­ner Quo­te von 23,8 Pro­zent.

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