Stra­te­gie muss Wir­kung zei­gen

Meller Kreisblatt - - WIRTSCHAFT - Von Ni­na Kall­mei­er n.kall­mei­er@noz.de

Nach der WM ist vor der WM, heißt es im Fuß­ball. Beim Hal­ler Mo­de-La­bel Ger­ry Weber ist der­zeit nach dem Per­for­man­cePro­gramm vor dem nächs­ten. Der Tra­di­ti­ons­kon­zern schafft die Kehrt­wen­de nicht, um wie­der in die Ge­winn­zo­ne zu kom­men. Wenn auch das nun ver­kün­de­te Pro­gramm nicht greift, dürf­te es in Hal­le fünf vor 12 sein.

Der nun ver­kün­de­te Maß­nah­men­ka­ta­log über­rascht nicht, er liest sich eher wie ein Nach­hil­fe­pro­gramm: Di­gi­ta­li­sie­rung vor­an­trei­ben, Kos­ten ein­spa­ren, schnel­ler und fle­xi­bler wer­den, die Kun­din in den Mit­tel­punkt stel­len. Die Lis­te zeigt: Ger­ry Weber hat mit sei­nen Kern­mar­ken die Zei­ten­wen­de im Tex­til­ge­schäft schlicht ver­schla­fen und den Draht zum Mo­de­ge­schmack der Kund­schaft von heu­te ver­lo­ren. Zu lan­ge ha­ben die Ver­ant­wort­li­chen auf alt­be­kann­te Mus­ter ge­setzt und zu Hoch­zei­ten zu arg ex­pan­diert. Mit den Aus­wir­kun­gen kämpft Ger­ry Weber nun seit Jah­ren, oh­ne ab­schlie­ßend das rich­ti­ge Mit­tel ge­fun­den zu ha­ben.

Da­bei zeigt der Zu­kauf von Hall­hu­ber, dass es auch an­ders geht – mit Um­satz­plus und schwar­zen Zah­len. Hier kup­fert man nun ab, gleicht Kon­zep­te ein Stück weit an. Ob das reicht, um auch bei den Kern­mar­ken Im­pul­se zu set­zen, wird sich En­de des Jah­res zei­gen. Wenn die neu­en Zie­le er­reicht – oder er­neut nach un­ten kor­ri­giert wer­den müs­sen.

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