Au­to­fah­re­rin stirbt bei Un­fall auf B 70

Pl­an­fest­stel­lung und öf­fent­li­che Aus­le­gung star­ten in Kür­ze

Meppener Tagespost - - VORDERSEITE - Von To­bi­as Bö­cker­mann

lj LIN­GEN. Ei­ne 74-jäh­ri­ge Au­to­fah­re­rin aus Mep­pen ist am Di­ens­tag­mit­tag bei ei­nem Un­fall auf der B70 zwi­schen der Stadt Lin­gen und Os­ter­b­rock ums Le­ben ge­kom­men. Die Frau war mit ih­rem Au­to auf gera­der Stre­cke mit ei­nem Lkw zu­sam­men­ge­sto­ßen.

Mit ei­nem öf­fent­li­chen In­fo-Markt ha­ben der Land­kreis Ems­land und die Nie­der­säch­si­sche Lan­des­be­hör­de für Stra­ßen­bau die Pl­an­fest­stel­lungs­un­ter­la­gen für den ers­ten Ab­schnitt der Eu­ro­pa­stra­ße 233 der Öf­fent­lich­keit vor­ge­stellt.

MEP­PEN. Der In­fo­markt fand am Di­ens­tag von 15 bis bis 20 Uhr im Mep­pe­ner Kos­se­hof statt und dien­te der Vo­rab­in­for­ma­ti­on. Spä­ter sind die mehr als 15 Ak­ten­ord­ner um­fas­sen­den Plan­un­ter­la­gen vier Wo­chen lang öf­fent­lich ein­seh­bar, dann auch im In­ter­net. Pri­vat­leu­te so­wie Trä­ger öf­fent­li­cher Be­lan­ge kön­nen dann sechs Wo­chen lang Ein­wen­dun­gen for­mu­lie­ren, die er­ör­tert und ge­ge­be­nen­falls bei den ab­schlie­ßen­den Pla­nun­gen be­rück­sich­tigt wer­den. Der Ter­min für die öf­fent­li­che Aus­le­gung steht aber noch nicht fest.

Land­rat Rein­hard Win­ter freu­te sich, dass sich vor dem Hin­ter­grund der Be­deu­tung des Ver­fah­rens al­le In­ter­es­sier­ten aus ers­ter Hand vor­ab über den Pla­nungs­stand des ers­ten Ab­schnitts zwi­schen der A 31 und der B 70 in Mep­pen in­for­mie­ren könn­ten. Er er­läu­ter­te, ge­mein­sam mit dem Land­kreis Clop­pen­burg sei man bei der Pla­nung weit vor­an­ge­kom­men, er hof­fe, mit wei­te­ren Pl­an­fest­stel­lungs­ver­fah­ren im kom­men­den Jahr star­ten zu kön­nen. Die Kreis­ver­wal­tung ge­he der­zeit wei­ter von Kos­ten in Hö­he von 719,1 Mil­lio­nen Eu­ro für die Ge­samt­tras­se aus. „So steht es im Bun­des­ver­kehr­we­ge­plan. Ei­ne an­de­re Zahl ken­nen wir nicht.“Al­ler­dings lie­ge es auf der Hand, dass es an­ge­sichts der fort­schrei­ten­den Zeit in­fla­ti­ons­be­dingt zu Kos­ten­stei­ge­run­gen kom­men kön­ne.

Pro­jekt­lei­ter Det­lev Thie­ke er­läu­ter­te bei ei­nem Rund­gang die fünf Sta­tio­nen des In­fo­markts. An Stand eins in­for­mier­te der Lei­ter der Stra­ßen­bau­be­hör­de Stand­ort Lin­gen, Klaus Ha­ber­land, über das Ge­samt­pro­jekt. Mep­pens Bür­ger­meis­ter Hel­mut Knur­bein, gleich­zei­tig Vor­sit­zen­der des Städ­te­rings Zwol­le-Ems­land, ver­wies auf die eu­ro­pa­weit ver­bin­den­de Wir­kung der Stra­ße und ih­re Be­deu­tung für die Wirt­schaft. An den wei­te­ren Sta­tio­nen ging es um die Be­las­tun­gen für die Um­welt, den Lärm­schutz, den Flä­chen­kauf und den Tras­sen­ver­lauf im De­tail. Hier ant­wor­te­ten die je­weils zu­stän­di­gen Pla­ner auf die Fra­gen der Bür­ger, die ab 15 Uhr re­la­tiv zahl­reich in den Kos­se­hof ka­men.

165 Hekt­ar bis Mep­pen

Für den ers­ten Ab­schnitt wer­den 165 Hekt­ar Land be­nö­tigt – 55 Hekt­ar für die deut­lich ver­brei­ter­te Tras­se selbst. 110 Hekt­ar be­nö­tigt man für die ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Aus­gleichs­maß­nah­men für den Scha­den an der Na­tur. Die­se fal­len auch des­halb so hoch aus, weil die Tras­se bei Ver­sen durch ein FFH-Ge­biet führt und da­mit durch ein Na­tur­schutz­ge­biet mit der höchs­ten Schutz­klas­se der EU.

Vor­ge­se­hen ist der Aus­gleich des Flä­chen­ver­brauchs und der Na­tur­schä­den an zwei zen­tra­len Stand­or­ten, näm­lich ei­ner künst­li­chen Halb­in­sel rund um das Na­tur­schutz­ge­biet Bor­ke­ner Pa­ra­dies und auf Flä­chen im Pa­pen­busch bei Bor­ken. Hier sol­len ge­bün­delt Na­tur­räu­me ge­schaf­fen wer­den, die dem frü­he­ren Bild der Ems­schlei­fen oder na­tur­na­her Wäl­der ent­spre­chen. Ei­ne Ein Vi­deo zum E-233In­fo-Markt in Mep­pen fin­den Sie im In­ter­net auf noz.de

Ver­tei­lung der Aus­gleichs­maß­nah­men auf vie­le de­zen­tral ge­le­ge­ne Flä­chen hät­te bei Wei­tem nicht den Ef­fekt für die Na­tur, heißt es von den Pla­nern. In die­sem Fall be­nö­tig­te man mehr Flä­che.

Al­ler­dings be­fin­den sich die für den Aus­gleich ins Au­ge ge­fass­ten Äcker noch im Be­sitz von Land­wir­ten – Ver­kaufs­ge­sprä­che lau­fen. Und das Amt für re­gio­na­le Land­ent­wick­lung in Mep­pen (ArL) ist wei­ter an Flä­chen­käu­fen ent­lang der ge­sam­ten Tras­se in­ter­es­siert.

Auch der Lärm­schutz dürf­te ein wich­ti­ges The­ma sein. Hier wird be­rech­net, wie hoch die Lärm­be­las­tung durch die neue Stra­ße im Jahr 2030 sein wird. Laut Be­rech­nung sind 65 Wohn­ge­bäu­de von Stra­ßen­lärm be­ein­träch­tigt, 54 da­von sol­len durch ei­ne Lärm­schutz­wand in Hö­he der Ver­sener Feu­er­stie­ge oder Wäl­le ge­schützt wer­den. Bei elf wei­te­ren Ge­bäu­den ist pas­si­ver Lärm­schutz et­wa durch neue Fens­ter kos­ten­güns­ti­ger als gro­ße Maß­nah­men. Be­wer­tet wird nur der Lärm der Stra­ße. Vor­han­de­ne Hin­ter­grund­be­las­tun­gen aus an­de­ren Quellen spie­len kei­ne Rol­le.

Die Bür­ger­initia­ti­ve Exit E233 ver­teil­te Fly­er mit ih­ren Ar­gu­men­ten ge­gen den Aus­bau.

Fo­to: To­bi­as Bö­cker­mann

Die vie­len Plä­ne und Kar­ten ha­ben sich zahl­rei­che In­ter­es­sier­te beim In­fo-Markt zur E 233 im Mep­pe­ner Kos­se­hof an­ge­schaut.

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