Wer schützt die Welt jetzt vor Trump?

Meppener Tagespost - - VORDERSEITE - Von Micha­el Cla­sen m.cla­sen@noz.de

Heu­ern und Feu­ern: Dass es im Wei­ßen Haus rup­pig zu­geht, dar­an hat­te man sich un­ter USPrä­si­dent Do­nald Trump ge­wöhnt. Doch der Raus­wurf von Rex Til­ler­son als Au­ßen­mi­nis­ter ist weit mehr als ei­ne Per­so­nal­ent­schei­dung. Mit dem bis­he­ri­gen CIA-Lei­ter Mi­ke Pom­peo wird ein kon­ser­va­ti­ver Hard­li­ner zum Chef des U.S. Sta­te De­part­ment be­för­dert, der vie­les kann, aber ei­nes si­cher nicht im Blut hat: Di­plo­ma­tie.

Hat­te der Ex-Öl­ma­na­ger Til­ler­son mit sei­ner um­sich­ti­gen und be­son­ne­nen Art auf so man­chen be­sorg­ten Eu­ro­pä­er die Wir­kung ei­nes Be­ru­hi­gungs­mit­tels, wird Pom­peo nicht ein­mal ver­su­chen, den ei­gen­wil­li­gen Trump zu be­sänf­ti­gen. Viel­mehr fällt mit Til­ler­sons Raus­wurf das letz­te Kor­rek­tiv, um die Welt vor Trumps all­zu im­pul­si­ven Ent­schei­dun­gen zu schüt­zen.

Das muss nicht zwangs­läu­fig schlecht sein oder gar in ei­ne Ka­ta­stro­phe füh­ren. Sie­he Russ­land, wo Trump im Un­ter­schied zu an­de­ren Kräf­ten in Washington kei­ne Kon­fron­ta­ti­on sucht. Oder Nord­ko­rea. Da wähn­ten Ex­per­ten die Welt be­reits am Vor­abend ei­nes Drit­ten Welt­kriegs. Nun steht ein his­to­ri­sches Tref­fen mit Macht­ha­ber Kim Jong Un an. Zur Dis­po­si­ti­on steht auch Ba­rack Oba­mas Iran-Atom­ab­kom­men. Pom­peo will wie Trump den Ein­fluss des Te­he­ra­ner Mul­lah­re­gimes im Mitt­le­ren Os­ten zu­rück­drän­gen. Das Ziel ist zu­min­dest nicht ver­kehrt.

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