Stüh­le­rü­cken in den Lan­des­mi­nis­te­ri­en

Gro­ße Ko­ali­ti­on nimmt per­so­nel­le Än­de­run­gen vor – Wirt­schafts- und Agrar­res­sort be­son­ders be­trof­fen

Meppener Tagespost - - NORDWEST - Von Klaus Wie­sche­mey­er

In vie­len Mi­nis­te­ri­en hat der Amts­an­tritt der neu­en Lan­des­re­gie­rung für Stüh­le­rü­cken ge­sorgt. Doch nicht nur dort, wo vie­le neue Stel­len ent­ste­hen, wird um­ge­baut. Auch im Agrar­res­sort sor­tiert die neue Che­fin um.

HANNOVER. Knapp vier Mo­na­te nach der Re­gie­rungs­bil­dung in Nie­der­sach­sen hat in vie­len Mi­nis­te­ri­en das Stüh­le­rü­cken ein­ge­setzt. Be­son­ders dort, wo die rot-schwar­ze Lan­des­re­gie­rung mas­siv neue Stel­len schafft, wird um­ge­baut. Das er­ge­ben die Ant­wor­ten der zehn Res­sorts und der Staats­kanz­lei auf ei­ne An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on.

Ins­be­son­de­re im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um von Bernd Al­t­hus­mann (plus 22 Stel­len) gibt es über den zu­sätz­li­chen Staats­se­kre­tär Ste­fan Muh­le hin­aus­ge­hen­de Ve­rän­de­run­gen: Die bis­he­ri­ge St­abs­stel­le B für Pla­nungs­be­schleu­ni­gung und Bür­ger­be­tei­li­gung wur­de auf­ge­löst, da­für kom­men zwei neue für Di­gi­ta­li­sie­rung und Bü­ro­kra­tie­ab­bau hin­zu. Aus der Re­fe­rats­grup­pe Zen­tra­le Di­ens­te wird ei­ne ei­ge­ne Ab­tei­lung, das Re­fe­rat „Po­li­ti­sche Ab­stim­mung“kommt neu hin­zu. Auch beim Per­so­nal dreht sich das Ka­rus­sell: Die Ab­tei­lungs­lei­tung In­dus­trie und Ma­ri­ti­me Wirt­schaft über­nahm Niels Kämp­ny aus dem Um­welt­mi­nis­te­ri­um, im Ge­gen­zug ge­hen die Re­fe­rats­lei­ter Chris­ti­an Hä­ge­le und Tors­ten Eu­le vom Wirt­schafts- ins Um­welt­res­sort.

Weil aus bis­her drei Ab­tei­lun­gen der Staats­kanz­lei mit 97 Voll­zeit­stel­len das neue Eu­ro­pa­mi­nis­te­ri­um wird, än­dert sich auch in der Re­gie­rungs­zen­tra­le Weils ei­ni­ges: Dem Ver­lust der 97 Stel­len steht der Auf­bau von elf neu­en ge­gen­über. Das neue Mi­nis­te­ri­um be­kommt ein per­sön­li­ches Bü­ro, ei­ne Pres­se­stel­le und ein neu­es Re­fe­rat für zen­tra­le Auf­ga­ben. Zu­sam­men mit ei­ni­gen wei­te­ren Stel­len kommt Mi­nis­te­rin Bir­git Ho­né (SPD) da­mit auf 170 Mit­ar­bei­ter, von de­nen 31 neu sind. Die an­de­ren kom­men aus der Staats­kanz­lei.

Agrar­res­sort im Um­bau

Zu den Häu­sern im Um­bau ge­hört auch das Agrar­mi­nis­te­ri­um von Bar­ba­ra Ot­te-Ki­nast (CDU). Die Land­wirt­schaft­ab­tei­lung hat der­zeit kei­nen Lei­ter, da der in die Raum­ord­nungs­ab­tei­lung ge­wech­selt ist. Der künf­ti­ge Chef der Ab­tei­lung über­nimmt ei­ne ver­än­der­te Ab­tei­lung: Das für öko­lo­gi­schen Land­bau und die Mo­or­ver­wal­tung zu­stän­di­ge Re­fe­rat 108 wird auf­ge­löst. Auch in den Stamm­re­fe­ra­ten 102 und 103 wird um­ge­räumt: Die Auf­ga­ben „Tier­pro­duk­ti­on und Milch­wirt­schaft“wan­dern von der 103 in die 102. In­tern wird zwar von „Schaf­fung neu­er Re­fe­ra­te“ge­spro­chen, auf Nach­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on spricht ei­ne Spre­che­rin al­ler­dings le­dig­lich von Ver­la­ge­rung. Ins­ge­samt pflügt Ot­te-Ki­nast ihr Mi­nis­te­ri­um an meh­re­ren Stel­len um: Zahl­rei­che Auf­ga­ben wer­den ver­la­gert, Re­fe­ra­te neu zu­ge­schnit­ten oder an­de­ren Ab­tei­lun­gen zu­ge­ord­net.

In vie­len an­de­ren Mi­nis­te­ri­en be­las­sen es die neu­en Haus­her­ren im Gro­ßen und Gan­zen bei der bis­he­ri­gen Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur oder sind noch in der Pla­nung: „Der in­ter­ne Pro­zess der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on ist noch nicht ab­ge­schlos­sen“, sagt ein Spre­cher von Kul­tus­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne (SPD). Si­cher ist aber, dass aus den bis­her vier künf­tig fünf Ab­tei­lun­gen wer­den sol­len, um der Dy­na­mik in früh­kind­li­cher Bil­dung, In­klu­si­on und Di­gi­ta­li­sie­rung ge­recht zu wer­den. Im Wis­sen­schafts­mi­nis­te­ri­um wer­den ei­ne St­abs­stel­le für Di­gi­ta­li­sie­rung und ein Bü­ro für die Ver­trie­be­nen­be­auf­trag­te Edi­tha West­mann ein­ge­rich­tet. Im Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um von Rein­hold Hil­bers gibt es nun – wie bei an­de­ren Häu­sern üb­lich – auch ein Mi­nis­ter­bü­ro.

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