Mehr Kon­se­quenz

Meppener Tagespost - - VORDERSEITE - Von Ni­na Kall­mei­er n.kall­mei­[email protected]

Es war ei­ne De­mons­tra­ti­on von Stär­ke: In ei­ner groß an­ge­leg­ten Raz­zia im Ruhr­ge­biet sind 1300 Ein­satz­kräf­te der Po­li­zei ge­gen Clan­kri­mi­na­li­tät – auch in Ver­bin­dung mit Shi­sha-Bars – vor­ge­gan­gen. Als Po­li­zei und letzt­lich als Staat ei­ne sol­che Prä­senz zu zei­gen war längst über­fäl­lig. Zu lan­ge wur­den Pro­ble­me igno­riert, und es wur­de zu­ge­schaut, wie die Struk­tu­ren kri­mi­nel­ler Groß­fa­mi­li­en und Or­ga­ni­sa­tio­nen wach­sen. Sie im Keim zu er­sti­cken ha­ben Si­cher­heits­be­hör­den schlicht ver­säumt. Nun pla­gen sie die Kon­se­quen­zen.

Den kla­ren Wor­ten des nord­rhein-west­fä­li­schen In­nen­mi­nis­ters, es gel­te nicht das Ge­setz der Fa­mi­lie, son­dern des Staa­tes, müs­sen wei­te­re Ta­ten und vor al­lem Er­fol­ge fol­gen. Ent­spre­chend darf die Raz­zia kei­ne ein­ma­li­ge An­ge­le­gen­heit blei­ben, wenn es ge­lin­gen soll, der Pro­ble­me Herr zu wer­den.

Dass zu­letzt im­mer häu­fi­ger auch mit gro­ßen Ak­tio­nen ge­gen Clans und Ma­fi­aOr­ga­ni­sa­tio­nen vor­ge­gan­gen wur­de, ist ein gu­tes Zei­chen und ein An­fang. Be­hör­den müs­sen aber auch im All­tags­ge­schäft re­agie­ren, um Er­fol­ge zu er­zie­hen. Den Fa­mi­li­en­or­ga­ni­sa­tio­nen muss der Geld­hahn zu­ge­dreht wer­den, denn Geld be­deu­tet Macht und Pres­ti­ge. Da­zu ge­hört, dass di­cke Fuhr­parks und Im­mo­bi­li­en, die wie zu­letzt in Ber­lin mit il­le­ga­len Gel­dern fi­nan­ziert wor­den sein sol­len, zu­neh­mend be­schlag­nahmt wer­den.

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