Knoll baut Sta­ti­on für Ost­se­e­pipe­line

Auf­trag von 32 Mil­lio­nen Eu­ro / Knoll blickt op­ti­mis­tisch in die Zu­kunft

Meppener Tagespost - - Vorderseit­e - Von Her­mann-Jo­sef Mam­mes

HAREN Der Bau der Erd­gas­pipe­line Nord Stream 2 von Russ­land nach Deutsch­land ist po­li­tisch nicht un­um­strit­ten. Gleich­wohl be­weist die Fir­ma Knoll aus Haren, dass sie sol­che Pro­jek­te sehr wohl er­folg­reich rea­li­sie­ren kann. Das Ge­samt­pro­jekt kos­tet laut ei­nem Kon­zern­spre­cher acht Mil­li­ar­den Eu­ro, da­von er­hält Knoll 32 Mil­lio­nen Eu­ro. Seit 2017 sind die Ems­län­der mit dem Bau der An­lan­desta­ti­on für das Erd­gas in Lub­min an der Ost­see be­schäf­tigt. Der Knoll-Auf­trag um­fasst zum ei­nen die Ho­chund Tief­bau­ar­bei­ten für die Mol ch emp­fangs­sta­ti­on in­klu­si­ve ei­nes Be­triebs-und Werk­statt ge­bäu­des. Für die Gas­ca­de Gas trans­port er­le­digt die­ems­län­di­scheB au fir­ma zu­dem Sta­ti­on s tief­bau ar­bei­ten­so­wi eden Bau von fünf Ge­bäu­den für die Gas­druck re­gel­mess sta­tio­nen. Hin­zu­kom­men di­ver­se Stra­ßen.

HAREN/LUB­MIN Wie be­reits beim Mam­mut­pro­jekt Nord Stream 1 von Russ­land nach Deutsch­land ar­bei­tet die Knoll Gm­bH & Co. KG aus Haren auch an der Erd­gas­pipe­line Nord Stream 2 an ent­schei­den­der Stel­le mit. Die In­ves­ti­ti­ons­kos­ten für den zwei­ten Pi­pe­line-Bau zur Erd­gas­för­de­rung von Sankt Pe­ters­burg (Russ­land) nach Lub­min an der deut­schen Ost­see­küs­te be­lau­fen sich auf acht Mil­li­ar­den Eu­ro.

Da­bei legt Nord-Stream-2Spre­cher Stef­fen Ebert Wert dar­auf, dass „auf dem Mee­res­bo­den der Ost­see zwei par­al­le­le Lei­tun­gen mit ei­ner

Län­ge von je­weils 1240 Ki­lo­me­tern ent­ste­hen“. Hier­von sei­en be­reits über 1400 Ki­lo­me­ter ver­legt wor­den.

Wie be­reits beim ers­ten Vor­ha­ben mit ei­ner Bau­zeit von Fe­bru­ar 2010 bis De­zem­ber 2013 sind auch die­ses Mal die Knoll-Be­schäf­tig­ten beim Bau der Erd­gas-Emp­fangs­sta­ti­on und Mol­ch­emp­fangs­sta­ti­on in Lub­min am Greifs­wal­der Bod­den über ei­nen langen Zei­t­raum im Ein­satz. Die neue und al­te An­lan­desta­ti­on sind nur durch den Ha­fen Lub­min von­ein­an­der ge­trennt. Wäh­rend je­doch das da­ma­li­ge Auf­trags­vo­lu­men der Ems­län­der bei 15 Mil­lio­nen Eu­ro lag, sum­miert es sich bei Nord­Stream

2 auf stol­ze 32 Mil­lio­nen Eu­ro.

Auf­trag­ge­ber sind die Nord Stream 2 AG und die Gas­ca­de Gas­trans­port Gm­bH. „Wir ha­ben 2017 den Auf­trag er­hal­ten“, sagt der ems­län­di­sche Un­ter­neh­mer Gerd Knoll in ei­nem Ge­spräch mit der Re­dak­ti­on. Zu­sätz­lich zu sei­nen „rund 50 ei­ge­nen Mit­ar­bei­tern vor Ort“sei­en für ihn noch wei­te­re 150 Be­schäf­tig­te von Su­b­un­ter­neh­men in Lub­min im Ein­satz. „Es ist wirk­lich ei­ne im­po­san­te Bau­stel­le.“Rie­si­ges Ge­län­de

Es han­de­le sich um ein über 20 Hekt­ar gro­ßesGe­län de. DerK­noll- Auf­trag um­fasst die Hoch-und Tief­bau ar­bei­ten für die Mol ch emp­fangs­sta­ti­on in­klu­si­ve ei­nes Be­triebs-und Werk­statt ge­bäu­des. Für die Gas­ca­de Gas trans­port Gm­bH er­le­digt die ems­län­di­sche Bau­fir­ma die Sta­ti­on s tief­bau ar­bei­ten­so­wi eden Bau von fünf Ge­bäu­den für die je­wei­li­gen Gas­druck re­gel­mess sta­tio­nen.

Da­bei be­an­spru­che der enor­me Druck von bis zu 220 bar, mit dem das Erd­gas von Russ­land nach Deutsch­land ge­presst wird, auch den Bau von spe­zi­el­len Fun­da­men­ten. „Sol­che Fun­da­men­te hat­ten wir bis­lang noch nicht ge­baut“, sag­te Gerd Knoll. Hier­zu wur­den ins­ge­samt

6500 Ku­bik­me­ter Be­ton ver­baut.

Im­po­sant sind aber eben­so die Zah­len zu den Tief- und Erd­ar­bei­ten, die Knoll im Vor­feld er­le­di­gen muss­te. Es wur­den 23 Hekt­ar Wald ge­ro­det und da­nach 150 000 Ku­bik­me­ter Bo­den be­wegt. Zu­sätz­lich zu den Grün­dungs­ar­bei­ten galt es für die bei­den Pi­pe­line-Ein­zü­ge ins­ge­samt Spund­wän­de im Um­fang von 4500 Qua­drat­me­tern zu set­zen. Auf dem Are­al ver­leg­te Knoll zu­dem 180 Ki­lo­me­ter Leer­roh­re und 80 Fer­tig­teil­schäch­te. Das Are­al er­hielt di­ver­se Stra­ßen mit ei­ner

Schicht aus 27 500 Qua­drat­me­tern As­phalt und 8000 Qua­drat­me­tern Pflas­ter.

Nach gut zwei­jäh­ri­ger Bau­zeit geht Gerd Knoll da­von aus, dass al­le Mit­ar­bei­ter En­de 2019/ An­fang 2020 ins Emsland zu­rück­keh­ren kön­nen. Ar­beit ge­be es ge­nug. „Wir ha­ben ei­ne her­vor­ra­gen­de Auf­trags­la­ge für ein Jahr im Vor­aus“, so Knoll. Die über 300 Be­schäf­tig­ten er­wirt­schaf­te­ten ei­ne jähr­li­che Bi­lanz­sum­me von 75 bis 80 Mil­lio­nen Eu­ro.

Stef­fen Ebert von Nord Stream 2 sag­te: „Die In­be­trieb­nah­me der Pi­pe­line ist

für En­de 2019 ge­plant.“Jähr­lich kön­nen dann ab 2020 über bei­de Lei­tun­gen 55 Mil­li­ar­den Ku­bik­me­ter Erd­gas von Russ­land nach Deutsch­land ge­för­dert wer­den.

Mit der Men­ge könn­ten im Jahr über 26 Mil­lio­nen Haus­hal­te ver­sorgt wer­den. Die Ost­se­e­pipe­line Nord Stream 1 ist eben­falls für die­sel­be Ka­pa­zi­tät aus­ge­legt, pump­te aber 2018 so­gar 58,8 Mil­li­ar­den Ku­bik­me­ter Gas von Russ­land nach Lub­min. Ziel ist es nach An­ga­ben von Stef­fen Ebert, die „wach­sen­de Erd­gas­lü­cke der Eu­ro­päi­schen Uni­on zu schlie­ßen“.

Fo­to: Fir­ma Knoll

Di­ver­se Ge­bäu­de er­rich­tet die Fir­ma Knoll aus Haren an der An­lan­desta­ti­on in Lub­min.

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