Nur ei­ne grü­ne PR-Idee

Meppener Tagespost - - Vorderseit­e - Von Ma­ri­on Trim­born

Der Mensch ist ein Ge­wohn­heits­tier – das gilt auch beim Ein­kau­fen. Viel­leicht packt ja wirk­lich je­mand das neu ge­kauf­te TShirt im La­den in den Ruck­sack oder in die Hand­ta­sche. Doch im Su­per­markt, wo der Kun­de für Plas­tik­tü­ten in­zwi­schen zah­len muss, grei­fen vie­le für Obst und Ge­mü­se, aber auch für klei­ne­re Ein­käu­fe zu kos­ten­lo­sen Hemd­chen­beu­teln. Tut es ir­gend­je­man­dem weh, wenn er da­für künf­tig ei­nen Cent zah­len muss?

Selbst der um­welt­be­wuss­te Ver­brau­cher, der auf Pa­pier­tü­ten und Baum­woll­beu­tel aus­weicht, macht viel­leicht et­was öko­lo­gisch Un­sin­ni­ges, oh­ne es zu wis­sen. Denn Pa­pier­tü­ten müs­sen – je nach Stu­die – min­des­tens drei­mal be­nutzt wer­den, Baum­woll­beu­tel min­des­tens 20-mal, bis sie ei­ne bes­se­re Um­welt­bi­lanz als Plas­tik­tü­ten ha­ben. Re

cy­cling­tü­ten aus Mais oder Zu­cker­rohr sind auch nicht per se bes­ser, weil sie sich schlecht in der Na­tur zer­set­zen und der An­bau vie­le Res­sour­cen kos­tet. Das zeigt: Die Sa­che ist kom­pli­ziert. Zu­dem sind Plas­tik­tü­ten mit ei­nem Pro­zent An­teil an al­len Plas­tik­ver­pa­ckun­gen nur ein Rand­phä­no­men. Was bringt es, Tü­ten mit Ge­büh­ren zu be­le­gen und gleich­zei­tig im­mer noch Sa­lat­gur­ken in Fo­li­en zu wi­ckeln oder Äp­fel ein­zu­schwei­ßen? Ja, es hängt am Ver­brau­cher, aber vor al­lem am Han­del. Al­di ist erst mal nur ei­ne grü­ne PR-Ak­ti­on ge­lun­gen, mehr nicht.

m.trim­[email protected]

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