Ar­beit statt Schu­le: 152 Mil­lio­nen Be­trof­fe­ne

Meppener Tagespost - - Vorderseit­e - Fo­to: imago images/Zi­aul Haque Ois­har­jh

DHAKA/GENF We­nig Hoff­nung auf ei­ne bes­se­re Zu­kunft: Akash, der auf ei­ner Werft in Ban­gla­desch ar­bei­tet, ist ei­nes von 152 Mil­lio­nen Kin­dern, die schuf­ten müs­sen, um zum Über­le­ben ih­rer Fa­mi­li­en bei­zu­tra­gen. Die­se Zahl nann­te das UN-Hilfs­werk Unicef ges­tern in Köln aus An­lass des heu­ti­gen „Welt­tags ge­gen Kin­der­ar­beit“. Fast die Hälf­te der Be­trof­fe­nen lei­de un­ter Ar­beits­be­din­gun­gen, die ge­fähr­lich oder aus­beu­te­risch sei­en.

HANNOVER Nie­der­sach­sens In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us hat sich ge­gen Be­mü­hun­gen um mehr Ab­schie­bun­gen nach Af­gha­nis­tan aus­ge­spro­chen. „Das ist ein Vor­schlag, den wir ak­tu­ell ab­leh­nen wer­den“, sag­te der Spre­cher der SPD-In­nen­mi­nis­ter. Zu dem Vor­stoß der uni­ons­ge­führ­ten Län­der und Ba­den-Würt­tem­bergs, ne­ben Ge­fähr­dern und Schwer­ver­bre­chern auch an­de­re Flücht­lin­ge ver­stärkt ab­zu­schie­ben, wer­de es so lan­ge kei­ne Zu­stim­mung der SPDRes­sort­chefs ge­ben, bis der La­ge­be­richt des Aus­wär­ti­gen Am­tes ei­ne ak­zep­ta­ble Si­cher­heits­la­ge er­ken­nen las­se. „Maß­stä­be wah­ren“

„Beim ver­ständ­li­chen Wunsch des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums, die Ab­schie­be­zah­len zu er­hö­hen, müs­sen wir un­se­re Maß­stä­be wah­ren und dür­fen kei­ne un­be­schol­te­nen Men­schen in Kri­sen­ge­bie­te zu­rück­schi­cken.“Die In­nen­mi­nis­ter von Bund und Län­dern ta­gen von heu­te bis Frei­tag in Kiel. Laut ei­ner Be­schluss­vor­la­ge sol­len Rück­füh­run­gen nach Af­gha­nis­tan wei­ter­hin mög­lich sein und sich auch in Zu­kunft nicht auf Ge­fähr­der, Straf­tä­ter und Iden­ti­täts­tau­scher be­schrän­ken.

Nach An­sicht von Bay­erns In­nen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) dür­fen Ab­schie­bun­gen nach Sy­ri­en nicht mehr grund­sätz­lich ta­bu sein. „Mein Ziel ist, dass wir, so­bald es ver­tret­bar ist, min­des­tens Straf­tä­ter und Ge­fähr­der nach Sy­ri­en ab­schie­ben“, sag­te der Mi­nis­ter ges­tern. Da­für wol­le er sich auf der In­nen­mi­nis­ter­kon­fe­renz ein­set­zen und ei­ne neue La­ge­be­ur­tei­lung der Bun­des­re­gie­rung for­dern. Auf der Kon­fe­renz soll laut Ta­ges­ord­nung zu­nächst aber der Ab­schie­be­stopp nach Sy­ri­en ver­län­gert wer­den. Herr­mann rech­net da­mit, dass Straf­tä­ter und Ge­fähr­der vom kom­men­den Jahr an nach Sy­ri­en zu­rück­ge­führt wer­den könn­ten. Er be­ton­te, dass nicht bei je­dem Ver­stoß ei­ne Ab­schie­bung dro­hen soll­te und die Flucht­ur­sa­che be­rück­sich­tigt wer­den müs­se. Von Ab­schie­bun­gen in kur­di­sche Ge­bie­te will er zu­nächst ab­se­hen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.