Ge­heim­tipp Da­ni­el Gün­ther

Meppener Tagespost - - Politik -

Ein idea­ler CDU-Kanz­ler­kan­di­dat ist hin­rei­chend wer­te­ori­en­tiert, dass er den kon­ser­va­ti­ven Flü­gel nicht pro­vo­ziert. Zugleich soll­te er mal ei­ne Wahl ge­won­nen ha­ben und Schwarz-Grün kön­nen. Scha­den wür­de es auch nicht, er stün­de für ei­nen Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel und wirk­te per­sön­lich ge­win­nend.

Er­füllt An­ne­gret Kram­pKar­ren­bau­er das? Ih­re poin­tier­ten ethi­schen Prin­zi­pi­en bil­den nach links ei­ne Soll­bruch­stel­le. Ju­gend­li­che Agi­li­tät strahlt sie nicht aus. Mit Schwarz-Grün wird sie nicht ver­bun­den. Ih­re Wort­bei­trä­ge sind häu­fig un­ge­lenk. Ge­nug Ein­wän­de, um ein Fra

ge­zei­chen hin­ter ih­re Kan­di­da­tur zu set­zen.

Si­cher­lich hat „AKK“auch ih­re Stär­ken. Schon auf den ers­ten Blick aber fal­len ei­nem drei Ver­tre­ter ein, die die Kri­te­ri­en wo­mög­lich bes­ser er­fül­len. Ar­min La­schet kommt aus dem ein­fluss­rei­chen Ver­band Nord­rheinWest­fa­len, eben­so wie Jens Spahn. Letz­te­rer zeig­te durch pro­vo­kan­te Vor­stö­ße in der ers­ten Pha­se als Mi­nis­ter, dass er Ra­dau ma­chen kann, und seit­her, wie man viel be­wegt. Ein Ge­heim­tipp wä­re Da­ni­el Gün­ther. Zwar konn­te der Re­gie­rungs­chef aus Kiel die Nord-CDU bei der Eu­ro­pa­wahl nicht vom Bun­des­trend ab­kop­peln. Trotz­dem passt sein Pro­fil, und Per­son und Stil kön­nen über­zeu­gen.

Der Wett­streit zwi­schen Fried­rich Merz, Spahn und „AKK“um den Vor­sitz soll­te der Par­tei Mut ma­chen, auch bei der Kanz­ler­kan­di­da­tur nicht auf ein tra­dier­tes Vor­recht zu set­zen. Ei­ne Ur­wahl hät­te ih­ren Charme.

[email protected]

Von Burk­hard Ewert

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.