EU will mäch­ti­ger wer­den Stra­te­gie­pa­pier steckt Agen­da bis 2024 ab / Schwer­punkt­the­men Kli­ma, Mi­gra­ti­on und Di­gi­ta­li­sie­rung

Meppener Tagespost - - Politik -

BRÜSSEL Die Eu­ro­päi­sche Uni­on will in den nächs­ten Jah­ren mehr Ein­fluss in der Welt ge­win­nen und sich Si­cher­heit, Wachs­tum und Kli­ma­schutz als Schwer­punk­te set­zen. Dies geht aus ei­nem Ent­wurf der Stra­te­gi­schen Agen­da bis 2024 her­vor, der der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­liegt. Die EU müs­se „selbst­be­wuss­ter und mäch­ti­ger wer­den“, heißt es dar­in. Nö­tig sei­en „mehr Res­sour­cen“– al­so mehr Geld. Die Tür für neue Mit­glie­der soll of­fen blei­ben.

Das für den EU-Gip­fel nächs­te Wo­che vor­be­rei­te­te fünf­sei­ti­ge Do­ku­ment schreibt im We­sent­li­chen die bis­he­ri­ge EU-Po­li­tik fort. Gro­ße Kurs­wech­sel oder kon­kre­te neue Initia­ti­ven sind nicht er­kenn­bar. Der Ent­wurf wird noch von den 28 Staa­ten de­bat­tiert und kann er­gänzt wer­den.

Beim The­ma „Auf­bau ei­ner kli­ma­freund­li­che­ren, grü­nen, fai­ren und in­klu­si­ven Zu­kunft“wird trotz der Kli­ma­pro­tes­te und der De­bat­ten im Eu­ro­pa­wahl­kampf kein neu­es Ziel ge­setzt. Der Ent­wurf ver­weist auf das Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men von 2015. Aber: „Die EU kann nicht al­lei­ne han­deln: Al­le Län­der soll­ten vor­an­schrei­ten und mehr für den Kli­ma­schutz tun.“Das Ziel der „Kli­ma­neu­tra­li­tät“wird ge­nannt – das be­deu­tet, dass aus der EU un­term Strich kei­ne neu­en Kli­ma­ga­se in die At­mo­sphä­re kom­men. Es wird aber kein Da­tum vor­ge­ge­ben.

Bei dem Schwer­punkt „Schutz für Bür­ger und Frei­hei­ten“wer­den die wirk­sa­me Kon­trol­le der Au­ßen­gren­ze und der Kampf ge­gen il­le­ga­le Mi­gra­ti­on un­ter­stri­chen, die be­reits seit 2015 EU-Prio­ri­tä­ten sind. Zum Dau­er­streit über ei­ne Asyl­re­form heißt es nur: „Wir sind ent­schlos­sen, ei­nen Weg bei der in­ter­nen Mi­gra­ti­ons- und Asyl­po­li­tik zu fin­den.“Be­tont wird der Kampf ge­gen Cy­ber­at­ta­cken und Des­in­for­ma­ti­on so­wie der Schutz von Rechts­staat­lich­keit. Zur „Stär­kung der wirt­schaft­li­chen Ba­sis“ver­weist der Ent­wurf auf den im­mer schnel­le­ren di­gi­ta­len Um­bau der Wirt­schaft, an dem die EU teil­ha­ben müs­se. Und: „Ge­braucht wird ei­ne am­bi­tio­nier­te­re, um­fas­sen­de und ko­or­di­nier­te In­dus­trie­po­li­tik.“

Beim The­ma „För­de­rung von Eu­ro­pas In­ter­es­sen und Wer­ten in der Welt“heißt es, in ei­ner zu­neh­mend un­si­che­ren und kom­ple­xen Welt müs­se die EU „hel­fen, die glo­ba­le Zu­kunft zu prä­gen“. Sie müs­se für Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und ei­ne re­gel­ba­sier­te Wel­t­ord­nung ein­tre­ten und als Bei­spiel der Zu­sam­men­ar­beit In­spi­ra­ti­on für an­de­re wer­den. Um mehr Ein­fluss zu ge­win­nen, müss­ten die EU-Po­si­tio­nen ein­heit­li­cher wer­den, und man müs­se sie ent­schlos­se­ner und mäch­ti­ger ver­tre­ten. Die Re­de ist von ei­ner ro­bus­ten Han­dels­po­li­tik und zu­sätz­li­chen In­ves­ti­tio­nen in Eu­ro­pas Ver­tei­di­gung.

Die Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on Gre­en­peace kri­ti­sier­te, dass die EU die Dring­lich­keit des Kli­ma­schut­zes igno­rie­re. „Die­se Lis­te wi­der­sprüch­li­cher Vor­schlä­ge legt na­he, dass die EU-Staa­ten-Len­ker dem Wirt­schafts­wachs­tum wei­ter Vor­rang ge­ben, wie sie es bis­her ge­tan ha­ben“, mo­nier­te Gre­en­peace-Eu­ropa­di­rek­tor Jor­go Riss.

Vor­be­rei­ten auf die Zu­kunft: Die EU steckt ih­re Stra­te­gie ab. Fo­to: dpa

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