Neu­er Pro­zess nach töd­li­chem Sex-Ver­bre­chen

Meppener Tagespost - - Nordwest -

VERDEN Knapp vier Jah­re nach dem töd­li­chen Se­xu­al­ver­bre­chen an ei­ner Frau in Reh­burg-Loc­cum wird der Pro­zess ge­gen ei­nen be­reits ver­ur­teil­ten Ver­ge­wal­ti­ger neu auf­ge­rollt. Im ers­ten Pro­zess hat­te das Land­ge­richt Verden den Ex-Pa­ti­en­ten des Maß­re­gel­voll­zugs 2017 we­gen Tot­schlags zu elf­ein­halb Jah­ren Haft und an­schlie­ßen­der Si­che­rungs­ver­wah­rung ver­ur­teilt. An­ge­hö­ri­ge der Ge­tö­te­ten poch­ten auf ei­ne Ver­ur­tei­lung we­gen Mor­des und wa­ren mit ih­rer Re­vi­si­on beim Bun­des­ge­richts­hof er­folg­reich. Die­ser rüg­te die Be­weis­wür­di­gung des Land­ge­richts als lü­cken­haft. Vom 24. Ju­ni an wird der Pro­zess er­neut in Verden ver­han­delt, wie das Ge­richt ges­tern mit­teil­te.

Im ers­ten Ver­fah­ren sah es das Ge­richt zwar als er­wie­sen an, dass der Mann die 23-Jäh­ri­ge bei ei­nem un­be­glei­te­ten Aus­gang aus dem Maß­re­gel­voll­zug im Sep­tem­ber 2015 im Klos­ter­wald bei Reh­burg ge­tö­tet hat­te. Zu­guns­ten des An­ge­klag­ten war das Ge­richt aber von frei­wil­li­gem Sex aus­ge­gan­gen, wo­nach der 51Jäh­ri­ge die Frau spon­tan aus un­kla­rem Mo­tiv er­würg­te. Nach dem Ur­teil der Bun­des­rich­ter be­rück­sich­tig­te das Land­ge­richt aber nicht das ty­pi­sche Vor­ge­hen des we­gen meh­re­rer Se­xu­al­de­lik­te ver­ur­teil­ten Man­nes. In drei Fäl­len hat­te er Zu­fallsop­fer teils bis zur Be­wusst­lo­sig­keit ge­würgt, um sich dann an den Frau­en zu ver­ge­hen.

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