Wenn die in­ne­re Uhr durch­dreht Wer in die Fer­ne reist, ris­kiert ei­nen Jet­lag. Was kann man da­ge­gen tun?

Meppener Tagespost - - Film -

spürt man häu­fig nach ei­nem län­ge­ren Flug. Mü­dig­keit und Kopf­schmer­zen kön­nen die Fol­ge sein.

OS­NA­BRÜCK

Die Welt ist un­ter­teilt in ver­schie­de­ne Zeit­zo­nen. Will man et­was von ihr se­hen, brin­gen genau die das kör­per­li­che Gleich­ge­wicht ganz schön durch­ein­an­der. Denn ein Langstre­cken­flug geht über Gren­zen – nicht nur die der Zeit. Er bringt un­se­ren all­täg­li­chen Le­bens­rhyth­mus in Tur­bu­len­zen.

Der Un­ter­schied zu je­nen Tur­bu­len­zen in der Luft ist aber, dass wir den so­ge­nann­ten Jet­lag erst nach ei­nem Flug spü­ren – wenn wir schon längst wie­der am Bo­den sind, und un­se­re Ge­sund­heit mit­un­ter auch. Denn die Fol­gen ei­nes Durch­flie­gens meh­re­rer glo­ba­ler Zeit­zo­nen kön­nen ex­tre­me Mü­dig­keit, Ab­ge­schla­gen­heit, Kopf­schmer­zen oder Schwin­del­ge­füh­le sein, die meh­re­re Ta­ge oder so­gar Wo­chen an­hal­ten. Des­halb ist es wich­tig, be­reits vor An­tritt des Flu­ges pro­phy­lak­tisch Maß­nah­men zu tref­fen und sich wäh­rend des Flu­ges so zu ver­hal­ten, dass die ge­sund­heit­li­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen mi­ni­miert wer­den kön­nen.

Um ge­gen ei­nen Jet­lag ge­wapp­net zu sein, emp­fiehlt es sich, sich in den Wo­chen vor dem Ab­flug in­ten­si­ver zu be­we­gen oder mehr Sport zu trei­ben als sonst. Zu­dem ist es hilf­reich, wenn sich Schritt für Schritt be­reits die Es­sens­zei­ten

de­nen des spä­te­ren Ziel­or­tes an­glei­chen las­sen. Da­bei kann es schon ziel­füh­rend sein, ein­fach mal ei­ne St­un­de oder meh­re­re St­un­den frü­her oder spä­ter als üb­lich die Mahl­zei­ten zu sich zu neh­men. Das­sel­be gilt für die Schla­fens­zei­ten. Schlaf­for­scher emp­feh­len, spä­tes­tens drei Ta­ge vor dem Flug je­den Abend ei­ne St­un­de frü­her oder spä­ter ins Bett zu ge­hen als am Tag zu­vor. Fliegt man Rich­tung Wes­ten, al­so mit der Zeit, wird die Schla­fens­zeit nach hin­ten ver­scho­ben. Geht es ge­gen die Zeit Rich­tung Os­ten, muss der Schlafrhyt­h­mus nach vor­ne an­ge­passt wer­den, al­so je­den Tag ein we­nig frü­her be­gin­nen.

Zu­dem soll­te man ei­ne Wo­che vor dem Rei­se­an­tritt da­mit be­gin­nen, gar kei­nen oder nur noch we­nig Al­ko­hol, da­für aber über den Tag ver­teilt mehr Was­ser zu trin­ken. Am Tag vor der Rei­se und am Rei­se­tag selbst soll­ten dann die sport­li­chen Ak­ti­vi­tä­ten wei­test­ge­hend ein­ge­stellt wer­den, da­mit der Kör­per Ru­he fin­det. Die braucht er näm­lich, um wäh­rend des Flu­ges ei­nen un­ge­stör­ten und er­hol­sa­men Schlaf fin­den zu kön­nen – ne­ben Ohr­stöp­seln oder Kopf­hö­rern und Au­gen­mas­ken. Es soll­te al­ler­dings dar­auf ge­ach­tet wer­den, nur dann zu schla­fen, wenn es auch am Ziel­ort be­reits Nacht ist. Um das wie­der­um

fest­stel­len zu kön­nen, muss die Uhr be­reits auf die dor­ti­ge Zeit um­ge­stellt sein. So­bald das Flug­zeug be­stie­gen wird, soll­te die Orts­zeit des Ziels gel­ten, um nicht nur den Kör­per, son­dern auch den Kopf und die Psy­che auf die Um­stel­lung vor­zu­be­rei­ten.

Was­ser und Be­we­gung

Auch und ge­ra­de in der Luft ist ei­ne ge­sun­de, leich­te Er­näh­rung mit mög­lichst viel Was­ser, Obst und Ge­mü­se und we­nig Koh­len­hy­dra­ten und Zu­cker wich­tig, um den Kör­per nicht noch zu­sätz­lich zu be­las­ten. Al­ko­hol und Kaf­fee ent­zie­hen dem Kör­per je­ne Flüs­sig­keit, die er drin­gend braucht, um spä­ter bes­ser und schnel­ler den Jet­lag hin­ter sich zu brin­gen. Schon bei ei­nem drei­stün­di­gen Flug ver­liert man bis zu ein­ein­halb Li­ter Was­ser. Das gilt es zu kom­pen­sie­ren und nicht noch zu be­för­dern. Auch blä­hen­de Spei­sen oder Soft­drinks soll­ten ver­mie­den wer­den, da sich die Luft im Bauch durch die Druck­ab­nah­me im Flug­zeug oh­ne­hin schon mehr dehnt als un­ter nor­ma­len Be­din­gun­gen. Der nied­ri­ge Luft­druck ver­än­dert auch das Ge­schmacks­emp­fin­den, wes­halb al­les, was scharf oder sal­zig ist, viel schwä­cher wahr­ge­nom­men wird als am Bo­den – auch ei­ne Er­klä­rung da­für, dass in Flug­zeu­gen et­wa To­ma­ten­saft bes­ser schmeckt und ent­spre­chend häu­fi­ger kon­su­miert wird als ir­gend­wo sonst.

Sau­er­stoff­man­gel in der kli­ma­ti­sier­ten Ka­bi­nen­luft be­güns­tigt ten­den­zi­ell Blut­hoch­druck, Herz­rhyth­mus­stö­run­gen oder an­de­re Er­kran­kun­gen des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems. Da­her ist re­gel­mä­ßi­ge Be­we­gung auch und ge­ra­de wäh­rend ei­nes Flu­ges wich­tig, um die Blut­zir­ku­la­ti­on in Schwung zu hal­ten. So­fern es mög­lich ist, soll­te man des­halb re­gel­mä­ßig auf­ste­hen und um­her­ge­hen – nicht nur, wenn man auf Toi­let­te muss. Aber auch klei­ne sport­li­che Übun­gen am Platz wie Krei­sen der Fü­ße oder Stre­cken des Rump­fes kön­nen be­reits hilf­reich sein. Mit der Ver­schie­bung des Ta­gNacht-Rhyth­mus nach vor­ne oder nach hin­ten geht in der Re­gel ein mit­un­ter er­heb­li­cher Schlaf­man­gel ein­her.

Wer im Flug­zeug al­so gut ent­span­nen und schla­fen kann, dem fällt das Durch­kreu­zen meh­re­rer Zeit­zo­nen leich­ter und kann die Nach­wir­kun­gen in Form ei­nes Jet­lags bes­ser in Schach hal­ten. Das gilt im Prin­zip für bei­de Rich­tun­gen, wenn­gleich Schlaf­for­scher fest­ge­stellt ha­ben, dass es dem Kör­per of­fen­bar leich­ter fällt, den Tag Rich­tung Wes­ten zu ver­län­gern als ihn mit ei­nem Flug Rich­tung Os­ten zu ver­kür­zen.

Ei­nen Jet­lag Fo­to: is­tock

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