Bun­des­li­gis­ten ho­len Quar­tett aus U 15 des JLZ Emsland Leip­zig, Schal­ke, Bre­men und Hannover neue Ver­ei­ne der Ta­len­te / „Ei­ne be­mer­kens­wer­te Quo­te“

Meppener Tagespost - - Emslandspo­rt - Von Uli Men­trup Von An­fra­ge über­rascht

MEP­PEN Die Ta­len­te vom Ju­gend­leis­tungs­zen­trum Emsland sind bei den Nach­wuchs­teams der Erst- und Zweit­li­gis­ten be­gehrt: Gleich vier Spie­ler aus der U15 wech­seln in die Schmie­den hö­her­klas­si­ger Clubs.

Si­mon Hoff­mann nimmt das An­ge­bot von RB Leip­zig an, Fin Tie­de­ken wech­selt zu Wer­der Bre­men, Sz­abolcs Szi­tai zu Hannover 96. Dass Yi­git Ka­ra­de­mir in die Knap­pen­schmie­de zu Schal­ke 04 zie­hen wird, steht seit ei­ni­gen Mo­na­ten fest.

„Das ist schon ei­ne be­mer­kens­wer­te Quo­te“, sa­gen JLZ-Lei­ter Win­fried Bud­de und U-15-Trai­ner Carsten Stam­mer­mann. Gleich vier Spie­ler aus ei­ner Mann­schaft zu ver­lie­ren, ist un­ge­wöhn­lich. Sie zu er­set­zen, wird nicht leicht, denn sie wä­ren in der neu­en Sai­son Stamm­kräf­te in den JLZ-Teams ge­we­sen. „Die U 15 hat als ers­tes JLZ-Team in der höchs­ten Li­ga, al­so der Re­gio­nal­li­ga, sport­lich den Klas­sen­er­halt ge­schafft“, sagt der Coach.

Der Ver­lust des Quar­tetts schmerzt. „Aber es ist auch ei­ne Aus­zeich­nung für die Ar­beit am JLZ Emsland“, weiß Bud­de. Die wer­de of­fen

bar von Erst- und Zweit­li­gis­ten wahr­ge­nom­men. Zu­dem stün­den den Ta­len­ten die Tü­ren zum JLZ je­der­zeit of­fen.

Si­mon Hoff­mann ist von der SpVgg Au­rich über Ki­ckers Em­den zum JLZ ge­kom­men. Von Au­rich nach Leip­zig sind es rund 500 Ki­lo­me­ter. Hoff­mann ist ein Tor­jä­ger. Er gilt als kalt­schnäu­zig, schießt beid­fü­ßig, ist kopf­ball­stark und kör­per­lich ro­bust.

Von der An­fra­ge aus Leip­zig wur­de der Stür­mer genau wie sei­ne El­tern über­rascht. Auch Va­ter Wer­ner, der sei­nen Sohn bei der Spiel­ver­ei­ni­gung von den Mi­nis bis zur D-Ju­gend trai­niert hat, zeig­te sich von den Mög­lich­kei­ten in Leip­zig an­ge­tan. „Das war

fas­zi­nie­rend.“Im Feed­backGe­spräch nach drei­tä­gi­gem Auf­ent­halt und ei­ni­gen Ein­hei­ten, dar­un­ter ei­ne im Sprint­ka­nal, zeig­ten die RBTrai­ner In­ter­es­se.

Zu­nächst be­ur­teil­ten Si­mon Hoff­mann und sei­ne El­tern die Per­spek­ti­ve aus al­len Rich­tun­gen. „Man gibt sei­nen 15-jäh­ri­gen Sohn ja nicht so ein­fach in an­de­re Hän­de“, er­klärt Wer­ner Hoff­mann. Doch Leip­zig hat­te die Fa­mi­lie über­zeugt. Si­mon Hoff­mann will sei­nem gro­ßen Traum vom Pro­fi­fuß­ball ein Stück nä­her kom­men. „Da­für hat er schon sehr viel in­ves­tiert“, sagt sein Va­ter.

Der Spie­ler hat schon in den U-10- und U-11-Ta­lent­teams von Wer­der Bre­men mit­ge­mischt. Mit dem Wech­sel vom Lan­des­li­gis­ten Em­den

zum Re­gio­nal­li­gis­ten JLZ wur­de die Be­las­tung deut­lich hö­her. Nach der Schu­le kommt Hoff­mann meist ge­gen 13.30 Uhr nach Hau­se. 16.30 Uhr wird er an den Trai­nings­ta­gen mit dem Au­to zum Bahn­hof nach Em­den ge­bracht, von wo er nach Mep­pen fährt. Kurz nach 22.30 Uhr kehrt er meist zu­rück. „Der Auf­wand wird jetzt ge­rin­ger“, sagt Wer­ner Hoff­mann. Sein Sohn wohnt künf­tig im In­ter­nat di­rekt am Sport­ge­län­de. Si­mon sei Rea­list und wis­se, wie groß der Sprung in den Pro­fi­fuß­ball sei. „Aber er will es ver­su­chen“, sagt Wer­ner Hoff­mann. An­ge­tan war er auch von der Ar­beit und der Un­ter­stüt­zung beim JLZ. „Das hat da Hand und Fuß.“

Fin Tie­de­ken spielt auf der lin­ken Sei­te. Er ist vom BV Gar­rel ge­kom­men, ver­fügt be­reits über Er­fah­rung im Wer­der-Ta­lent­team. „Er hat ge­ra­de in der Rück­run­de sei­ne Klas­se ge­zeigt“, er­klärt Stam­mer­mann. Beim 4:1 ge­gen Pa­lo­ma Ham­burg er­ziel­te er gleich zwei Tref­fer.

Sz­abolcs Szi­tai „kann of­fen­siv al­le Po­si­tio­nen spie­len“, sagt Stam­mer­mann. Zu­meist läuft er links vorn auf. Der vom VfL WE Nord­horn ge­kom­me­ne Spie­ler hat ge­ra­de erst ei­ne Ein­la­dung vom Deut­schen Fuß­ball-Bund zu ei­nem Lehr­gang er­hal­ten. Beim Sich­tungs­tur­nier in Kai­serau zähl­te er in der U14-Aus­wahl des Nie­der­säch­si­schen Fuß­ball­ver­ban­des zu den auf­fäl­ligs­ten Ak­teu­ren. „Das ist die Krö­nung ei­ner er­staun­li­chen Bi­lanz in der U 15“, sagt Bud­de.

U-15-Ka­pi­tän Yi­git Ka­ra­de­mir wech­selt als ers­ter Spie­ler in die Knap­pen­schmie­de von Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner Schal­ke 04. Auch er kommt vom VfL WE Nord­horn und ist viel­sei­tig ein­setz­bar. Häu­fig spiel­te er auf der Acht, er selbst nennt die Sechs und die In­nen­ver­tei­di­gung als Lieb­lings­po­si­ti­on. Er war schon bei ei­ner Sich­tung des DFB und war­tet auf sein ers­tes Län­der­spiel.

Ab­schied vom JLZ Emsland und Trai­ner Carsten Stam­mer­mann neh­men Si­mon Hoff­mann, Sz­abolcs Szi­tai, Fin Tie­de­ken und Yi­git Ka­ra­de­mir (v.l.). Fo­to: Men­trup

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