Es­kor­te für En­ten

Meppener Tagespost - - Sport -

Von ei­ner un­ge­wöhn­li­chen Ret­tungs­ak­ti­on hat mir ei­ne Be­kann­te aus dem Ruhr­ge­biet er­zählt. Als sie neu­lich in der Fuß­gän­ger­zo­ne ih­res Stadt­teils un­ter­wegs war, wat­schel­te da tat­säch­lich ei­ne Wild­ente ent­lang – und ih­re drei Kü­ken hin­ter­drein. Wenn­gleich der Fluss, der der Re­gi­on den Na­men gibt, nur we­ni­ge Hun­dert Me­ter ent­fernt ist, war es nicht er­sicht­lich, wie und war­um die ge­fie­der­ten Aus­flüg­ler über­haupt in die Ge­schäfts­stra­ßen ge­langt wa­ren – und ob sie es zu­rück zum Fluss­ufer schaf­fen wür­den. In des­sen Rich­tung mar­schier­te die En­ten­fa­mi­lie näm­lich un­be­irrt, wo­bei sie ge­ra­de­wegs auf ei­ne vier­spu­ri­ge Stra­ße zu­hielt und sich nicht dar­an stör­te, dass es genau dort kei­nen Fuß­gän­ger­über­weg gab. Kur­zer­hand be­schlos­sen mei­ne Be­kann­te, ein jun­ger Rad­fah­rer und ei­ne wei­te­re Pas­san­tin, hier zu hel­fen. Vor­sich­tig be­tra­ten sie die Fahr­bahn und si­gna­li­sier­ten den Au­tos, doch bit­te kurz an­zu­hal­ten, um der ge­fie­der­ten Rei­se­grup­pe Vor­rang zu ge­wäh­ren. Das ta­ten dann auch al­le oh­ne Hu­pen oder an­de­res Miss­fal­lens­be­kun­den. Der Plan funk­tio­nier­te: Von der an­de­ren Sei­te aus wa­ren es nur noch ein paar Me­ter zum Ruh­ru­fer, wo sich die Was­ser­vö­gel wie­der in ihr Ele­ment be­ga­ben. Zu­vor aber dreh­te sich die En­ten­mut­ter um und schnat­ter­te den Be­glei­tern zu. Wie zum Dank für de­ren freund­li­che Es­kor­te.

Tschüss! Eu­er Zei­tungs­bo­te Wil­lem

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