Die Furcht des Ang­lers vor dem Wolf Fest­vor­trag bei Ju­bi­lä­ums­fei­er des Läh­de­ner An­gel­sport­ver­eins

Meppener Tagespost - - Haselünne / Samtgemein­de Herzlake - Von Mar­tin Rein­holz

LÄHDEN Der Vor­sit­zen­de des An­gel­sport­ver­eins Mit­tel­rad­de-Mit­te Lähden, Wil­li Ro­he, hat in ei­nem Fest­vor­trag wäh­rend der Ju­bi­lä­ums­fei­er des Ver­eins (wir be­rich­te­ten) des­sen Ent­wick­lung be­schrie­ben. Da­bei ging er auch auf die ak­tu­el­le Ent­wick­lung der Wolf­s­po­pu­la­ti­on in Lähden ein und sprach von „gro­ßen Sor­gen“der Ver­eins­mit­glie­der.

Der ers­te Fi­sche­rei­ver­ein wur­de schon vor über 2000 Jah­ren ge­grün­det, stellte Vor­sit­zen­der Wil­li Ro­he in den Raum. „Die­sen Ver­ein gibt es im­mer noch“, sag­te er und wies dar­auf hin, dass es zahl­rei­che In­for­ma­tio­nen dar­über in der Bi­bel zu le­sen ge­be. Da­her rüh­re der bis heu­te ge­bräuch­li­che Be­griff der „Pe­tri­jün­ger“für die Ang­ler.

Ers­ter Ver­eins­vor­sit­zen­der und Mit­grün­der des Ver­eins war Ernst Ri­cker­mann, der „die Fun­da­men­te un­se­res Ver­eins ge­formt hat“, be­rich­te­te Ro­he. Ri­cker­mann war von 1969 bis 1987 Vor­sit­zen­der. Ihm folg­te Reinhard Her­bers, der bis 1998 die Ge­schi­cke des Ver­eins lei­te­te. Bis 2016 war dann der jet­zi­ge Eh­ren­vor­sit­zen­de Paul Bo­we Vor­sit­zen­der.

Der Läh­de­ner An­gel­sport­ver­ein ha­be sich in sei­nen 50 Jah­ren durch ei­ne ho­he Kon­ti­nui­tät aus­ge­zeich­net, so Ro­he. So gab es in den 50 Jah­ren le­dig­lich 17 Mit­glie­der, die im ge­schäfts­füh­ren­den Vor­stand ins­ge­samt 200 Jah­re eh­ren­amt­li­che Ar­beit leis­te­ten. An­fangs wur­de auf ei­ner Stre­cke von et­wa 19 Ki­lo­me­tern an der durch­schnitt­lich fünf bis sechs Me­ter brei­ten Mit­tel­rad­de ge­an­gelt. In den 1970er-Jah­ren

grün­de­ten die Läh­de­ner Pe­tri­jün­ger mit den Nach­bar­ver­ei­nen Lehr­te, Haselünne, Herz­la­ke, Doh­ren, We­strum, Lö­nin­gen und Es­sen i. O. ei­ne so­ge­nann­te „Be­satz­ge­mein­schaft“, um den Fisch­be­satz in grö­ße­ren Men­gen güns­ti­ger er­wer­ben zu kön­nen. Zu­dem er­folg­te der Bei­tritt in den Lan­des­fi­sche­rei­ver­band We­ser-Ems.

Idyl­li­scher Ver­ein­steich

Schließ­lich pach­te­te der Ver­ein ei­nen et­wa ei­nen Hekt­ar gro­ßen See, der frü­her „ei­ne Art Torfste­cher­gru­be war“, wie Ro­he mein­te. Aus die­sem Are­al ha­ben die Mit­glie­der des Ver­eins über die Jah­re hin­weg ei­nen idyl­li­schen Ver­ein­steich ge­schaf­fen, der als Klein­od „auch für vie­le Nicht­ang­ler ger­ne als Ort zum Ver­wei­len ge­nutzt wird“.

Ro­he lob­te das gu­te „Zu­sam­men­spiel“mit der Läh­de­ner Jä­ger­schaft. Ge­mein­sam er­rich­te­ten Jä­ger und Ang­ler das an der Jahn­stra­ße ge­le­ge­ne Na­tur­kun­de­haus, das so­wohl den Jä­gern als auch den Ang­lern in Lähden „ei­ne Hei­mat“bie­te. Der Re­fe­rent zeig­te auch Ve­rän­de

run­gen in den Jahr­zehn­ten des Ver­eins­be­ste­hens auf. Aus der Be­satz­ge­mein­schaft sei mitt­ler­wei­le die „Fi­sche­rei­und Ge­wäs­ser­schutz­ver­ei­ni­gung“als ei­gen­stän­di­ger Ver­ein ge­wor­den. Fer­ner be­schäf­ti­ge sich der Läh­de­ner An­gel­ver­ein als Mit­glied im „Ver­ein zur Re­vi­ta­li­sie­rung der Ha­seau­en“mit Tier­schutz, Ar­ten­viel­falt in und am Ge­wäs­ser, Re­na­tu­rie­rung und ei­nem waid­ge­rech­ten Um­gang mit der Krea­tur.

„Trotz al­ler Ve­rän­de­run­gen ha­ben sich ei­ni­ge Sa­chen glück­li­cher­wei­se nie ver­än­dert“, sag­te Ro­he und sah den Um­gang mit der Na­tur, mit der Krea­tur und den gleich­ge­sinn­ten Men­schen „ganz vor­ne“bei den Frei­zeit­ang­lern des Ver­eins. Vor „neu­en Fra­ge­stel­lun­gen“stel­le ein „wei­ter aus­ufern­der Wolfs­be­stand“die Mit­glie­der. „Di­rekt an un­se­ren An­gel­plät­zen wer­den Re­he und Hir­sche ge­ris­sen. So­gar auf Wohn­grund­stü­cken wur­den schon Scha­fe ge­tö­tet“, mein­te Wil­li Ro­he. Die Ver­eins­mit­glie­der mach­ten sich „gro­ße Sor­gen“und fühl­ten sich bei der Aus­übung des Hob­bys nicht mehr si­cher.

Im Lau­fe der letz­ten Jah­re ha­ben die Mit­glie­der des An­gel­sport­ver­eins Mit­tel­rad­de-Mit­te in Lähden ih­ren Ver­ein­steich zu ei­nem wah­ren Klein­od ge­stal­tet. Fo­to: Mar­tin Rein­holz

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