„Der Alt­bau darf nicht ab­ge­ris­sen wer­den“Ein­dring­li­cher Ap­pell bei Aus­stel­lungs­er­öff­nung in Haselünne

Meppener Tagespost - - Haselünne / Samtgemein­de Herzlake - Von Mar­tin Rein­holz

HASELÜNNE In der Ha­se­lün­ner Rat­haus­ga­le­rie hat der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter der Stadt Haselünne, Heiner Feld­haus, die Aus­stel­lung „Le­ben – Leh­ren – Ler­nen in St. Ur­su­la“er­öff­net. Die Aus­stel­lung be­fasst sich mit der 118-jäh­ri­gen Wir­kungs­zeit der Ur­su­li­nen (1854 bis 1972) an der da­ma­li­gen „hö­he­ren Töch­ter- schu­le“, dem heu­ti­gen Kreis- gym­na­si­um St. Ur­su­la.

In sei­nen ein­füh­ren­den Wor­ten zur Aus­stel­lung rich- Men­schen­bild, ihr Le­ben ei­gen­stän­dig te­te Bern­hard Veh­ring, frü- und ver­ant­wor­tungs­be­wusst he­rer Päd­ago­ge am Ha­se­lün- zu ge­stal­ten“. ner Kreis­gym­na­si­um, ei­nen Und dies be­reits zu ei­ner Zeit, ein­dring­li­chen Ap­pell an den in der von Gleich­be­rech­ti­gung Schul­trä­ger – den Land­kreis „nur ge­träumt“, das Emsland – mit den Wor­ten: Wahl­recht für Frau­en „ge­ra­de „Das his­to­ri­sche Schul­ge­bäu­de, er­kämpft“und der Ar­ti­kel der Alt­bau des Kreis­gym­na­si­ums 3 des Grund­ge­set­zes über St. Ur­su­la, muss die Gleich­be­rech­ti­gung von er­hal­ten blei­ben und darf Mann und Frau noch lan­ge nicht ab­ge­ris­sen wer­den!“nicht vor­lag.

Die et­wa 100 Gäs­te der Aus­stel­lungs­er­öff­nung, Den wert­vol­len Un­ter­richt dar­un­ter an der Ha­se­lün­ner Klos­ter­schu­le vie­le ehe­ma­li­ge Schü­ler und be­leg­te Keu­ter mit ei­nem Leh­rer der Schu­le, un­ter­stri­chen Zitat ei­ner ehe­ma­li­gen die For­de­rung Veh­rings Schü­le­rin ei­ni­ge Jah­re nach mit ei­nem für die­se Art von der Schul­zeit: „Mein Den­ken Ver­an­stal­tun­gen eher un­üb­li­chen hat sich wei­ter­ent­wi­ckelt, stür­mi­schen Bei­fall. aber die Kon­stan­ten, die ich

Im Na­men der Ku­ra­to­ren in Haselünne er­warb, ha­be er­läu­ter­te Ma­ri­an­ne Keu­ter, ich nicht ver­rü­cken müs­sen“. dass die aus­ge­stell­ten Ex­po­na­te

Ge­schich­te der Schu­le Be­le­ge für ei­ne „er­folg­rei­che Frau­en­bil­dung“sei­en, Die Aus­stel­lung ent­hal­te die bis heu­te in die Le­bens­ge­schich­te zahl­rei­che Bild­ta­feln zur vie­ler aus­strah­le. Bau­ge­schich­te, zu den Ur­su­li­nen­schwes­tern, Die Aus­stel­lung zei­ge Er­in­ne­run­gen die dort ge­lebt an ei­nen „qua­li­fi­zier­ten, und ge­ar­bei­tet ha­ben, an­spruchs­vol­len Un­ter­richt und zu den Schü­le­rin­nen der nach den je­weils Klos­ter­schu­le, so Bern­hard neu­es­ten päd­ago­gi­schen Veh­ring. Fer­ner fin­de der Stan­dards“, mein­te Keu­ter. Aus­stel­lungs­be­su­cher his­to­ri­sche Ge­ne­ra­tio­nen von Mäd­chen Ex­pe­ri­men­tier­ge­rä­te und jun­gen Frau­en sei die und künst­le­ri­sche Ex­po­na­te Mög­lich­keit er­öff­net wor­den, so­wie Schau­ta­feln, die über auf der „Grund­la­ge ei­ner den da­ma­li­gen Kin­der­gar­ten ganz­heit­li­chen Bil­dung, fu­ßend und den klei­nen Bau­ern­hof auf dem christ­li­chen der Ur­su­li­nen be­rich­ten.

Bil­der aus dem Schul­le­ben, al­te Zei­tungs­ar­ti­kel, Schrif­ten und Bü­cher zei­gen die wech­sel­vol­le Ge­schich­te der Schu­le auf, die seit 1972 in der Trä­ger­schaft zu­nächst des Krei­ses Mep­pen, jetzt des Land­krei­ses Emsland ist. Die noch er­hal­te­ne, un­ter Denk­mal­schutz ste­hen­de Klos­ter­kir­che ste­he für „den christ­lich-ka­tho­li­schen Or­den so­wohl der Kla­ris­sen und der Ur­su­li­nen“, so Veh­ring. „Die Kla­ris­sen­mau­er am Non­nen­wall er­in­nert eher an die Ab­ge­schlos­sen­heit der Schwes­tern in ih­rem Klos­ter hin­ter di­cken Mau­ern als an den in sei­nen Ur­sprün­gen of­fe­nen Schul­or­den der Ur­su­li­nen, den die Ge­sell­schaft und die Kle­ri­ker in ein Klos­ter zwäng­ten.“Das noch aus der Zeit der Klos­ter­schu­le letz­te er­hal­te­ne Ge­bäu­de er­in­ne­re an das Wir­ken der Ur­su­li­nen in Haselünne und de­ren Be­deu­tung über die Stadt­mau­ern hin­aus.

Chris­ti­na Hil­bers, Uta Jans­sen, Ste­fa­nie Wendt, Da­ni­el Lös­ker und Klaus Sie­ben­mor­gen vom A-cap­pel­laEn­sem­ble Dasca­nio-Cons­ort ge­stal­te­ten den mu­si­ka­li­schen Rah­men mit geist­li­chen Ge­sän­gen aus un­ter­schied­li­chen Epo­chen.

Bern­hard Veh­ring (links) gab vor an­nä­hernd 100 Gäs­ten ei­ne Ein­füh­rung in die Aus­stel­lung „Le­ben – Leh­ren – Ler­nen in St. Ur­su­la“. Fo­to: Mar­tin Rein­holz

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