Er­neut Über­schwem­mun­gen in Werl­te

Kur­zes, hef­ti­ges Un­wet­ter am Mon­tag­abend über­for­dert die Ka­na­li­sa­ti­on

Meppener Tagespost - - Nachbarsch­aft - Von Da­ni­el Gon­za­lez-Tep­per

WERL­TE Zum wie­der­hol­ten Mal hat es im Stadt­zen­trum von Werl­te Über­schwem­mun­gen nach ei­nem kur­zen, hef­ti­gen Ge­wit­ter ge­ge­ben. So wie 2017 war auch dies­mal der Stoff­la­den von Eli­sa­beth Lüns­wil­ken be­trof­fen. Die Stadt Werl­te will die Ent­wäs­se­rung wei­ter ver­bes­sern.

Et­wa zehn Zen­ti­me­ter hoch stand am Mon­tag­abend das Was­ser in ih­rem Ge­schäft an der Haupt­stra­ße 62, wie die La­den­be­sit­ze­rin im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on be­rich­tet. „Das Was­ser drück­te mit ho­her Kraft aus dem Gul­ly­de­ckel vor un­se­rer Tür her­aus. Wir hat­ten zwar Sand­sä­cke und ei­ne Me­tall­schie­ne samt Gum­mi­la­sche vor­be­rei­tet, die das Was­ser ab­hal­ten soll­te, aber es lief trotz­dem ins Ge­bäu­de“, be­rich­tet die 52-Jäh­ri­ge. Das Ge­bäu­de, das ih­ren El­tern Ade­le und Au­gust Feld­hu­es ge­hört, liegt in ei­ner klei­nen Sen­ke, es ist der tiefs­te Punkt der Haupt­stra­ße. Im Gar­ten ih­rer El­tern, die an der Mar­ken­stra­ße 1, al­so hin­ter dem Ge­bäu­de an der Haupt­stra­ße 62 woh­nen, ha­be das Was­ser im Gar­ten 60 bis 70 Zen­ti­me­ter hoch ge­stan­den.

Lüns­wil­ken hat­te um­ge­hend et­wa 15 Hilfs­kräf­te or­ga­ni­siert, die mit Ei­mern, Ab­zie­hern und Bo­den­tü­chern ver­such­ten, das Schlimms­te zu ver­hin­dern. Den­noch schätzt die La­den­be­trei­be­rin den Scha­den am Ge­bäu­de, den Stof­fen und dem Mo­bi­li­ar auf ei­nen nied­ri­gen vier­stel­li­gen Be­trag. Die Sum­me muss die Fa­mi­lie selbst stem­men, denn ei­ne Ele­men­tar­ver­si­che­rung sei „un­be­zahl­bar“, wie die Werl­te­rin sagt.

Seit zwölf Jah­ren führt Eli­sa­beth Lüns­wil­ken den La­den, den ih­re Mut­ter Ade­le Feld­hu­es auf­ge­baut hat­te, wei­ter. Be­reits vor zwei Jah­ren war das La­den­lo­kal nach ei­nem hef­ti­gen Schau­er voll Was­ser ge­lau­fen, seit­dem gab es die Schutz­vor­keh­run­gen mit Sand­sä­cken und den et­wa 50 Zen­ti­me­ter ho­hen Me­tall­wän­den. „Das Pro­blem sind aber die Au­to­fah­rer, wenn hier auf der Stra­ße das

Was­ser steht. Die Au­tos er­zeu­gen Wel­len, die dann über den Me­tall­schutz­zaun schwap­pen“, be­rich­tet Lüns­wil­ken. Erst, als die Feu­er­wehr die Stra­ße sperr­te, war die­se Ge­fahr ge­bannt.

Ge­sprä­che mit der Stadt ha­be es meh­re­re ge­ge­ben, pas­siert sei bis­her nichts. „Es wur­de viel neu ge­baut, Flä­chen zu­ge­pflas­tert oder dem Trend zu St­ein­gär­ten ent­spro­chen. Die Ent­wäs­se­rung ist nicht mit­ge­wach­sen. Es muss drin­gend et­was pas­sie­ren“, for­dertt Lünd­wil­ken.

Nach An­ga­ben von Burk­hard The­le, stell­ver­tre­ten­der Orts­brand­meis­ter der Stadt Werl­te, wa­ren am Mon­tag­abend zwi­schen 21 und 23.30 Uhr sämt­li­che ver­füg­ba­ren Fahr­zeu­ge (fünf) und Ein­satz­kräf­te (et­wa 60) auf den Stra­ßen. Ein­sät­ze gab es an acht ver­schie­de­nen Stel­len. „Ne­ben der Haupt­stra­ße wa­ren der Krei­sel an der Har­ren­stät­ter Stra­ße, die Lo­ru­per Stra­ße, der Ol­den­kamp und der Os­te­r­end Ein­satz­schwer­punk­te“, sag­te The­le. Zu mas­siv voll ge­lau­fe­nen Kel­lern sei es nir­gend­wo ge­kom­men, ins­ge­samt sei man „mit ei­nem blau­en Au­ge da­von ge­kom­men“, meint The­le. Die Si­tua­ti­on sei nicht ver­gleich­bar ge­we­sen mit dem Un­wet­ter im Mai 2017.

In den meis­ten Fäl­len ha­be es aus­ge­reicht, die Gul­ly­de­ckel zu öff­nen und zu rei­ni­gen, da­mit das Was­ser wie­der ab­flie­ßen kann. The­le ap­pel­lier­te an die Be­völ­ke­rung, gro­ße Was­ser­an­samm­lun­gen nicht zu durch­fah­ren oder nur sehr lang­sam, um Bug­wel­len zu ver­hin­dern.

Nach An­ga­ben von Die­ter Clop­pen­burg, Lei­ter des Bau­am­tes der Stadt, sind im Rah­men ei­nes neu­en Ge­ne­ra­l­entwäs­se­rungs­plans be­reits ver­schie­de­ne Din­ge er­le­digt wor­den. So wur­de im Be­reich Ster­busch/Dan­zi­ger Stra­ße ein un­ter­ir­di­sches Re­gen­rück­hal­te­be­cken ge­baut. „Die­ses hat sich jetzt be­reits be­währt, die Si­tua­ti­on am Krei­sel Har­ren­stät­ter/Lo­ru­per Stra­ße war längst nicht so schlimm wie vor dem Bau“, stellt Clop­pen­burg fest. Im Ge­wer­be­ge­biet Sö­ge­ler Stra­ße wur­de ein Rück­hal­te­be­cken be­reits ge­baut, ein wei­te­res ist in Pla­nung. Glei­ches gilt für das Neu­bau­ge­biet Mar­kus­lust­weg. „Auch im Zu­ge der Sa­nie­rung der Post­stra­ße sind Maß­nah­men für ei­ne bes­se­re Ent­wäs­se­rung wie die Ver­wen­dung grö­ße­rer Ka­nal­roh­re ge­plant“, er­klärt Clop­pen­burg. Den Be­reich Haupt­stra­ße 62/63 wer­de man sich eben­falls noch ein­mal an­se­hen.

Fo­tos: San­dra Feld­hu­es

Zum wie­der­hol­ten Mal ist es auf der Haupt­stra­ße in Werl­te im Be­reich der Haus­num­mern 63 (Blu­men Schol­üb­bers, links) und 62 (Lüns­wil­ken Stof­fe, rechts) zu Pro­ble­men mit Re­gen­was­ser ge­kom­men.

Auch der Fuß­gän­ger­über­weg an der Haupt­stra­ße in Hö­he des Ge­trän­ke­mark­tes stand un­ter Was­ser.

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