Weg für Kli­ma­pa­ket ist frei

Deut­lich hö­he­rer Preis für CO2-Aus­stoß / Gün­ther: Ein­nah­men flie­ßen an Bür­ger zu­rück

Meppener Tagespost - - VORDERSEIT­E - Von Hen­ning Bae­th­ge und Bea­te Ten­fel­de

Das Kli­ma­pa­ket hat die ent­schei­den­de Hür­de ge­nom­men: Bund und Län­der ha­ben sich bei den um­strit­te­nen Eck­punk­ten des Mil­li­ar­den­pro­gramms ver­stän­digt. Für Ver­brau­cher heißt das: Sie kön­nen sich auf ei­ne hö­he­re Pend­ler­pau­scha­le, bil­li­ge­re Bahn­fahr­ten und nied­ri­ge­re Strom­prei­se freu­en. Die­se Maß­nah­men sol­len aus­glei­chen, dass Hei­zen und Tan­ken künf­tig teu­rer wer­den.

Der Grund da­für: Der Aus­stoß des Schad­stoffs Koh­len­di­oxid (CO2) soll laut dem Kom­pro­miss zwi­schen Ko­ali­ti­ons­ver­tre­tern und Grü­nen­Po­li­ti­kern deut­lich mehr kos­ten als zu­nächst ge­plant. In den Be­rei­chen Ver­kehr und Ge­bäu­de ist jetzt ab 2021 ein Ein­stiegs­preis pro Ton­ne CO2 von 25 Eu­ro vor­ge­se­hen – statt wie bis­her von 10 Eu­ro. Der Preis soll dann schritt­wei­se bis 2025 auf 55 Eu­ro pro Ton­ne stei­gen.

Die zu­sätz­li­chen Ein­nah­men sind da­für vor­ge­se­hen, die EEG-Um­la­ge zur För­de­rung des Ökostroms zu min­dern. Für 2021 ist nun ei­ne Sen­kung von 5,4 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­plant. Je hö­her der CO2-Preis dann steigt, des­to

hö­her fal­len die Ent­las­tun­gen bei der EEG-Um­la­ge aus. Das soll für die Ver­brau­cher die Mehr­be­las­tung durch das Kli­ma­pa­ket ins­ge­samt in Ma­ßen hal­ten.

Schles­wig-Hol­steins Mi­nis­ter­prä­si­dent Daniel Gün­ther sag­te un­se­rer Re­dak­ti­on, die Ei­ni­gung zwi­schen Bund und Län­dern sei „ein ver­nünf­ti­ger Ein­stieg in ei­ne mo­der­ne Kli­ma­po­li­tik“. Der CDU-Po­li­ti

ker hob her­vor, dass die Ein­nah­men aus der Er­hö­hung des CO2-Prei­ses „eins zu eins“an die Bür­ger zu­rück­ge­ge­ben wür­den. Be­son­ders wich­tig sei die Sen­kung der Um­la­ge für er­neu­er­ba­re Ener­gi­en: „So wird er­neu­er­ba­rer Strom güns­ti­ger und da­mit wett­be­werbs­fä­hi­ger.“Gün­ther war ei­ner der ers­ten Län­der­chefs, die Nach­bes­se­run­gen am Kli­ma­pa­ket ge­for­dert hat­ten.

Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) er­klär­te, er sei gu­ten Mu­tes, dass ne­ben ei­nem hö­he­ren CO2-Preis auch ein „fai­rer Aus­gleich“für die Bür­ger ge­lin­gen kön­ne. Die­ser sei vor al­lem not­wen­dig für Pend­ler auf dem Land, die auf ihr Au­to an­ge­wie­sen sei­en. Auch die neu­en SPD-Chefs Sas­kia Es­ken und Nor­bert Wal­ter-Bor­jans lob­ten den Kom­pro­miss als „gu­ten ers­ten Schritt“. Grü­nen-Frak­ti­ons­chef An­ton Ho­frei­ter sprach von ei­ner „rich­ti­gen Rich­tung, aber nicht mehr“. Gleich­wohl trü­gen die Grü­nen, die in vie­len Län­dern mit­re­gie­ren, das Er­geb­nis nun mit – „weil beim Kli­ma­schutz je­des Jahr und je­de Ton­ne CO2 zählt“.

Der Deut­sche In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) ist da­ge­gen wei­ter un­zu­frie­den. „Die ge­plan­te Er­hö­hung der CO2-Prei­se in den Jah­ren 2021 bis 2025 führt da­zu, dass ein Teil der Un­ter­neh­men am Stand­ort Deutsch­land nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig sein wird. Ein klu­ger Aus­gleich für die Un­ter­neh­men ist des­halb drin­gend not­wen­dig“, sag­te DIHK-Prä­si­dent Eric Schweit­zer un­se­rer Re­dak­ti­on. Hö­he­re CO2-Prei­se trä­fen vor al­lem mit­tel­stän­di­sche In­dus­trie­be­trie­be und Lo­gis­ti­ker, die auf Gas oder Die­sel an­ge­wie­sen sei­en, aber we­nig Strom ein­set­zen könn­ten. Da­her ist es laut Schweit­zer un­be­dingt er­for­der­lich, sol­che Un­ter­neh­men zu­sätz­lich zu ent­las­ten.

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss kommt heu­te zu­sam­men, um die Ei­ni­gung ab­zu­seg­nen. Das Kli­ma­pa­ket soll dann am 20. De­zem­ber Bun­des­tag und Bun­des­rat pas­sie­ren.

Russ­lands Ge­ne­ral­staats­an­walt­schaft will Deutsch­land bei den Er­mitt­lun­gen zum Mord an ei­nem Ge­or­gi­er in Berlin ei­ge­nen An­ga­ben zu­fol­ge un­ter­stüt­zen. „Wenn ei­ne sol­che An­fra­ge ein­geht, wer­den wir sie prü­fen und die not­wen­di­ge Un­ter­stüt­zung leis­ten“, sag­te Vi­ze­Be­hör­den­chef Alexander Buks­man ges­tern der rus­si­schen Agen­tur In­ter­fax zu­fol­ge. „Dies wird nicht ein­mal dis­ku­tiert.“Die Bun­des­re­gie­rung in Berlin hat­te mehr­fach ei­ne feh­len­de Ko­ope­ra­ti­on Mos­kaus in dem Fall be­klagt.

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