KZ-Wäch­ter: Se­he kei­ne Schuld bei mir

Meppener Tagespost - - NORDWEST -

Mit en­er­gi­schen Fra­gen hat die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin im Ham­bur­ger Stutt­hof-Pro­zess ges­tern den An­ge­klag­ten un­ter Druck ge­setzt. Mehr­fach woll­te An­ne Mai­er-Gö­ring von dem ehe­ma­li­gen KZ­Wach­mann wis­sen, war­um er sich dem Di­enst in dem La­ger bei Dan­zig 1944/45 nicht ent­zo­gen ha­be. „Ich konn­te mich den Be­feh­len, die dort ge­ge­ben wur­den, nicht ent­zie­hen, oh­ne mich in Le­bens­ge­fahr zu brin­gen“, ant­wor­te­te der 93-Jäh­ri­ge. Die Ge­fan­ge­nen, be­son­ders die Ju­den, hät­ten ihm leid­ge­tan. Aber er ha­be ih­nen nicht hel­fen kön­nen.

Die Rich­te­rin ließ das nicht gel­ten. Es sei nach Gut­ach­ten kein ein­zi­ger SSMann, weil er sich ei­nem ver­bre­che­ri­schen Be­fehl wi­der­setz­te, ge­tö­tet wor­den. „Ich se­he kei­ne Schuld bei mir, ich ha­be nie­man­dem ein Leid an­ge­tan“, so der An­ge­klag­te. Die Staats­an­walt­schaft wirft dem 93-Jäh­ri­gen Bei­hil­fe zum Mord in 5230 Fäl­len vor.

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