„Star Wars“Num­mer neun: Rück­kehr in ei­ne weit, weit ent­fern­te Ga­la­xis

„Star Wars“-Darstel­ler John Boy­e­ga und Dai­sy Rid­ley spre­chen über neu­en Ruhm und al­te Hel­den

Meppener Tagespost - - VORDERSEIT­E - Von Da­ni­el Be­ne­dict

Heu­te star­tet mit „Der Auf­stieg Sky­wal­kers“die neun­te und vor­erst letz­te Epi­so­de der „Star Wars“-Sa­ga in den Ki­nos, die die neue Tri­lo­gie ab­schließt. Mit un­se­rer Re­dak­ti­on ha­ben die Haupt­dar­stel­ler Dai­sy Rid­ley und John Boy­e­ga über den Ruhm ge­spro­chen, den sie durch die Sci­ence-Fic­tionFilm­rei­he er­langt ha­ben – aber auch über Ge­heim­nis­krä­me­rei nach den Drehs und die Fuß­stap­fen der al­ten Hel­den, in die sie tre­ten. Zu­dem gibt es ei­ne aus­führ­li­che Kri­tik zum neu­en Welt­rau­ma­ben­teu­er, in dem die 2016 ge­stor­be­ne Car­rie Fis­her per Ar­chiv­ma­te­ri­al ein letz­tes Mal in die be­rühm­te Rol­le der Prin­zes­sin Leia schlüpft.

„Der Auf­stieg Sky­wal­kers“be­en­det heu­te die drit­te „Star Wars“-Tri­lo­gie. Dai­sy Rid­ley und John Boy­e­ga sind mit ihr zu Stars ge­wor­den. Füh­len sie sich auf Au­gen­hö­he mit der „Star Wars“-Ge­ne­ra­ti­on um Har­ri­son Ford? Hat der Ruhm sie ver­än­dert? Und wie schaf­fen sie es, in all ih­ren In­ter­views nichts zu ver­ra­ten? Im Ber­li­ner Grup­pen­ge­spräch ge­ben die Darstel­ler von Rey und Finn Aus­kunft.

Spoi­ler-Alarm! Wie schwer ist es, nichts zu ver­ra­ten? Ei­ne Wer­be­tour ist wie ein Par­ty-Spiel, bei dem die Stars nur über „Star Wars“re­den – und trotz­dem nichts sa­gen dür­fen. Wie ver­kneift man sich An­deu­tun­gen zur Hand­lung? „Mir fällt es leicht“, sagt Boy­e­ga. „Mei­ne Freun­de drän­geln nicht.“Rid­ley er­in­nert sich an die Zeit nach dem Cas­ting. Drei Mo­na­te lang muss­te sie ver­schwei­gen, dass sie dem­nächst ein Welt­star ist. „Dann wur­de ein Grup­pen­fo­to ver­öf­fent­licht, und ich hat­te zwei Mi­nu­ten, um schnell noch ei­ne gi­gan­ti­sche Grup­pen-Text­nach­richt raus­zu­schi­cken: Üb­ri­gens, ich ma­che da in die­sem Film mit“, sagt Rid­ley. Boy­e­ga fin­det das ab­surd: „Na­tür­lich hat je­der ein, zwei Men­schen in sei­nem Le­ben, mit de­nen er al­les teilt. Und ich fin­de es ziem­lich dumm, wenn ein Stu­dio an­nimmt, dass man das nicht tut“, sagt der 27Jäh­ri­ge. „Ich bin für Ver­trä­ge, die es er­lau­ben, das Wis­sen mit zwei aus­ge­wähl­ten Ge­heim­nis­trä­gern zu tei­len.“Bei ihm selbst, sagt er, „gibt es die­se zwei Men­schen, de­nen ich die größ­ten Kra­cher

ver­ra­te, da­mit ich nicht plat­ze“.

Wie ist es, die to­te Car­rie Fis­her wie­der­zu­se­hen? Schon der Trai­ler von „Der Auf­stieg Sky­wal­kers“zeigt Dai­sy Rid­ley an der Sei­te von Car­rie Fis­her (1956–2016). Als Prin­zes­sin Leia ge­hör­te die Schau­spie­le­rin von Be­ginn an zur „Star Wars“Kern­fa­mi­lie. Nach ih­rem Tod kann Epi­so­de IX sie nun nur mit­hil­fe von Sze­nen zei­gen, die aus den vo­ri­gen Fil­men raus­ge­schnit­ten wur­den. „Sehr emo­tio­nal“nennt Rid­ley das Wie­der­se­hen mit der

To­ten: „Für die Leu­te, die im Schnei­de­raum mit dem ge­sam­ten Ma­te­ri­al ge­ar­bei­tet ha­ben, muss es noch viel ei­gen­ar­ti­ger ge­we­sen sein. Die ha­ben auch die Mo­men­te zwi­schen den Sze­nen ge­se­hen, in de­nen nicht die Fi­gur vor der Ka­me­ra steht, son­dern Car­rie selbst – mit al­lem, was sie als Mensch aus­ge­macht hat.“Ob­wohl Re­gis­seur J. J. Abrams nur mit al­tem Ma­te­ri­al ar­bei­ten konn­te, bleibt „Leia ein zen­tra­ler Cha­rak­ter des Films“, sagt Rid­ley. „Sie kommt nicht nur am Ran­de vor, es wird ih­re gan­ze Rei­se er­zählt.“

Gibt es ei­nen Bruch zwi­schen den al­ten und neu­en „Star Wars“-Darstel­lern? „Es ist ei­ne an­de­re Zeit, auch wenn wir in ei­ner ge­mein­sa­men Li­nie ste­hen“, ant­wor­tet Boy­e­ga – und de­fi­niert sich als Teil der „ers­ten „Star Wars“-Ge­ne­ra­ti­on der So­ci­al-Me­dia-Ära“. Die al­ten Fil­me, sagt er, „wer­den mit ei­ner be­stimm­ten Nost­al­gie wahr­ge­nom­men, aber das wird mit un­se­ren auch ein­mal so sein. Ir­gend­wann wer­den die Leu­te dar­auf zu­rück­bli­cken und sich er­in­nern, wie es war, als sie sie zum ers­ten Mal ge­se­hen ha­ben.“ Noch al­ler­dings geht er un­er­kannt durchs Le­ben: „Ich kann mich über­all un­ter die Leu­te mi­schen, und im schlimms­ten Fall flüs­tert je­mand: Das kann er nicht sein. Ich füh­le mich un­sicht­bar.“Et­was an­de­res, sagt Rid­ley, sind die „un­be­hag­li­chen“Fan-Ver­an­stal­tun­gen: Die Auf­merk­sam­keit von 5000 Leu­ten, auch wenn sie po­si­tiv ist, wirkt „be­ängs­ti­gend“auf sie: „Ich ste­he da und will nach Hau­se.“

„Star Wars“hat Rid­ley und Boy­e­ga be­rühmt ge­macht. Was hat sich ver­än­dert?

„Ich ha­be mehr zu tun als frü­her“, sagt Boy­e­ga la­pi­dar. Nach dem ers­ten Film grün­de­te er sei­ne ei­ge­ne Fir­ma, mit der er den 150-Mil­lio­nen-Dol­lar-Block­bus­ter „Pa­ci­fic Rim: Upri­sing“(2018) ko­pro­du­zier­te. „In­ner­halb der Film­in­dus­trie ha­be ich Zu­gang zu Per­so­nen, die vor­her un­er­reich­bar wa­ren“, sagt er. „Ich den­ke, das ist der wich­tigs­te Un­ter­schied.“Dai­sy Rid­ley hat den Sprung auf die Welt­büh­ne nicht nur als Chan­ce, son­dern auch als per­sön­li­ches Ri­si­ko ge­se­hen: „Das hät­te sehr furcht­ein­flö­ßend wer­den und mich sehr ein­sam ma­chen kön­nen“, sagt die 27-Jäh­ri­ge heu­te. „Aus der Rück­schau bin ich glück­lich, wie es ge­lau­fen ist.“

Hat die Space Ope­ra ir­gend­was mit dem wirk­li­chen Le­ben zu tun? Als Rey ent­deckt Dai­sy Rid­ley in den „Star Wars“-Fil­men den Je­di in sich. Und das, sagt sie, kann je­der: „Bleib dir treu, um­gib dich mit gu­ten Leu­ten, such den Kampf – auch wenn es Angst macht und du Op­fer brin­gen musst. Ver­such das Rich­ti­ge zu tun – nicht nur für dich selbst, son­dern für al­le.“Das ist die Er­mu­ti­gung, die Rid­ley aus ih­ren Fil­men mit­nimmt. „Wir le­ben in ei­ner ziem­lich fins­te­ren Zeit, aber auch in ei­ner un­glaub­li­chen. Wer frü­her glaub­te, dass er nicht zählt, hat jetzt ei­ne Stim­me“, sagt sie und nennt zum Be­weis Gre­ta Thun­berg. Ge­ra­de das Vor­bild ei­ner weib­li­chen Hel­din wie ih­rer ei­ge­nen fin­det Rid­ley da­bei wich­tig – weil es Mäd­chen in­spi­riert. „Wir ma­chen nur Fil­me“, sagt Rid­ley, „aber den Leu­ten kann es viel be­deu­ten.“

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Sind mit „Star Wars“be­rühmt ge­wor­den: John Boy­e­ga und Dai­sy Rid­ley spie­len in der neu­en Tri­lo­gie, die jetzt ih­ren Ab­schluss fin­det, die Fi­gu­ren Finn und Rey.

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