Ein grü­nes Band für den Na­tur­schutz

Ide­en für die Twister Aa

Meppener Tagespost - - GEESTE / TWIST -

Zwei gro­ße Na­tur­schutz­ge­bie­te be­fin­den sich öst­lich und west­lich der Ge­mein­de Twist, das DalumWiet­mar­scher Moor und das Bar­ger­veen. Sie sind durch die Twister Aa mit­ein­an­der ver­bun­den. Wie zwi­schen die­sen Ge­bie­ten ein grü­nes Band für den Na­tur­schutz ent­ste­hen kann, dar­über hat sich der Hei­mat­for­scher Horst Hein­rich Becht­luft Ge­dan­ken ge­macht.

Sei­ne Über­le­gun­gen zu Land­wirt­schaft und Kli­ma­schutz hat er auf der Mit­glie­der­ver­samm­lung der Ems­län­di­schen Volks­bank in der Ge­mein­de Twist vor­ge­stellt:

„Als vor 121 Jah­ren die Raiff­ei­sen­kas­se in Twist ge­grün­det wur­de, ge­schah dies durch Land­wir­te. Die Land­wirt­schaft hat al­so nicht nur durch enorm ver­bes­ser­te Pro­duk­ti­ons­me­tho­den Her­vor­ra­gen­des zur Ent­wick­lung einst un­frucht­ba­rer Moo­re ge­leis­tet. Da­für ge­bührt ihr ge­ra­de in Zei­ten, in de­nen sie in hef­ti­ger öf­fent­li­cher Kri­tik steht, Re­spekt und An­er­ken­nung“, sagt Becht­luft.

Das be­deu­te aber nicht, dass ihm al­les an der Ent­wick­lung pas­se: So er­leb­ten die Men­schen im tief ge­pflüg­ten ehe­ma­li­gen Moor in tro­cke­nen Früh­jah­ren in­zi­schen Sand­stür­me. Es fehl­ten Wind­schutz­strei­fen. „Wir ha­ben groß­flä­chi­ge Mai­sund Kar­tof­fe­lä­cker, mit de­nen wir Tou­ris­ten nicht ge­ra­de be­geis­tern kön­nen. Wir ha­ben lang­fris­tig Ni­trat- und Glyphosat-Pro­ble­me“, so der Jour­na­list. Er wol­le Land­wir­te und Ge­mein­de­po­li­ti­ker und letzt­lich al­le Bür­ger der Ge­mein­de auf­ru­fen, er­kann­te Pro­ble­me der Zu­kunft mit tra­di­tio­nel­ler Twister Tat­kraft ge­mein­sam an­zu­pa­cken – so wie vor 120 Jah­ren mit der Grün­dung von Ge­nos­sen­schaf­ten.

„Ich den­ke da­bei an das von der Eis­zeit hin­ter­las­se­ne klei­ne Ur­strom­tal der Twister Aa (Schoo­ne­bee­ker Diep).“Als er vor 47 Jah­ren auf den Twist kam und mit dem Rad über die Aa-Brü­cke fuhr, staun­te er über Vö­gel, die er bis da­to so nicht er­lebt hat­te: gro­ße und klei­ne Brach­vö­gel, Schnep­fen mit lan­gen Bei­nen und lan­gen Schnä­beln, Hun­der­te von Kie­bit­zen auf den Feucht­wie­sen. Sie al­le sei­en längst ver­schwun­den.

Becht­luft hofft, dass die­se Vo­gel­ar­ten in ei­ner neu ge­schaf­fe­nen Feucht­land­schaft wie­der­kom­men. Ei­ne denk­ba­re Lö­sung sei ein in­ter­na­tio­na­les Kli­ma-Pro­jekt im di­rek­ten An­schluss an das Moor- und Hei­de­schutz­ge­biet Bar­ger­veen ge­mein­sam mit den Nie­der­län­dern. Er setzt auf die Ko­ope­ra­ti­on mit den Land­wir­ten und För­der­gel­der der EU.

Al­tes Meer neu schaf­fen

Das Pro­jekt könn­te über­grei­fend gro­ße Tei­le der Ge­mein­de Twist er­fas­sen: von Adorf über He­se­pert­wist, Rüh­lert­wist bis nach Neu­rin­ge. „In He­be­ler­meer könn­te das Al­te Meer in Tei­len wie­der ent­ste­hen“, so der Re­fe­rent. Die Nie­der­län­der zeig­ten, wie es ge­hen kön­ne. Sie lie­ßen in der Nach­bar­schaft das al­te Zwar­te Meer dem­nächst wie­der blinken und hät­te es so­gar ge­schafft, ei­nen völ­lig ver­schwun­de­nen Fluss, die Run­de Aa, wie­der durch ei­ne grü­ne Land­schaft flie­ßen zu las­sen. Es sei­en Pro­jek­te mit er­heb­li­cher EUund na­tio­na­ler För­de­rung.

„War­um soll­te so et­was in Twist, im Her­zen des In­ter­na­tio­na­len Na­tur­parks Moor , nicht mög­lich sein? Es muss nur an­ge­packt wer­den!“, ap­pel­lei­e­te Horst-Hein­rich Becht­luft an die Zu­hö­rer in Twist.

Fluss­tal der Twister Aa zwi­schen Adorf (links) und He­se­pert­wist. Archivfoto­s: Becht­luft

Grü­ne Land­schaft, wie sie als Bruch­wald wie­der auf­wach­sen könn­te.

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