Trump-Fans hal­ten ih­rem Idol die Treue

Trotz des jetzt ge­star­te­ten Amts­ent­he­bungs­ver­fah­rens ste­hen sei­ne Wäh­ler un­er­schüt­ter­lich zum US-Prä­si­den­ten

Meppener Tagespost - - POLITIK - Von Frie­de­mann Diederichs

Wäh­rend sich Do­nald Trump mit ei­nem sechs­sei­ti­gen Brief an die De­mo­kra­ten in wü­ten­der Spra­che über das gest­ri­ge Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren im Re­prä­sen­tan­ten­haus be­schwer­te, ist für vie­le sei­ner Un­ter­stüt­zer längst klar: Sie wer­den wei­ter in Treue fest zu ih­rem Idol ste­hen, kom­me was wol­le.

Zu den uner­schüt­ter­li­chen Trump-Fans zählt auch Ali­ne Va­len­tim, ei­ne in Hous­ton (Te­xas) le­ben­de Im­mi­gran­tin aus Bra­si­li­en. Für sie, die 2001 aus Rio de Janei­ro in die USA kam, zählt vor al­lem, was Trump ge­schafft hat – et­wa in Sa­chen Be­schäf­ti­gung: „Er hat für die Bür­ger mehr Gu­tes er­reicht als die meis­ten sei­ner Vor­gän­ger“, sagt sie – und ver­ur­teilt gleich­zei­tig die li­be­ra­le Men­ta­li­tät, die zum Im­peach­ment ge­führt hat. „Das ist schon ver­rückt“, sagt die Buch­hal­te­rin zum Be­mü­hen, den Prä­si­den­ten aus dem Amt zu kip­pen.

Auch die in Bu­ri­en im Bun­des­staat Wa­shing­ton le­ben­de Mi­ri­am Kel­ly teilt die­se Auf­fas­sung. Die aus Deutsch­land stam­men­de Kel­ly sieht tat­säch­lich die von Trump be­haup­te­te „He­xen­jagd“der Op­po­si­ti­on ge­gen den Prä­si­den­ten. „Er wird dem Im­peach­ment un­ter­zo­gen“, sagt sie, „weil er ver­sucht hat, ei­ne

Ein­mi­schung in un­se­re Wah­len zu un­ter­su­chen“.

Kel­ly be­zieht sich da­mit auf die von Trump und man­chen Re­pu­bli­ka­nern ger­ne ver­tre­te­ne Be­haup­tung, es sei die Ukrai­ne und nicht Russ­land ge­we­sen, die 2016 den Ser­ver im Haupt­quar­tier der US-De­mo­kra­ten ge­hackt und je­de Men­ge E-Mails er­beu­tet ha­be. Die­se An­sicht ist al­ler­dings von den US-Ge­heim­diens­ten klar wi­der­legt wor­den.

An­nie Haw­t­hor­ne aus Min­nea­po­lis im Bun­des­staat Min­ne­so­ta hat 2016 Trump ge­wählt – und sieht trotz des Im­peach­ment kei­nen Grund, es im No­vem­ber kom­men­den Jah­res nicht wie­der zu tun.

Die De­mo­kra­ten hät­ten doch vom ers­ten Tag an ver­sucht, ihn los­zu­wer­den, be­klagt sie. Al­ler­dings sieht sie bei Trump auch Schwä­chen: „Er macht gu­te Ar­beit, aber soll­te mit Twit­ter pau­sie­ren und ein­fach mal den Mund hal­ten.“

Trump-Wäh­ler Tho­mas Ru­di­sill aus San An­to­nio (Te­xas) weist bei sei­ner Ver­tei­di­gung

des Prä­si­den­ten dar­auf hin, dass es be­reits vor der Ve­rei­di­gung Trumps For­de­run­gen der De­mo­kra­ten nach ei­nem „Im­peach­ment“ge­ge­ben ha­be – ob­wohl da­mals noch nie­mand von der „Ukrai­ne-Af­fä­re“sprach. Das jet­zi­ge Ver­fah­ren sei „lä­cher­lich“, und Trump ha­be bis­her al­le Ver­spre­chen ge­gen­über den Wäh­lern ge­hal­ten.

Chris Mur­phy, ein Ju­rist aus Or­lan­do (Flo­ri­da), sieht dies ähn­lich. „Ich lie­be Trump“, sagt er und wirft der Op­po­si­ti­on vor, mit den Vor­wür­fen Heu­che­lei zu be­trei­ben. „An­geb­lich soll ja nie­mand über dem Ge­setz ste­hen“, so Mur­phy, „doch die De­mo­kra­ten ma­chen bei den il­le­gal in die USA kom­men­den Mi­gran­ten ei­ne Aus­nah­me.“

Auch Cher­ry Ann Jenk­ins aus dem Ort At­kins in Te­xas wählt Trump. Die frei­be­ruf­li­che Hun­de­trai­ne­rin sagt: „Mein Ehe­mann und ich un­ter­stüt­zen wei­ter Do­nald Trump. Die De­mo­kra­ten ha­ben doch schon mit den Im­peach­ment-Über­le­gun­gen be­gon­nen, als sie noch ver­such­ten, ei­nen Grund für ei­ne Amts­ent­he­bung zu fin­den.“Sprich: Was Trump der­zeit er­dul­den muss, ist nichts an­de­res als ei­ne po­li­ti­sche Hetz­kam­pa­gne. Die­ser Ge­dan­ke zieht sich wie ein ro­ter Fa­den durch die Ar­gu­men­te der Un­ter­stüt­zer.

Fo­to: Diederichs

Chris Mur­phy

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