Ei­ne letz­te Chan­ce

Meppener Tagespost - - POLITIK - u.west­do­[email protected]

Dul­det die CDU in An­hal­tBit­ter­feld ei­nen Neo­na­zi in ih­ren Rei­hen? Oder kann man dem Kreis­po­li­ti­ker Ro­bert Mö­ritz glau­ben, dass er mit sei­ner zwei­fel­haf­ten Ver­gan­gen­heit ge­bro­chen hat? Das ist kein Stoff für No­ti­zen aus der Pro­vinz, son­dern ei­ne zen­tra­le Fra­ge po­li­ti­scher Glaub­wür­dig­keit – auch über Sach­sen-An­halt hin­aus.

Es geht dar­um, wie klar die CDU sich vom rech­ten po­li­ti­schen Rand ab­grenzt. „Ha­ken­kreu­ze und CDU geht gar nicht“, hat Mi­nis­ter­prä­si­dent Rei­ner Ha­seloff pos­tu­liert. So ge­se­hen, ist Mö­ritz ein ver­däch­ti­ger Typ: Er trägt als Tat­too die „Schwar­ze Son­ne“, ein an Ha­ken­kreu­ze er­in­nern­des Sym­bol der in der NS-Zeit mas­sen­mor­den­den Schutz­staf­fel (SS).

Da hel­fen nur Trans­pa­renz und lü­cken­lo­se Auf­klä­rung. Das se­hen jetzt auch der Lan­des­vor­stand und al­le Kreis­ver­bän­de so. Sie ge­ben Mö­ritz ei­ne letz­te Chan­ce, sich zu er­klä­ren.

Die CDU zeigt sich da­mit er­staun­lich lang­mü­tig. Denn Mö­ritz hät­te längst al­le Kar­ten auf den Tisch le­gen müs­sen. Dass er dies nicht schon ge­tan hat, spricht ge­gen ihn und hat dem An­se­hen sei­ner zwi­schen Loya­li­tät und Kri­tik hin- und her­ge­ris­se­nen Par­tei mas­siv ge­scha­det.

Man darf ge­spannt sein, wie sich Mö­ritz nächs­te Wo­che ein­lässt. Bleibt auch nur ein ein­zi­ger be­rech­tig­ter Zwei­fel an sei­ner Läu­te­rung, muss die CDU durch­grei­fen und ihn aus der Par­tei aus­schlie­ßen.

Von Uwe West­dörp

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