Mehr Viel­falt, we­ni­ger Che­mie

Was Klöck­ners „Acker­bau­s­tra­te­gie“be­wir­ken soll

Meppener Tagespost - - POLITIK -

Bun­des­agrar­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner will den Acker­bau stär­ker auf den Na­turund Kli­ma­schutz ein­stel­len. Gleich­zei­tig gel­te es aber, die Pro­duk­ti­vi­tät zur Er­näh­rungs­si­che­rung hoch zu hal­ten, sag­te die CDU-Po­li­ti­ke­rin ges­tern bei der Vor­stel­lung ei­ner „Acker­bau­s­tra­te­gie“ih­res Res­sorts für die Zeit bis 2035. Über die Zie­le und ei­ne wirt­schaft­lich trag­fä­hi­ge Um­set­zung will sie nun mit Bau­ern, Ver­bän­den und dem Han­del dis­ku­tie­ren.

Bo­den­ge­sund­heit als Ba­sis:

„Un­se­re Bö­den ste­hen un­ter Leis­tungs­druck“, so Klöck­ner. Er­nähr­te ein Land­wirt 1900 noch zehn Men­schen, sei­en es heu­te 155. Zu­gleich kön­ne nur ein ge­sun­der Bo­den Nah­rungs­und Fut­ter­mit­tel lie­fern und das Ein­kom­men der Bau­ern si­chern. In der Stra­te­gie ge­he es auch dar­um, wo der Staat bei För­de­rung, In­ves­ti­tio­nen oder wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen ge­fragt sei. Ge­ne­rell soll­ten kon­ven­tio­nel­ler und öko­lo­gi­scher Land­bau von­ein­an­der ler­nen.

Je­der Be­trieb soll laut der Stra­te­gie bis 2030 min­des­tens fünf Kul­tur­pflan­zen wech­selnd an­bau­en – et­wa auch Din­kel und Ha­fer. Bis­her do­mi­nier­ten Win­ter­wei­zen, Mais, Win­ter­gers­te und Win­ter­raps mit ei­nem An­teil von fast 70 Pro­zent. Für an­de­re Sor­ten müs­se es aber auch ei­ne Nach­fra­ge ge­ben, sag­te Klöck­ner. An­ge­strebt wird zu­dem, den Auf­bau von Hu­mus in Bö­den bis 2030 bun­des­weit zu er­hö­hen. Je grö­ßer der An­teil, des­to län­ger könn­ten Bö­den Was­ser, Nähr­stof­fe und Koh­len­stoff spei­chern.

Reiz­the­men nicht aus­ge­spart: Das Mi­nis­te­ri­um for­dert Of­fen­heit für neue Pflan­zen­züch­tun­gen – auch mit gen­tech­ni­schen Me­tho­den – und di­gi­ta­le Lö­sun­gen beim prä­zi­se­ren Dün­gen und Sprit­zen ge­gen Un­kraut. Der Ein­satz von Pflan­zen­schutz­mit­teln soll sin­ken. Wei­te­re The­men soll­ten ge­mein­sam mit der Land­wirt­schaft an­ge­gan­gen wer­den, sie müss­ten auch ren­ta­bel um­zu­set­zen sein.

Lob vom Bau­ern­ver­band:

Die Stra­te­gie sei dank ei­ner Viel­falt an Maß­nah­men ein gu­ter Weg für ei­nen ef­fi­zi­en­te­ren und nach­hal­ti­ge­ren Acker­bau, hieß es ges­tern. Auch die Er­wei­te­rung des Spek­trums an Kul­tur­pflan­zen sei rich­tig – ei­ne Ziel­vor­ga­be von min­des­tens fünf Pflan­zen je Be­trieb je­doch am­bi­tio­niert.

Kri­tik vom BUND:

„Kei­ne ver­bind­li­chen Zie­le, kei­ne kon­kre­ten Maß­nah­men, kein Zeit­plan“, hieß es beim Bund für Um­welt und Na­tur­schutz. Ei­ne Stra­te­gie als Ab­sichts­er­klä­rung tau­ge nichts. Oh­ne ge­setz­li­chen Rah­men und pas­sen­de För­der­sys­te­me wer­de die not­wen­di­ge Agrar­wen­de wei­ter ver­zö­gert.

Fo­to: dpa

Ju­lia Klöck­ner Mehr Viel­falt auf den Äckern:

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