Ab­wahl­an­trag ge­schei­tert: Kujat bleibt bei Heck­ler & Koch

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT -

Beim Waf­fen­her­stel­ler Heck­ler & Koch hat sich der frü­he­re Ge­ne­ral­in­spek­teur der Bun­des­wehr, Ha­rald Kujat, an der Spit­ze des Auf­sichts­rats be­haup­ten kön­nen. Ein An­trag auf Ab­be­ru­fung des 77-Jäh­ri­gen aus dem Kon­troll­gre­mi­um schei­ter­te ges­tern deut­lich und be­kam nur 9,5 Pro­zent Zu­stim­mung. Dies war je­doch kei­ne Über­ra­schung, weil der Mehr­heits­ei­gen­tü­mer Andre­as Hee­schen zum pen­sio­nier­ten Mi­li­tär hielt – auf Wunsch von Hee­schen war Kujat erst im Ju­li in den Auf­sichts­rat von H&K ge­wählt wor­den.

Die Lu­xem­bur­ger Fi­nanz­hol­ding CDE woll­te Kujat aus dem Gre­mi­um drän­gen und be­grün­de­te dies un­ter an­de­rem mit des­sen Man­gel an Wirt­schafts­er­fah­rung und ei­nem zu ho­hen Al­ter.

Den­noch sind die Per­spek­ti­ven des Ex-Spit­zen­mi­li­tärs nicht sehr ro­sig. Denn die CDE strebt die Mehr­heit an Heck­ler & Koch an. Vor ei­ni­gen Jah­ren hat­te Hee­schen ihr ei­nen Groß­teil sei­ner An­teils­schei­ne ver­pfän­det, die­ses Pa­ket will die CDE nun ha­ben und da­mit das Ru­der über­neh­men. Da­für fehlt aber noch grü­nes Licht des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums. Soll­te die Bun­des­re­gie­rung zu­stim­men, könn­te die CDE Kujat doch noch ab­be­ru­fen las­sen.

Der 59-jäh­ri­ge Hee­schen wur­de mit sei­nen ei­ge­nen Stim­men in den Auf­sichts­rat ge­wählt – er war nicht per­sön­lich vor Ort, ein An­walt ver­trat ihn. Ge­gen die­se Wahl hat­te die CDE bei dem Ak­tio­närs­treff ges­tern Front ge­macht, konn­te sich aber nicht durch­set­zen.

Ver­tre­ter des Groß­ak­tio­närs hat­ten ih­ren Un­mut ge­äu­ßert und mach­ten in lan­gen Fra­gen­ka­ta­lo­gen deut­lich, dass sie die Sinn­haf­tig­keit von Ent­schei­dun­gen ver­gan­ge­ner Jah­re be­zwei­fel­ten. Vor al­lem ging es um ei­nen 2006 auf­ge­nom­me­nen, mit 9,25 Pro­zent sehr hoch ver­zins­ten 100-Mil­lio­nen-Eu­ro Kre­dit. Mit dem Geld stemm­te H&K In­ves­ti­tio­nen in an­de­ren Bran­chen, die al­le­samt schei­ter­ten.

Fo­to: dpa

Hat sich an der Spit­ze des Auf­sichts­rats be­haup­ten kön­nen: der Ex-Ge­ne­ral Ha­rald Kujat.

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