„Ver­bo­te beim Kli­ma­wan­del brin­gen uns nicht wei­ter“

Ex­per­te der Bun­des­stif­tung Um­welt in Mep­pen

Meppener Tagespost - - MEPPEN / HAREN - Von Mar­tin Rein­holz

Kli­ma­wan­del, öko­lo­gi­sche Ver­ant­wor­tung und Na­tur­schutz so­wie die Fra­ge nach rich­ti­gen Lö­sun­gen be­stim­men zur­zeit die öf­fent­li­che Dis­kus­si­on in un­se­rer Ge­sell­schaft. Der Hei­mat­ver­ein Mep­pen, das Mep­pe­ner Wind­t­horst-Gym­na­si­um (WGM) und die Lud­wi­gWind­t­horst-Stif­tung wid­me­ten den Wind­t­horst-Abend die­sen Fra­gen.

Sie lu­den zu ei­nem in­for­ma­ti­ven und an­spruchs­vol­len Vor­trag zu den The­ma „Öko­lo­gie im Span­nungs­feld von De­mo­kra­tie und Öko­no­mie“ein. Als Re­fe­rent war der Ab­tei­lungs­lei­ter Um­welt­tech­nik der Deut­schen Bun­des­stif­tung Um­welt in Os­na­brück, Fe­lix Gru­ber, zu Gast.

Er gab vor den an­nä­hernd 200 Zu­hö­rern ei­nen Über­blick über das Auf­ga­ben­feld der Deut­schen Bun­des­stif­tung Um­welt (DBU) und er­läu­ter­te an­hand von Schau­bil­dern die „pla­ne­ta­ren Leit­plan­ken“und UN-Nach­hal­tig­keits­zie­le (Be­gren­zung der Er­der­wär­mung im Rah­men des Pa­ri­ser Ab­kom­mens) als Hand­lungs­rah­men.

Fer­ner gab der Re­fe­rent ei­nen Aus­blick auf den Me­ga­trend „Di­gi­ta­li­sie­rung und Nach­hal­tig­keit“und kam schließ­lich zur The­ma­tik „Öko­lo­gie im Span­nungs­feld von De­mo­kra­tie und Öko­no­mie“am Bei­spiel der ak­tu­el­len Kli­ma­de­bat­te.

Das Stif­tungs­ka­pi­tal (et­wa 2,3 Mil­li­ar­den Eu­ro) der DBU, die 1990 ge­grün­det wur­de, stammt aus der Pri­va­ti­sie­rung der Salz­git­ter AG. Seit­her wur­den et­wa 10 000 Pro­jek­te aus et­wa 35 000 An­trä­gen sei­tens der Stif­tung un­ter­stützt. Jähr­lich wer­den et­wa 55 Mil­lio­nen Eu­ro an För­der­gel­der für Pro­jek­te ge­zahlt, die in der Re­gel bis zu 50 Pro­zent ge­för­dert wür­den, be­rich­te­te Gru­ber. Dar­über hin­aus wer­den die Er­geb­nis­se der För­der­pro­jek­te ver­öf­fent­licht, durch Ver­an­stal­tun­gen und Aus­stel­lun­gen, Wis­sen über die Um­welt ver­mit­telt und Hoch­schul­s­ti­pen­di­en durch die DBU ver­ge­ben.

An­hand von Schau­bil­dern ver­an­schau­lich­te Fe­lix Gru­ber die „pla­ne­ta­ren Leit­plan­ken“und UN-Nach­hal­tig­keits­zie­le als Hand­lungs­rah­men. Da­hin­ter ver­ber­gen sich die beim Pa­ri­ser Um­welt­ab­kom­men ge­steck­ten Zie­le be­züg­lich der Er­der­wär­mung. Deut­lich wer­de, dass die ak­tu­el­le Ent­wick­lung ein Han­deln der Na­tio­nen er­for­dert, so Gru­ber.

Als ein „Werk­zeug und kein Selbst­zweck“be­zeich­ne­te der Re­fe­rent da­bei die Di­gi­ta­li­sie­rung, die so­wohl Chan­cen als auch Ri­si­ken bö­te. Die Di­gi­ta­li­sie­rung ha­be viel we­ni­ger mit Tech­no­lo­gie zu tun, son­dern sei viel­mehr ei­ne „Ve­rän­de­rung mit kul­tu­rel­lem Aspekt“und müs­se im Kon­text ei­ner nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung ak­tiv ge­stal­tet wer­den, sag­te Gru­ber. Als Chan­cen sah er ef­fi­zi­en­te­re und be­schleu­nig­te Ab­läu­fe bei der Ener­gie­wen­de, der Kreis­lauf­wirt­schaft, der Mo­bi­li­tät und Lo­gis­tik so­wie der Kom­mu­ni­ka­ti­on und Bil­dung. Ri­si­ken ent­stün­den durch ei­nen hö­he­ren Ener­gie­ver­brauch, wach­sen­den Res­sour­cen­ver­brauch so­wie zu­sätz­li­che Kon­sum­be­dürf­nis­se und da­mit ein­her­ge­hen­den zu­sätz­li­chen Wa­ren­ver­kehr und ge­stei­ger­ter Lo­gis­tik.

Gru­ber lob­te die von der Po­li­tik be­schlos­se­nen We­ge zur CO2-Re­du­zie­rung. Wenn der von Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­rat ver­ein­bar­te Preis von 25 Eu­ro in­klu­si­ve der wei­te­ren Dy­na­mi­sie­rung noch nicht aus­rei­chend sei, „stellt al­lei­ne der Sys­tem­wech­sel ei­nen Er­folg dar“, mein­te Gru­ber.

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