Wir brau­chen das Kup­fer­geld nicht

Meppener Tagespost - - NORDWEST - Von Mal­te Golt­sche m.golt­[email protected]

Die Deut­schen lie­ben ihr Bar­geld. In kaum ei­nem an­de­ren eu­ro­päi­schen Land be­zah­len die Men­schen so oft und ger­ne mit Schei­nen und Mün­zen. Auch die klei­nen Ein­und Zwei-Cent-Mün­zen sind hier im­mer noch be­liebt und sam­meln sich in den Geld­bör­sen. Deutsch­land, ein Land der Pfen­nig­fuch­ser? Das Kli­schee trifft zu. Da­bei zei­gen Bel­gi­en, die Nie­der­lan­de und Wangerooge, dass es auch gut oh­ne das Kup­fer­geld geht. beim Auf- und Ab­run­den kei­ne Rol­le. Der Auf­wand, den die Mi­ni-Mün­zen in der Her­stel­lung und ih­rem Um­gang mit sich brin­gen, steht in kei­nem Ver­hält­nis zu ih­rem Nut­zen. War­um al­so dar­an fest­hal­ten?

Die Hal­tung zum Bar­geld zeigt: Den Deut­schen fällt es schwer, neue Tech­no­lo­gi­en an­zu­neh­men. Es dau­ert sei­ne Zeit, bis sich In­no­va­tio­nen durch­set­zen – be­son­ders dann, wenn sie mit Tra­di­tio­nen bre­chen. Erst 2018 hat die

Kar­ten­zah­lung das Bar­geld als häu­figs­te Zah­lungs­me­tho­de im deut­schen Ein­zel­han­del ab­ge­löst. Doch wäh­rend zum Bei­spiel in Skan­di­na­vi­en auf je­dem Floh­markt die Kar­te ge­zückt wer­den kann, fehlt in Deutsch­land in vie­len Re­stau­rants oder Bä­cke­rei­en das ent­spre­chen­de Ge­rät. Das zeigt die di­gi­ta­le Rück­stän­dig­keit in un­se­rem hoch in­dus­tria­li­sier­ten Land.

Die Vor­tei­le lie­gen auf der Hand: Ein­zel­händ­ler spa­ren, an der Kas­se geht es un­kom­pli­zier­ter, und die Porte­mon­naies der Men­schen sind nicht mit un­nö­ti­gem Kleinst­geld ge­füllt. Für Kun­den und Händ­ler spie­len die Preis­un­ter­schie­de

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.