„Gän­se­bra­ten­spit­ze“und mehr Mit­ar­bei­ter

Weih­nach­ten ist für ei­ni­ge Bran­chen ein lu­kra­ti­ves Ge­schäft

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT -

Be­sin­nung, Ru­he und ent­spann­te Fei­er­ta­ge? Pus­te­ku­chen! Für vie­le Be­schäf­tig­te be­deu­tet die Weih­nachts­zeit vor al­lem Stress, denn ih­re Di­ens­te oder Pro­duk­te wer­den stark nach­ge­fragt. Ein Über­blick über Bran­chen, in de­nen es vor und über Weih­nach­ten brummt.

Ein­zel­han­del: Durch­schnitt­lich 281 Eu­ro will je­der Ver­brau­cher in Deutsch­land für Weih­nachts­ge­schen­ke aus­ge­ben, fand die Be­ra­tungs­ge­sell­schaft EY her­aus. Das trägt da­zu bei, dass der sta­tio­nä­re Han­del fast ein Fünf­tel sei­nes Jah­res­um­sat­zes im Weih­nachts­ge­schäft, al­so im No­vem­ber und De­zem­ber, macht. Beim On­li­ne-Han­del ist es nach An­ga­ben des Han­dels­ver­ban­des Deutsch­land (HDE) so­gar mehr als ein Vier­tel.

Beim Um­satz­an­teil des Weih­nachts­ge­schäfts am Ge­samt­jahr liegt die Spiel­wa­ren­bran­che nach HDE-Be­rech­nun­gen mit 25 Pro­zent vorn. Zu­dem ver­kau­fen sich vor al­lem Bü­cher, Uh­ren und Schmuck so­wie Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik in den bei­den letz­ten Mo­na­ten des Jah­res gut.

Lo­gis­tik: Rund 25000 zu­sätz­li­che Zu­stel­ler wer­den für die Weih­nachts­zeit bei den Un­ter­neh­men der Ku­ri­er-, Ex­press- und Pa­ket­bran­che ein­ge­setzt, schreibt der Bran­chen­ver­band BIEK. Denn im Weih­nachts­ge­schäft steigt das Sen­dungs­vo­lu­men von Un­ter­neh­men zu Kun­den um 18 Pro­zent, das ent­spricht 55 Mil­lio­nen zu­sätz­li­chen Sen­dun­gen. In der ge­sam­ten Bran­che geht der Bun­des­ver­band Pa­ket und Ex­press­lo­gis­tik von 12 Pro­zent mehr Sen­dun­gen aus – das sind zu­sätz­lich 75 Mil­lio­nen.

Im No­vem­ber und De­zem­ber wer­den pro Tag im Schnitt bis zu 14 Mil­lio­nen Pa­ke­te trans­por­tiert, in Spit­zen­zei­ten sei­en es gar 19 Mil­lio­nen. Der Ver­band rech­net mit Zu­wäch­sen von 7 bis 8 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr.

Kon­zer­te: Ti­ckets zu Kon­zer­ten oder für die Oper wer­den ger­ne ge­schenkt. Dem­ent­spre­chend brummt et­wa beim Ti­cket­ver­käu­fer Even­tim im Lo­gis­tik­zen­trum der Be­trieb. „Die Kol­le­gen ar­bei­ten rund um die Uhr“, sagt ein Spre­cher. Der Weih­nachts­ver­kauf be­gin­ne En­de Ok­to­ber und daue­re bis zwei, drei Ta­ge vor Weih­nach­ten. Punk­tu­ell ver­stär­ke der Kon­zern die Ab­läu­fe auch mit Zeit­ar­bei­tern oder tem­po­rä­ren Ser­vice­kräf­ten.

Ge­naue Zah­len will Even­tim nicht nen­nen, al­ler­dings ver­kauf­te die Fir­ma 2018 gut 20 Mil­lio­nen Ti­ckets im vier­ten Quar­tal – bei rund 54 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Ein­hei­ten im ge­sam­ten Jahr. Da­für ist dem Spre­cher zu­fol­ge das Weih­nachts­ge­schäft mit ver­ant­wort­lich. Je­doch wür­den die Zah­len ver­zerrt un­ter an­de­rem von punk­tu­el­len Ver­kaufs­starts be­lieb­ter Künst­ler.

Strom­ver­brauch: „Gän­se­bra­ten­spit­ze“nen­nen die Strom­ver­brau­cher den hoch schie­ßen­den Ver­brauch in Pri­vat­haus­hal­ten am ers­ten Weih­nachts­fei­er­tag. Der pri­va­te Strom­ver­brauch stei­ge mit Fest­tags­be­leuch­tung und opu­len­ten Fa­mi­li­en­es­sen um bis zu zehn Pro­zent, heißt es beim Strom­ver­sor­ger Eon. Im All­ge­mei­nen sind die meis­ten Men­schen über die Fei­er­ta­ge zu Hau­se und brau­chen schon al­lein des­halb mehr Strom.

Doch auch wenn der Strom­ver­brauch in Pri­vat­haus­hal­ten steigt – in Sum­me ist der Be­darf an elek­tri­scher Ener­gie ge­rin­ger, weil Be­trie­be und In­dus­trie oft still­ste­hen. „Der De­zem­ber ist we­gen den Fei­er­ta­gen der schwächs­te Mo­nat im Win­ter“, sag­te ei­ne Spre­che­rin des Bun­des­ver­bands der Ener­gie- und Was­ser­wirt­schaft.

Öf­fent­li­cher Fern­ver­kehr: „Al­les, was rol­len kann, wird rol­len“, heißt es von der Deut­schen Bahn. Das Un­ter­neh­men will über die Fest­ta­ge 45 zu­sätz­li­che Ver­stär­ker­zü­ge ein­set­zen. Im Fern­ver­kehr und an den Bahn­hö­fen sol­len ex­tra Mit­ar­bei­ter den Be­trieb am Lau­fen hal­ten. Den stärks­ten Rei­se­tag er­war­te­te der Kon­zern am 20. De­zem­ber, dem Frei­tag vor Weih­nach­ten. Der Rück­rei­se­ver­kehr ver­tei­le sich bis zum 6. Ja­nu­ar gleich­mä­ßig.

Flix­bus rech­net um die Weih­nachts­ta­ge mit ei­nem An­stieg der Nach­fra­ge von rund 30 Pro­zent im Ver­gleich zu Stan­dard­zei­ten. Beim Bahn­kon­kur­ren­ten Flix­train fah­ren dem­nach 50 Pro­zent mehr Fahr­gäs­te. Be­son­ders hoch sei die Nach­fra­ge zwi­schen dem 20. und 23. De­zem­ber. „Be­liebt sind ins­be­son­de­re Ver­bin­dun­gen aus Groß­städ­ten in länd­li­che­re Re­gio­nen“, schreibt Flix­bus auf An­fra­ge.

Fo­to: dpa

Bis zu 14 Mil­lio­nen Pa­ke­te wer­den im No­vem­ber und De­zem­ber im Schnitt pro Tag trans­por­tiert.

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