Das Schau­fel-Sitz-Tor

Vor 34 Jah­ren er­ziel­te Litt­bar­ski für den 1. FC Köln ei­nen ku­rio­sen Tref­fer ge­gen Wer­der

Meppener Tagespost - - SPORT - Von Udo Mu­ras

Es ist das bri­san­tes­te Spiel des Wo­che­n­en­des. Die ers­ten Bun­des­li­ga­meis­ter 1. FC Köln und Wer­der Bre­men ste­hen punkt­gleich im Kel­ler und kämp­fen am Sams­tag (15.30 Uhr) dar­um, Weih­nach­ten nicht auf ei­nem Ab­stiegs­platz zu ste­hen. Vor fast 35 Jah­ren, am

25. April 1985, gab es schon mal ein sehr wich­ti­ges Spiel, das we­gen ei­nes ku­rio­sen To­res im Ge­dächt­nis der Bun­des­li­ga ge­blie­ben ist.

Der Win­ter 1984/85 war nicht be­son­ders fuß­ball­freund­lich, 14 Bun­des­li­gaPar­ti­en fie­len Eis und Schnee zum Op­fer. Dar­un­ter das Heim­spiel des 1. FC ge­gen Wer­der Bre­men, das für den

16. Fe­bru­ar an­ge­setzt war. Da­mals wa­ren die Bre­mer Zwei­ter, und das wa­ren sie auch noch an je­nem letz­ten April-Don­ners­tag 1985. Mit dem fei­nen Un­ter­schied, dass sie ein Spiel we­ni­ger als die Bay­ern hat­ten und die­se be­reits mit ei­nem Re­mis über­ho­len konn­ten. Die Köl­ner stan­den auf Platz 5 und hat­ten im Kampf um ei­nen UEFA-Cup-Platz nichts zu ver­schen­ken.

So rich­te­te sich das größ­te In­ter­es­se an die­sem Nach­hol­spiel­tag auf die Par­tie im Mün­gers­dor­fer Sta­di­on in Köln, zu der auch Bay­ernTrai­ner Udo Lat­tek an­reis­te. „Bei gu­ten Wet­ter kom­men min­des­tens 40 000 Zu­schau­er“, pro­phe­zei­te FC Kölns Ma­na­ger Micha­el Mei­er. Bre­mens Tor­wart Die­ter Bur­den­ski fand: „Ge­win­nen wir in Mün­gers­dorf, dann wer­den wir Meis­ter.“

Da­für, plau­der­te Wer­der Bre­mens Ma­na­ger Wil­li Lem­ke, wür­de die Mann­schaft 300000 DM be­kom­men. Dass die Prä­mie nie ge­zahlt wer­den muss­te, lag dann an Kölns Na­tio­nal­stür­mern. Klaus All­ofs, der als Spie­ler und Ma­na­ger noch Gro­ßes in Bre­men er­le­ben soll­te, ver­darb Wer­der den Abend mit zwei To­ren (12., 55.) und nach Frank Neu­barths An­schluss­tor (59.) ge­schah Sen­sa­tio­nel­les.

Das 3:1 von Pier­re Litt­bar­ski ent­schied die Par­tie wohl auch da­durch, wie es fiel. Nach ei­nem Dribb­ling war er an der Aus­li­nie zu Fall ge­kom­men, schlenz­te den Ball aber noch im Auf­ste­hen an Bur­den­ski vor­bei aus spit­zem Win­kel ins Tor – eben­so ku­ri­os wie ge­konnt. Die ARD-Zu­schau­er wähl­ten das „Schau­fel-Sitz-Tor“, wie es die „Fuß­ball-Bild“noch 32 Jah­re spä­ter be­zeich­ne­te, zum Tor des Mo­nats und Jah­res. „Ich ha­be spä­ter im Trai­ning öf­ter ver­sucht, das noch mal hin­zu-krie­gen. Es hat nie ge­klappt“, sag­te Litt­bar­ski dem Blatt, in dem sich auch Op­fer Bur­den­ski äu­ßer­te: „Ich ha­be mich für den Schüt­zen nicht gera­de ge­freut. Das hat man nicht gern als Tor­wart. Da ist man ag­gres­siv und wü­tend.“

Das dürf­te auch für die gan­ze Elf ge­gol­ten ha­ben, die durch Bru­no Pez­zey nur noch zum 3:2 (86.) kam und zwei Lat­ten­tref­fer (Völ­ler, Neu­barth) zu­stan­de brach­te. Am En­de fehl­ten den Bre­mern zwei Punk­te zur Meis­ter­schaft. In der La­ge wä­ren sie heu­te trotz­dem ger­ne.

Fo­to: ima­go im./Horstmülle­r

Im Auf­ste­hen: Litt­bar­ski er­zielt das 3:1.

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