In der Kür­ze liegt die Stär­ke

Maz­das ers­ter Stro­mer MX-30 hat nur ei­ne Reich­wei­te von 200 Ki­lo­me­tern

Meppener Tagespost - - KFZWELT - Von Jür­gen Muhl

Man mag es nicht so rich­tig glau­ben: In Ja­pan spielt die E-Mo­bi­li­tät im­mer noch ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. Und das in ei­nem Land, in dem die Her­stel­ler gern vor­ne­weg fah­ren wol­len. Auch im Wett­be­werb mit Eu­ro­pä­ern. Ei­ne Pre­mie­re gibt es jetzt bei Maz­da. Ei­ne un­ge­wöhn­li­che.

Der MX-30 ist Maz­das ers­tes rei­nes E-Au­to, ei­ne klei­ne SUVVa­ri­an­te, mit ei­ner Ver­bin­dung zum vor ei­ni­gen Jahr­zehn­ten be­ju­bel­ten Wan­kel­mo­tor, ein E-Au­to mit ge­rin­ger Bat­te­rie­ka­pa­zi­tät. Was aber be­ab­sich­tigt ist. Ja, über den neu­en MX30, der Mit­te des nächs­ten Jah­res auf den Markt kommt und für den Kun­den ei­ne An­zah­lung von 1000 Eu­ro leis­ten müs­sen, gibt es ei­ni­ges zu er­zäh­len.

Be­gin­nen wir mit dem in der E-Au­to­bran­che so wich­ti­gen Aspekt der Ka­pa­zi­tät. Und der hat es in sich oder kommt zu­min­dest über­ra­schend. Reich­wei­te ist für Maz­da nicht der ent­schei­den­de Punkt. Kei­ne

Rie­sen-Bat­te­rie. Die Ja­pa­ner po­si­tio­nie­ren ihr ers­tes E-Mo­dell, das Kompakt-SUV MX30, kon­se­quent als Zweit­wa­gen für die Stadt.

Dort sol­len rund 140 PS Mo­tor­leis­tung mit ei­ner Reich­wei­te von gan­zen 200 Ki­lo­me­ter die Kun­den zu­frie­den stel­len. Ein Stadt­au­to al­so. Oder an­ders ge­sagt, ein Zweit­wa­gen. Nicht ge­eig­net für ei­ne län­ge­re Ur­laubs­fahrt. Maz­da will Fahr­freu­de mit der Re­du­zie­rung der Co2-Emis­si­on ver­bin­den. Zu Hil­fe kommt den Ja­pa­nern die Wan­kel­mo­tor-Tech­nik, die im­mer noch bei Maz­da ho­he Wert­schät­zung ge­nießt. Der Wan­kel pas­se gut zur E-Mo­bilTech­nik, heißt es. Die bei­den An­triebs­ar­ten sei­en kom­pa­ti­bel, wird kol­por­tiert. Denk­bar, dass in zwei Jah­ren der Wan­kel­mo­tor als Hy­brid-Al­ter­na­tiv­an­trieb in den MX-30 ein­ge­baut wird. Der jet­zi­ge E-Mo­tor kommt vom ja­pa­ni­schen Her­stel­ler Hit­a­chi.

Bei ers­ten Test­fahr­ten hin­ter­lässt das Fahr­zeug ei­nen ge­schmei­di­gen Ein­druck. Der MX-30 ver­zö­gert in fünf Re­ku­pe­ra­ti­ons­stu­fen und ge­winnt auf die­se Art Ener­gie zu­rück. Bei der ge­rin­gen Reich­wei­te geht der Blick stets in Rich­tung Strom­tank. Der läuft sehr schnell leer, nach gut 20 Mi­nu­ten Fahr­zeit hat das kur­ze Ver­gnü­gen der Aus­fahrt ein En­de. Zu­rück­ge­legt ha­ben wir 130 Ki­lo­me­ter auf kur­ven­rei­chen Stra­ßen. Aber so will es Maz­da ja. In der Kür­ze liegt die Stär­ke.

Was ge­fällt, ist das flot­te De­sign mit aus­gie­bi­ger Kom­pakt­heit. Ein Bei­spiel hier­für sind die Fond­tü­ren und das in­di­vi­du­el­le Heck, Tür­ver­klei­dun­gen aus re­cy­cel­ten Plas­tik­fla­schen und ei­ne mit Kork aus­ge­leg­ten Mit­tel­kon­so­le. Es wirkt wie ech­tes Le­der.

Maz­das ers­ter Stro­mer kommt se­ri­en­mä­ßig mit ei­nem aus­ge­klü­gel­ten So­und­sys­tem auf den Markt. Es gibt al­so ein Mo­to­ren­ge­räusch, in­nen wie auch au­ßen. Auch ein Si­cher­heits­as­pekt. Von ei­nem laut­lo­sen Stro­mer kann al­so nicht die Re­de sein. Was aber ge­fällt. Die Prei­se für das gut aus­ge­stat­te­te Ein­füh­rungs­mo­dell be­gin­nen bei 34 000 Eu­ro.

Fo­to: Maz­da

Der 4,40 Me­ter lan­ge Maz­da-Stro­mer tritt im CX-30-For­mat an und nutzt auch die Platt­form des kon­ven­tio­nel­len SUV.

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