Ver­band: Kom­mu­nen wol­len bei Grund­steu­er nicht zu­lan­gen

Die Re­form ist be­schlos­sen – doch wer bald wie viel zah­len muss, ist noch völ­lig of­fen

Meppener Tagespost - - POLITIK -

Die meis­ten Bür­ger müs­sen sich nach Ein­schät­zung des Deut­schen Städ­te­und Ge­mein­de­bunds nicht auf deut­lich hö­he­re Grund­steu­er­sät­ze ein­stel­len. Die Kom­mu­nen woll­ten die Neu­re­ge­lung ab 2025 nicht nut­zen, um ih­re Kas­sen zu sa­nie­ren, be­schwich­tig­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Gerd Lands­berg.

War­um soll sich an der Grund­steu­er et­was än­dern?

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat ge­for­dert, dass das Sys­tem noch im Jahr 2019 re­for­miert wird – denn bis­her gel­ten völ­lig ver­al­te­te Wer­te als Be­rech­nungs­grund­la­ge. Das neue Sys­tem greift ab 2025.

Wie wird die Steu­er künf­tig be­rech­net?

Die meis­ten Bun­des­län­der ha­ben noch nicht ent­schie­den, wie sie die Grund­steu­er be­rech­nen wer­den. Un­klar ist, ob al­le der von Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) vor­ge­schla­ge­nen Me­tho­de fol­gen: al­so La­ge, Al­ter des Ge­bäu­des, Grund­stücks­flä­che und Kalt­mie­te be­rück­sich­ti­gen. In Bay­ern et­wa soll al­lein die Grund­stücks­grö­ße her­an­ge­zo­gen wer­den.

Wer­den die Sät­ze künf­tig stei­gen?

Ob es für Im­mo­bi­li­en­be­sit­zer und Mie­ter teu­rer wird, hängt nicht nur von der Neu­be­wer­tung ih­rer Grund­stü­cke ab, son­dern maß­geb­lich von den Kom­mu­nen. Die­se kön­nen die Hö­he der Steu­er mit ih­ren He­be­sät­zen letzt­lich be­stim­men.

Was sagt der Städ­te- und Ge­mein­de­bund?

Vie­le Haus­be­sit­zer fürch­ten, dass ih­re Grund­stü­cke künf­tig deut­lich

Wie viel Grund­steu­er darf’s denn sein?

hö­her be­wer­tet wer­den – und da­her mehr Grund­steu­er an­fal­len könn­te. Zu­dem könn­te die Ver­su­chung auf­sei­ten der Kom­mu­nen groß sein, das neue Sys­tem für zu­sätz­li­che Ein­nah­men zu nut­zen. Denn im­mer­hin ist die Grund­steu­er mit mehr als 14 Mil­li­ar­den

Eu­ro ei­ne der wich­tigs­ten Ein­nah­me­quel­len der Städ­te und Ge­mein­den. Dem wi­der­spricht der Städ­te- und Ge­mein­de­bund klar. „Ein Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, der Er­hö­hun­gen von Steu­ern, Ge­büh­ren und Ab­ga­ben nicht mit ganz trif­ti­gen Ar­gu­men­ten be­grün­det, ge­fähr­det sei­ne Wie­der­wahl. Des­we­gen glau­be ich nicht, dass es zu dra­ma­ti­schen Aus­schlä­gen kom­men wird“, sag­te Lands­berg. „Was wä­re in der Kom­mu­ne los, wenn sich der durch­schnitt­li­che Grund­steu­er­wert für die 90 Qua­drat­me­ter­woh­nung plötz­lich von 20 bis 30 Eu­ro mo­nat­lich auf 200 Eu­ro er­höht? Das wird nicht pas­sie­ren.“

Könn­ten die Grund­steu­er­sät­ze so­gar sin­ken?

Laut Lands­berg könn­ten sich ei­ni­ge Haus­be­sit­zer und Mie­ter so­gar auf ei­ne sin­ken­de Be­las­tung ein­stel­len. „Na­tür­lich wird der Vil­len­be­sit­zer in der su­per La­ge et­was mehr be­zah­len, aber es wird auch vie­le ge­ben, die we­ni­ger be­zah­len.“

Was plant Nie­der­sach­sen?

Nie­der­sach­sen will bei der Grund­steu­er­re­form bis An­fang April ent­schei­den, ob das Land ei­nen Son­der­weg geht. „Wir prü­fen noch, ob es gu­te Grün­de gibt, von der Bun­des­re­ge­lung ab­zu­wei­chen“, sag­te Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD).

Fo­to: dpa

Über die Be­rech­nung der neu­en Sät­ze dis­ku­tie­ren der­zeit die Po­li­ti­ker.

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